Durchbruch in der Augenmedizin Neue Augentropfen statt Lesebrille: Diese Behandlung soll bis zu zehn Stunden für klare Sicht sorgen

Damit Augentropfen ihre volle Wirkung erzielen können, gibt es bei der Anwendung einiges zu beachten.
Damit Augentropfen ihre volle Wirkung erzielen können, gibt es bei der Anwendung einiges zu beachten.
Franziska Gabbert/dpa-tmn
von Martina Lewinski

Lesebrille ständig verlegt? Diese neuen Augentropfen könnten das Problem schon bald überflüssig machen.
In den USA wurde mit VIZZ erstmals eine Behandlung zugelassen, die altersbedingte Sehschwäche gezielt verbessert – und das mit nur einer Anwendung pro Tag und Wirkung über mehrere Stunden.

So funktionieren die neuen Tropfen

Mit zunehmendem Alter verliert die Augenlinse an Flexibilität – Nahsehen wird schwieriger. Genau hier setzt VIZZ an, allerdings auf eine andere Weise als bisherige Methoden.

Die Tropfen verengen gezielt die Pupille. Dadurch wird Streulicht reduziert und die Tiefenschärfe erhöht. Das Ergebnis: Texte auf dem Smartphone, Bücher oder Speisekarten erscheinen deutlich schärfer.

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Wirkung setzt schnell ein

Laut klinischen Studien zeigen sich die Effekte überraschend schnell. Rund 71 Prozent der Anwender berichten bereits innerhalb von 30 Minuten nach der Anwendung von einer spürbaren Verbesserung ihrer Nahsicht. Bei vielen hält die Wirkung bis zu zehn Stunden an – also praktisch über den gesamten Tag. Eine einmalige Anwendung täglich könnte damit ausreichen, um im Alltag ohne Lesebrille auszukommen.

Der altersbedingte Verlust der Nahanpassungsfähigkeit des Auges – auch Presbyopie oder Alterssichtigkeit genannt – betrifft nahezu jeden Menschen ab etwa 45 Jahren. Allein in den USA leiden mehr als 128 Millionen Menschen unter dieser Form der Sehschwäche. Auch in Deutschland sind Millionen Menschen von Alterssichtigkeit betroffen.

Bislang waren Lesebrillen, Gleitsichtbrillen oder Kontaktlinsen die einzige Lösung – oft verbunden mit ständigem Wechseln oder Mitführen mehrerer Sehhilfen.

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Bekannter Wirkstoff, neu eingesetzt

Der in VIZZ enthaltene Wirkstoff Aceclidin ist in der Augenheilkunde bereits bekannt. Neu ist jedoch die gezielte Anwendung auf die Iris, statt auf die Linse.

Ein entscheidender Vorteil: Die Fernsicht bleibt unbeeinträchtigt – ein Problem, das bei anderen Behandlungen häufig auftritt.

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Nebenwirkungen und Einschränkungen

Schwere Nebenwirkungen wurden in den Studien nicht beobachtet. Zu den häufigsten Reaktionen zählen lediglich leichte Augenreizungen, vorübergehende Rötungen sowie ein kurzzeitig gedimmtes Sehempfinden – Beschwerden, die in der Regel schnell wieder abklingen.

Dennoch weisen Experten darauf hin, dass Lesebrillen nicht in jeder Situation vollständig ersetzt werden können – insbesondere bei sehr kleiner Schrift oder ungünstigen Lichtverhältnissen bleiben sie weiterhin sinnvoll. Augenärzte sehen in der neuen Behandlung jedoch großes Potenzial.

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Angesichts einer zunehmend alternden Bevölkerung dürfte der Bedarf an einfachen, nicht-invasiven Therapien weiter wachsen. Für viele Betroffene könnte ein täglicher Tropfen daher genau das sein, worauf sie lange gewartet haben: klare Sicht – ganz ohne Lesebrille.

Verwendete Quellen: Dailymail, Gesundheitsinformation