Wie der Touristenboom die Insel spaltetSind wir auf Mallorca noch willkommen?
Urlaubsinsel im Ausnahmezustand!
Schon in der Vorsaison sind Flieger, Busse und Strände überfüllt. Gleichzeitig können sich viele Einheimische die Mieten auf Mallorca nicht mehr leisten. Proteste gegen den Tourismus werden immer lauter. Sind wir auf der Insel überhaupt noch willkommen? Im Video gehen wir auf Spurensuche.
Wohnwagen statt Wohnung
Aktivist Pere Joan Femenia setzt sich mit dem Verein „Weniger Tourismus - mehr Leben” für die Menschen ein, die „verdrängt” wurden. Er zeigt uns einen Platz in einem Vorort von Palma. Hier stehen rund 150 Wohnwagen, 80 davon sind dauerhaft bewohnt. Auch Sara Ruiz lebt hier. Sie ist Mutter eines sechs Jahre alten Sohnes. Die 27-Jährige arbeitet als Teilzeitkraft in einer Bäckerei in der Hauptstadt Palma. Eine bezahlbare Wohnung? Aussichtslos! „Ich sehe mich gezwungen, unter diesen Bedingungen zu wohnen, weil die einzige Alternative wäre unter der Brücke zu leben”, sagt die junge Mutter. Wie Sara Ruiz geht es vielen hier auf der Insel. Insgesamt sollen rund 90.000 Wohnungen fehlen. In der Not besetzen Einheimische auch leer stehende und verfallende Gebäude wie ein altes Gefängnis.
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Marcel Remus: „Preise auf Mallorca werden definitiv nach oben gehen”
Der Frust der Einheimischen richtet sich dabei nicht gegen einzelne Urlauber. Sondern gegen die Entwicklung auf der Insel. Wohlhabende Ausländer kaufen Häuser und Wohnungen auf Mallorca und vermieten sie teuer an Feriengäste. Viele Unterkünfte landen auf Plattformen wie Airbnb – teilweise legal, teilweise illegal. Auch Luxus-Makler Marcel Remus kennt das Problem. Der 39-Jährige prognostiziert sogar: „Die Preise auf Mallorca werden definitiv nach oben gehen.“ Dass normale Familien kaum noch Wohnraum finden, sei aber nicht akzeptabel. Die Politik müsse dringend handeln.
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Touristen bleiben willkommen – aber nicht grenzenlos
Bei den Dreharbeiten hören wir immer wieder denselben Satz: Niemand wolle den Tourismus abschaffen. Mallorca könne ohne Urlauber kaum überleben. Allein internationale Gäste gaben vergangenes Jahr mehr als 23 Milliarden Euro auf den Balearen aus. Viele Einheimische wünschen sich aber klare Grenzen. Mehr Regeln. Weniger Massentourismus. Und Lösungen für die Wohnungsnot. Denn eins scheint festzustehen: Willkommen sind Urlauber auf Mallorca noch immer. Doch viele Mallorquiner fühlen sich inzwischen aber vom Tourismus erdrückt.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche

































