Vorbeugung von KnochenschwundKann Cola Osteoporose fördern? Was eure Knochen wirklich schwächt – und stärkt!

Bei Osteoporose verlieren die Knochen an Dichte und Stabilität. Dadurch werden sie poröser und können leichter brechen.
Bei Osteoporose verlieren die Knochen an Dichte und Stabilität. Dadurch werden sie poröser und können leichter brechen.
IMAGO/YAY Images

Unsere Knochen werden schwächer – und wir merken oft nichts davon!
Millionen Menschen in Deutschland leiden an Osteoporose. Die tückische Krankheit schwächt unsere Knochen oft über Jahre hinweg – und bleibt dabei lange unentdeckt. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Wir können selbst einiges tun, um dem Knochenschwund vorzubeugen! Welche Gewohnheiten unseren Knochen schaden können und warum sogar Cola unter Verdacht steht.

Cola und Osteoporose: Kann das Getränk unseren Knochen schaden?

Ein Glas Cola zum Essen oder zwischendurch – kann das tatsächlich unseren Knochen schaden? Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2006 liefert zumindest Hinweise darauf. Für die sogenannte Framingham-Osteoporose-Studie untersuchten Forschende die Knochendichte von insgesamt 2.538 Männern und Frauen.

Das Ergebnis: Bei Frauen, die täglich Cola tranken, war die Knochendichte am Oberschenkelhals durchschnittlich 3,7 Prozent niedriger als bei Frauen, die seltener als einmal im Monat Cola konsumierten. Bei Männern zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.

Und es ist nicht die einzige Studie, die die Frage aufwirft: Forschende aus Südkorea untersuchten für eine 2020 im Journal of Nutritional Science veröffentlichte Studie die Daten von 2.499 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 25 Jahren. Das Überraschende: Diesmal zeigte sich der Zusammenhang bei Männern! Ihre Knochendichte war am Oberschenkelknochen und Oberschenkelhals jeweils rund fünf Prozent niedriger als bei Nichtkonsumenten.

Doch bedeutet das jetzt, dass Cola tatsächlich Osteoporose auslösen kann? Ganz so einfach ist es nicht! Wie der Knochenspezialist Peter Nawroth von der Universität Heidelberg laut stern erklärt, lässt sich aus solchen Beobachtungsstudien eben nicht ableiten, dass Cola tatsächlich für die geringere Knochendichte verantwortlich ist.

RTL+ Streaming Tipp

Dennoch wird Cola im Kontext der Knochengesundheit kritisch beäugt: Das geht unter anderem auf die in dem Softdrink enthaltene Phosphorsäure zurück. Diese soll laut Annahme der Framingham-Forschenden die Aufnahme von Kalzium beeinträchtigen und so langfristig die Knochen schwächen – nachweisen konnten die Wissenschaftler das allerdings nicht.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erklärt, dass mögliche negative Auswirkungen einer hohen Phosphorzufuhr auf den Knochenstoffwechsel diskutiert werden, insbesondere bei gleichzeitig geringer Kalziumaufnahme. Die wissenschaftliche Datenlage dazu ist jedoch nicht ausreichend.

Wie die IOF erklärt, gibt es also bislang „keine gesicherten Beweise” für eine knochenschädigende Wirkung von Cola. Dennoch empfiehlt sie einen maßvollen Konsum, weil Softdrinks insbesondere bei Kindern und Jugendlichen nährstoffreiche Getränke wie Milch verdrängen können.

Lese-Tipp: Zu welchem Arzttermin sollte ich wie oft und ab welchem Alter?

Osteoporose: Diese Risikofaktoren können unseren Knochen schaden

Während bei Cola also noch Fragen offen sind, gibt es andere Faktoren, die das Osteoporose-Risiko nachweislich erhöhen können – und manche davon begegnen uns jeden Tag! Wie die International Osteoporosis Foundation (IOF) erklärt, zählen vor allem folgende Gewohnheiten und Lebensumstände zu den Risikofaktoren:

  • Rauchen: Wer raucht, hat laut IOF ein fast doppelt so hohes Risiko für Hüftfrakturen wie Nichtraucher.

  • Übermäßiger Alkoholkonsum: Mehr als zwei alkoholische Getränke täglich erhöhen das Risiko für Knochenbrüche.

  • Bewegungsmangel: Wer sich zu wenig bewegt, verliert Muskel- und Knochenmasse.

  • Ungesunde Ernährung: Eine unzureichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D kann die Knochen schwächen.

