Live-Ticker zum AusbruchEpidemie trifft Europa! Erster Ebola-Fall in Frankreich

Medizinisches Personal wird im Einsatz gegen die Ebola-Epidemie desinfiziert an der Citadelle-Klinik. +++ dpa-Bildfunk +++
Medizinisches Personal wird im Einsatz gegen die Ebola-Epidemie desinfiziert (Symbolbild).
picture alliance/dpa/AP / Moses Sawasawa

Die Krankheit breitet sich immer weiter aus!
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Alle aktuellen Informationen zur Ebola-Epidemie findet ihr in unserem Liveticker.

Bundibugyo-Variante breitet sich aus

Jan Luhrenberg

Epidemie trifft Europa! Erster Ebola-Fall in Frankreich

In Frankreich ist eine erste Erkrankung im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen worden. Ein Arzt der humanitären Hilfe, der aus dem zentralafrikanischen Land zurückkehrte, sei positiv getestet worden, hieß es vom französischen Gesundheitsministerium. Direkt nach seiner Ankunft sei der Mann in ein Krankenhaus gebracht und isoliert worden, um jegliches Ansteckungsrisiko zu vermeiden.

Der Zustand des Mannes sei stabil, hieß es vom Gesundheitsministerium. Es werde untersucht, wer mit ihm in Kontakt war. Die Kontaktpersonen sollten für 21 Tage zu Hause in Quarantäne.

Kurz vor Beginn der Fußball-WM hieß es von WHO Europa, es gebe keine aktiven Ebola-Fälle in der EU und keine lokale Übertragung. Das Gesamtrisiko bleibe gering. Jetzt der erste Ebola-Fall außerhalb des afrikanischen Kontinents seit Beginn der jüngsten Epidemie! Zwischenzeitlich war lediglich ein US-Arzt nach Deutschland ausgeflogen und in der Berliner Charité behandelt worden. Mittlerweile wurde er nach überstandener Erkrankung entlassen.

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

Seit der Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai ist die Zahl der bestätigten Fälle in der Demokratischen Republik Kongo auf mehr als 1.000 gestiegen. Nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa sind von den bestätigten Ebola-Erkrankten in drei nordöstlichen Provinzen des Landes insgesamt mehr als 260 gestorben.
Roger Saha

Weiterhin schnelle Ausbreitung von Ebola im Kongo 


Die kongolesischen Gesundheitsbehörden melden einen weiterhin starken Anstieg der bestätigten Ebola-Fälle im Nordosten des Landes. Innerhalb von 24 Stunden sei die Zahl der Fälle um 72 auf insgesamt 782 gestiegen, berichtete das Informationsministerium des zweitgrößten afrikanischen Landes. Die Zahl der bestätigten Todesfälle stieg im gleichen Zeitraum um 32 auf 181. Da sich die jüngsten offiziellen Zahlen auf den 13. Juni beziehen, dürfte die tatsächliche Zahl inzwischen noch höher sein. Die Sterblichkeitsrate liegt den Angaben zufolge bei 23,1 Prozent.
Nach Angaben des Ministeriums werden aktuell 359 Patienten in Krankenhäusern und Isolierstationen behandelt. Problematisch ist weiterhin die Nachverfolgung der Kontakte. Mit 56,5 Prozent liegt die Nachverfolgungsrate deutlich unter der Zielmarke. Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, ist es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nötig, 90 Prozent aller Menschen, die mit einer infizierten Person in Kontakt waren, zu ermitteln und zu beobachten.
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) warnte, dass einen Monat nach Bekanntwerden des Ausbruchs in der kongolesischen Provinz Ituri die Lücken bei Überwachung und Kontaktverfolgung die Bemühungen um eine Eindämmung der hochgefährlichen Krankheit untergraben. «Niemand kennt das wahre Ausmaß oder die genauen Ausbreitungsorte», sagte Katy While, medizinische Notfallkoordinatorin von MSF im Kongo. «Wir wissen jedoch, dass die meisten Behandlungszentren in der Provinz Ituri überlastet sind; viele unserer Patienten erreichen uns erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit, und die meisten wurden vor ihrer Behandlung weder als Kontaktpersonen identifiziert noch überwacht.»
Zudem hätten viele betroffene Gemeinden keinen ausreichenden Zugang zu Testungen, auch die Übermittlung der Laborergebnisse dauere noch zu lange. «Ohne schnellere und flächendeckendere Tests wird es uns schwerfallen, Fälle früh genug zu erkennen, um den Ausbruch einzudämmen», betonte White.
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
Camilla Koziol

