Weil sie unter extremer Schlafstörung leidet Frau ersticht Ehemann auf Campingausflug – ins Gefängnis muss sie aber nicht

Sie waren 26 Jahre lang verheiratet!
Im September 2023 brechen Ilknur und Serdar Caliskan zu einem Campingausflug auf. Im Naturpark Mount Disappointment State Forest in der Nähe von Melbourne schlägt das Ehepaar das Lager auf. Doch dann wird die Frau mitten in der Nacht blutüberströmt wach – Serdar liegt neben ihr und rührt sich nicht mehr.
Ehefrau soll unter schwerer Schlafstörung leiden
Sofort steigt Ilknur ins Auto und fährt in den nächsten Ort, um Hilfe zu holen, wie mehrere australische Medien berichten. Doch als die Rettungskräfte bei ihrem Mann ankommen, ist es längst zu spät. Der 50-Jährige ist tot. Er wurde erstochen.
Weil Ilknur aus Sicht der Polizei die einzige ist, die ihrem Mann das mitten in der Wildnis angetan haben kann, wird die Frau festgenommen. Gegen sie wird wegen Mordes ermittelt. Aber was ist im Zelt wirklich passiert?
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Ein Gericht im australischen Bundesstaat Victoria hat die Mordanklage gegen die heute 47-Jährige im Februar 2025 fallen gelassen. Die Richter gehen zwar davon aus, dass die Frau zwar ihren Mann erstochen hat, schuldig ist sie aber wohl trotzdem nicht, weil sie an einer extremen Form der Schlafstörung leiden soll.

Angeklagte wird neben ihrem erstochenen Ehemann wach
Das Gericht ist überzeugt, dass Ilknur wegen ihrer Parasomnie im Schlaf ihren Ehemann angriff. Sie muss im Schlaf aus dem Zelt auf dem Autodach gestiegen, eine Leiter heruntergeklettert und zu einem Campingtisch gelaufen sein, um ein dort liegendes Messer zu nehmen. Damit ging sie dann auf den 50-Jährigen los.
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Die Frau ist Schlafwandlerin und hatte offenbar keine Kontrolle über ihren Körper, während sie auf ihren Mann einstach. Dass das vorkommen kann, bestätigt auch Markus Specht, psychologischer Psychotherapeut und Leiter des Schlafzentrums der DKD Wiesbaden im RTL-Interview. Menschen, die schlafwandeln, seien zu komplexen Bewegungsabläufen fähig, erklärt er. Erinnern könne sich der Betroffene hinterher nicht mehr.
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Familie des Ehemanns hat Zweifel an Schlafwandler-Theorie
Für die Familie des getöteten Serdar ist es allerdings ein harter Schlag. Sie können nicht nachvollziehen, dass nach dem Tod des 50-Jährigen niemand zur Verantwortung gezogen wird, wie sie im 9news-Interview berichten. Sie seien seit seinem Tod durch die „Hölle“ gegangen, erklärten seine Mutter und seine Geschwister dem Sender. „Sie haben die Familie im Stich gelassen“, werfen die Angehörigen den Behörden vor. In der ganzen Zeit, in der das Paar verheiratet war, sei niemals darüber gesprochen worden, dass Ilknur Schlafwandlerin ist. Sie machen sich nun Sorgen um die Kinder des Paares, die mit der Mutter in einem Haus leben.
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Ilknurs eigene Familie stand trotz der Mordanklage aber immer hinter ihr, berichtet der australische Sender ABC. Die 47-Jährige soll vor der Tat im Naturpark noch nie gewalttätig gewesen oder überhaupt im dem Gesetz in Konflikt geraten sein Auch ein Schlafexperte soll die Frau getestet haben. Das alles überzeugte das Gericht, dass sich eine Mordabsicht nicht zweifelsfrei beweisen ließ. Sie kommt darum straffrei davon. (jgr)
