WHO fordert Nachbarstaaten der DR Kongo zu "unverzüglichem" Handeln auf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Nachbarstaaten der Demokratischen Republik Kongo zu einem "unverzüglichen" Vorgehen gegen eine Ausbreitung des Ebola-Virus aufgerufen. Die an die DR Kongo angrenzenden Länder seien "einem besonders hohen Risiko" ausgesetzt und sollten "unverzügliche Maßnahmen ergreifen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei virtuellen Ministerberatungen zu der Ebola-Epidemie. Tedros kündigte an, dass er am Dienstag in die DR Kongo reisen werde.

Der WHO-Chef bezeichnete den Kampf gegen den derzeitigen Ebola-Ausbruch als "besonders schwierig". Als eine der Schwierigkeiten nannte er, dass der Ausbruch erst verspätet entdeckt worden sei, so dass "wir nun einer sich sehr schnell fortbewegenden Epidemie hinterher eilen".
Die DR Kongo ist das Epizentrum der Ebola-Epidemie. Die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle stieg dort laut der WHO inzwischen auf über 900. Tedros hatte am Sonntagabend mitgeteilt, dass in dem zentralafrikanischen Land, in dem Ausrüstung zum Nachweis des Virus knapp ist, mittlerweile 101 Ebola-Infektionsfälle bestätigt worden seien.

Nach Angaben der WHO wurde in der DR Kongo bei zehn Todesfällen das Ebola-Virus als Ursache bestätigt. Bei 220 weiteren dortigen Todesfällen bestand demnach der Verdacht, dass das Virus verantwortlich ist.

Im benachbarten Uganda wurden inzwischen zwei weitere Ebola-Fälle bestätigt. Damit stieg die Zahl der dort festgestellten Ebola-Infektionen auf sieben. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Montag mitteilte, sind die beiden Patienten, bei denen zuletzt das Ebola-Virus festgestellt wurde, Mitarbeiter des Gesundheitswesens und arbeiten in einer privaten Einrichtung in der Hauptstadt Kampala.
Uganda hatte in der vergangenen Woche den gesamten öffentlichen Verkehr in die DR Kongo eingestellt, nachdem zwei Ebola-Fälle bestätigt worden waren.
Roger Saha

Mehr als 900 Ebola-Verdachtsfälle im Kongo 

Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo verzeichnen die Gesundheitsbehörden einen weiteren Anstieg der Infektionen. Inzwischen seien mehr als 900 Verdachtsfälle registriert worden, teilte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Sonntag mit. Darunter seien 101 bestätigte Erkrankungen. Erst am Freitag hatte die WHO das Risiko einer nationalen Ausbreitung des Virus im Kongo auf die Stufe "sehr hoch" angehoben. Für die Region gilt das Risiko als "hoch", weltweit als "niedrig".
Die Eindämmung der Seuche gestaltet sich schwierig, da es für den aktuellen Virus-Stamm laut WHO weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine etablierte Behandlung gibt. Zudem kämpfen die Helfer vor Ort mit Misstrauen und Desinformation in der Bevölkerung. In der Provinz Ituri hatten Demonstranten in der vergangenen Woche Behandlungszelte in Brand gesetzt, nachdem es Streit um die sichere Bestattung eines mutmaßlichen Ebola-Toten gegeben hatte.
Das Virus hat sich bereits über die Landesgrenzen hinaus ausgebreitet. Im Nachbarland Uganda stieg die Zahl der nachgewiesenen Fälle am Wochenende auf fünf. Auch internationale Helfer sind betroffen: Ein im Kongo tätiger US-Bürger, der sich mit dem Virus infiziert hat, wird derzeit in der Berliner Charité behandelt. Er muss der Klinik zufolge jedoch nicht intensivmedizinisch versorgt werden.
Johanna Grewer

Zahl der Ebola-Toten steigt auf über 200 

Bei dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Nach Angaben der kongolesischen Regierung wurden seit Beginn des Ausbruchs 867 Verdachtsfälle gemeldet, von denen 204 Erkrankte verstorben sind. Das sind mehr als 100 Infektionen und gut 30 Todesfälle mehr als noch am Vortag.
Im Labor bestätigt wurden bislang 91 Infektionen, darunter 10 mit tödlichem Verlauf. Im Nachbarland Uganda sind bislang fünf weitere bestätigte Fälle bekannt, die mit dem Ausbruch im Ostkongo in Zusammenhang stehen. Zahlen zu Verdachtsfällen veröffentlicht das Land nicht. 
Johanna Werning

Gesundheitsbehörden: Ebola-Ausbruch bedoht zehn weitere afrikanische Länder 

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda droht sich nach Einschätzung der Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) auch zehn weitere Länder Zentralafrikas auszuweiten. Der Südsudan, Ruanda, Kenia, Tansania, Äthiopien, der Kongo, Burundi, Angola, die Zentralafrikanische Republik und Sambia seien gefährdet, sagte Africa-CDC-Präsident Jean Kaseya am Samstag.
Uganda meldete am Samstag drei weitere Ebola-Fälle, die Zahl der Infizierten in dem Land stieg damit auf fünf. Das Rote Kreuz meldete derweil den Tod von drei Freiwilligen in der Demokratischen Republik Kongo, die sich vermutlich Ende März während ihres Einsatzes in der Provinz Ituri – dem Epizentrum der Epidemie – mit dem Virus infiziert hatten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Gesundheitsgefahr für die Bewohner der Demokratischen Republik am Freitag wegen des Ebola-Ausbruchs auf die Stufe „sehr hoch“ heraufgesetzt. In dem Land stieg die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle laut WHO inzwischen auf rund 750, bei 177 Todesfällen wird das Virus als Ursache vermutet. Bestätigt sind bislang 82 Ebola-Ansteckungsfälle und sieben Ebola-Todesfälle in dem zentralafrikanischen Land.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. 
Johanna Werning

Neue Fälle in Uganda entdeckt

In der Demokratischen Republik Kongo gibt es nach WHO-Angaben fast 750 Verdachtsfälle und knapp 180 mutmaßliche Todesfälle. In dem Land wurden demnach 83 Infektionen mit dem Ebolavirus, darunter 9 Todesfälle, im Labor bestätigt.
Erstmals seit vergangener Woche meldete auch das Nachbarland Uganda drei neue bestätigte Infektionen mit dem Virus. Zwei von ihnen, ein Fahrer und eine Krankenschwester, waren vorige Woche mit dem ersten bekannten Fall in dem Land in Kontakt gekommen, wie das ugandische Gesundheitsministerium mitteilte. Damit zählt Uganda nun fünf bestätigte Fälle. Zahlen zu Verdachtsfällen veröffentlicht das Land nicht. 

Johanna Werning

Ebola-Ausbruch begann wohl früher 

Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo hat möglicherweise früher begonnen als bisher angenommen. Drei freiwillige Rotkreuz-Helfer hätten sich wahrscheinlich schon am 27. März infiziert, als sie mit Toten in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo in Kontakt kamen, teilte die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf mit. Sie seien in einer anderen humanitären Angelegenheit im Einsatz gewesen, bevor bekannt wurde, dass das Ebolavirus grassiert. Sie starben den Angaben zufolge am 5., 15. und 16. Mai. 

Am 17. Mai erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits mehr als 240 bekannte mutmaßliche Infektionen. 

Experten gehen davon aus, dass der Ausbruch über Wochen unentdeckt blieb. Häufungen von ungeklärten Todesfällen wurden bereits vorher untersucht. Da es sich bei dem aktuellen Ausbruch aber um den seltenen Bundibugyo-Typ des Ebolavirus handelt, wurde der Erreger mit herkömmlichen Tests zunächst nicht bestätigt. 
Johanna Grewer

Unter den ersten Ebola-Opfern waren drei Rotkreuz-Helfer 

Zu den ersten Todesopfern des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo gehören drei freiwillige Rotkreuz-Helfer. Das berichtet die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf. 
Man gehe davon aus, dass die drei sich schon am 27. März infiziert hätten, als sie sich um Leichen kümmerten, teilte die Föderation mit. "Sie gehören zu den ersten bekannten Opfern des Ausbruchs." Sie seien in einer anderen humanitären Angelegenheit im Einsatz gewesen, bevor bekannt war, dass das Ebolavirus grassiert. Sie starben den Angaben zufolge am 5., 15. und 16. Mai. 
Johanna Grewer

Fast 750 Ebola-Verdachtsfälle in der Demokratischen Republik Kongo 

In der Demokratischen Republik Kongo gibt es nach WHO-Angaben fast 750 Verdachtsfälle und knapp 180 mutmaßliche Todesfälle. In dem Land wurden demnach 83 Infektionen mit dem Ebolavirus, darunter 9 Todesfälle, im Labor bestätigt. Die WHO geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch wochenlang unbemerkt blieb und nicht alle Fälle gemeldet werden. 
Johanna Grewer

Drei weitere Ebola-Fälle in Uganda 

Nach dem schweren Ebola-Ausbruch im Ostkongo meldet das Nachbarland Uganda drei neue bestätigte Infektionen mit dem lebensbedrohlichen Virus. Zwei von ihnen, bei einem Fahrer und einer Krankenschwester, waren vorige Woche mit dem ersten bekannten Fall in dem Land in Kontakt gekommen, wie das ugandische Gesundheitsministerium mitteilte.
Beim dritten Fall handele es sich um eine Frau aus der Demokratischen Republik Kongo, die mit einem Flugzeug in die ugandische Hauptstadt Kampala gereist war. Sie wurde dort mit Bauchbeschwerden behandelt und sei dann zurückgereist. Eine Probe von ihr sei inzwischen positiv auf Ebola getestet worden, hieß es. Alle Kontaktpersonen seien inzwischen identifiziert und würden überwacht und mit Blick auf ihre Kontakte nachverfolgt.
Damit zählt Uganda nun fünf bestätigte Fälle. Zahlen zu Verdachtsfällen veröffentlicht das Land nicht. 
Johanna Grewer

WM-Team der DR Kongo soll sich isolieren 

Die Fußball-Nationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo soll sich vor der Weltmeisterschaft in den USA 21 Tage lang isolieren. Andernfalls würde das Team die Einreise riskieren, wie Andrew Giuliani, Leiter der Task Force des Weißen Hauses für die WM, beim Fernsehsender ESPN sagte. Bislang plant das Team, sein Quartier ab dem 11. Juni in Houston aufzuschlagen.
Die USA hätten dem Weltverband FIFA sowie der kongolesischen Nationalmannschaft und Regierung unmissverständlich mitgeteilt, dass das Team in Belgien eine abgeschottete Umgebung einhalten müsse, so Giuliani. Dort trainiert das Team derzeit und bestreitet zwei Vorbereitungsspiele.
Er betonte, die USA nähmen die Gesundheit und Sicherheit der Weltmeisterschaft äußerst ernst: "Wir möchten sicherstellen, dass auf diesem Wege nichts in unsere Nähe oder in die Nähe unserer Grenzen gelangt."
Thorsten Berger

 WHO stuft Gesundheitsgefahr im Kongo durch Ebola als "sehr hoch" ein

 Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Bedrohung der öffentlichen Gesundheit in der Demokratischen Republik Kongo wegen des Ebola-Ausbruchs auf die Stufe "sehr hoch" heraufgestuft. In der Region um das zentralafrikanische Land sei die Gefahr für die Gesundheit weiterhin hoch, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag. Weltweit werde die Bedrohung nach wie vor als niedrig eingestuft.
In der Demokratischen Republik Kongo stieg die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle laut Tedros auf 750, 177 Menschen starben. Das Virus breite sich in dem Land weiterhin rasch aus, sagte der WHO-Chef. Die WHO hatte wegen der Epidemie am vergangenen Wochenende eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen - ihre zweithöchste Alarmstufe.
Ein bei seiner Arbeit im Kongo mit dem Ebolavirus infizierter Arzt aus den USA wird seit Mittwoch in der Berliner Charité behandelt. Nach Angaben des Krankenhauses hat er deutliche Krankheitssymptome, ist aber "nicht kritisch krank". Auch seine Frau und die vier Kinder des Paares befinden sich auf der Sonderisolierstation der Klinik. 

 
Linda Görgen

Eskalation im Ebola-Gebiet! Wütender Mob stürmt Krankenhaus und zündet Isolierzelte an 


Dramatische Szenen im Osten der Demokratischen Republik Kongo: Nach dem Tod eines jungen Mannes, der mutmaßlich an Ebola gestorben sein soll, haben aufgebrachte Angehörige und Anwohner ein Krankenhaus in der Provinz Ituri angegriffen. Laut Augenzeugen wurden Steine geworfen und Isolierzelte in Brand gesetzt. Die Polizei feuerte Warnschüsse ab, um die Menge auseinanderzutreiben. 

Hintergrund der Eskalation: Die Familie wollte den Leichnam des Mannes für die Beerdigung mitnehmen. Behörden verhinderten das jedoch aus Angst vor weiteren Ansteckungen. Ebola-Opfer gelten auch nach ihrem Tod als hochinfektiös. 
Nach Angaben lokaler Politiker glauben viele Menschen in der Region nicht an das Virus. Einige halten Ebola für eine Erfindung von NGOs und Krankenhäusern. Bei den Unruhen wurde mindestens ein Mitarbeiter verletzt. Die WHO spricht inzwischen von mehr als 130 Todesfällen und rund 600 Verdachtsfällen im Kongo. 

Ebola ist eine sehr tödliche Krankheit – das sind die Symptome

Ebola verläuft oftmals tödlich. Bei den Epidemien der vergangenen Jahre waren zwischen 25 und 90 Prozent der Erkrankten an der Virusinfektion gestorben. Ebola-Kranke leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie an inneren Blutungen und schließlich Organversagen. Die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.

Trotz Fortschritten bei Impfstoffen und Behandlungsmethoden hat das hochansteckende hämorrhagische Fieber in Afrika in den vergangenen 50 Jahren schätzungsweise 15.000 Menschen das Leben gekostet.

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Ebola-Ausbruch: Schon über 250 Menschen sind tot!

In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen zuletzt offiziellen Angaben zufolge auf über 1.000 gestiegen. 254 Menschen kamen zudem bisher durch das Virus ums Leben, wie das nationale Gesundheitsinstitut am Montag (22. Juni) mitteilte. Die Sterblichkeitsrate des Virus liegt damit bei rund 25 Prozent. Fast alle Infektionen und Todesfälle traten in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes auf, die Schauplatz bewaffneter Konflikte ist.

Insgesamt sind drei Provinzen von der Epidemie betroffen: Ituri sowie die benachbarten Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu. Die Bemühungen zur Eindämmung der Epidemie - darunter die Isolierung von Infizierten und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen – gestaltet sich nach wie vor schwierig.

Zu Beginn der Epidemie waren die örtlichen Krankenhäuser schnell überlastet. Die anschließend mit Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und mehrerer NGOs eingerichteten Ebola-Behandlungszentren sind zu 80 Prozent ausgelastet.

Das Virus hat sich auch auf das Nachbarland Uganda ausgebreitet, wo die Weltgesundheitsorganisation 20 Infektionen und zwei Todesfälle verzeichnet hat. Kampala hatte Anfang dieses Monats erklärt, die Lage sei „unter Kontrolle”.

Bundibogyo-Variante erstmals 2007 nachgewiesen

Der jetzige Ausbruch war erstmals am 15. Mai gemeldet worden; er ist die 17. Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo. Zuletzt war die Virus-Krankheit in dem Land im vergangenen August ausgebrochen, 34 Menschen starben.

Die seltene Bundibogyo-Variante war erstmals 2007 nachgewiesen worden. Eine Impfung existiert bisher nur für den 1976 entdeckten Zaire-Stamm des Ebola-Virus, der eine wesentlich höhere Sterberate von 60 bis 90 Prozent hat.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, dpa, Reuters, AFP