  • Untergewicht: Auch ein zu niedriges Körpergewicht mit einem BMI unter 19 gilt als Risikofaktor.

Und es gibt Einflüsse, gegen die wir wenig ausrichten können: Mit zunehmendem Alter steigt das Osteoporose-Risiko. Besonders gefährdet sind Frauen nach den Wechseljahren, da der sinkende Östrogenspiegel den Knochenabbau beschleunigt. Auch eine familiäre Vorbelastung oder bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Video-Tipp: Knochen-Mythen im Check! Was hilft wirklich bei Osteoporose

Osteoporose vorbeugen: Mit diesen Tipps bleiben eure Knochen stark

Die gute Nachricht: Ihr könnt selbst einiges tun, um eure Knochen möglichst lange stark und gesund zu halten! Und damit solltet ihr am besten schon früh anfangen. Denn wie die Charité Berlin erklärt, erreichen wir ungefähr mit 30 Jahren unsere maximale Knochendichte. Doch auch danach ist es nicht zu spät, etwas für die Knochengesundheit zu tun.

Die International Osteoporosis Foundation (IOF) empfiehlt dafür folgende Maßnahmen:

  • Kalziumreich essen: Kalzium ist einer der wichtigsten Bausteine unserer Knochen! Schließlich befinden sich nach IOF-Angaben rund 99 Prozent des körpereigenen Kalziums in unserem Skelett. Besonders gute Lieferanten sind Milchprodukte wie Käse und Joghurt, aber auch Brokkoli, Grünkohl, Mandeln und kalziumreicher Tofu. Die IOF nennt für Erwachsene zwischen 19 und 50 Jahren einen Richtwert von 1000 Milligramm Kalzium täglich.

  • Vitamin D nicht vergessen: Unser Körper bildet das wichtige Vitamin mithilfe von Sonnenlicht selbst. Auch Lebensmittel wie fetter Fisch, Eier und Pilze können zur Versorgung beitragen.

  • Auf ausreichend Eiweiß achten: Nicht nur Kalzium und Vitamin D sind wichtig! Die IOF betont, dass auch Eiweiß eine entscheidende Rolle für die Knochengesundheit spielt. Es hilft, Knochen und Muskeln aufzubauen und zu erhalten. Gute Eiweißlieferanten sind beispielsweise Fisch, Eier, Milchprodukte, Linsen, Bohnen, Tofu und Nüsse.

  • Regelmäßig bewegen:  Wer rastet, der rostet – das gilt auch für unsere Knochen! Regelmäßige Bewegung und Sport ist daher essenziell für starke Knochen. Besonders empfehlenswert sind laut IOF „gewichtsbelastende oder stoßintensive Übungen”. Dazu gehören unter anderem Tanzen, Laufen, Springen, Treppensteigen.

  • Gesundes Körpergewicht halten: Auch starkes Untergewicht kann unseren Knochen schaden. Die IOF nennt einen Body-Mass-Index (BMI) unter 19 als wichtigen Risikofaktor. Ein gesundes Körpergewicht ist deshalb ebenfalls Teil der Vorbeugung.

  • Auf Zigaretten verzichten und Alkohol begrenzen: Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche erhöhen.

Starke Knochen brauchen Kalzium! Besonders Milchprodukte, Brokkoli, Grünkohl und Mandeln liefern den wichtigen Mineralstoff.
Starke Knochen brauchen Kalzium! Besonders Milchprodukte, Brokkoli, Grünkohl und Mandeln liefern den wichtigen Mineralstoff.
IMAGO/Zoonar

Und braucht ihr zusätzlich Kalzium- oder Vitamin-D-Präparate? Nicht unbedingt! Wie das Gesundheitsportal gesund.bund.de erklärt, bringen solche Nahrungsergänzungsmittel den meisten Menschen keinen nachgewiesenen Nutzen zur Vorbeugung von Knochenbrüchen.

Im Gegenteil: Sie können sogar das Risiko für Nierensteine erhöhen. Bei bestimmten Risikogruppen oder einer unzureichenden Versorgung können Präparate allerdings sinnvoll sein. Ob ihr sie benötigt, solltet ihr deshalb ärztlich abklären lassen.

Video-Tipp: Diese sechs Lebensmittel stärken eure Knochen!

Osteoporose bleibt oft jahrelang unbemerkt – auf diese Anzeichen müsst ihr achten!

Doch was passiert bei Osteoporose eigentlich in unserem Körper? Bei der auch als Knochenschwund bekannten Erkrankung verlieren die Knochen zunehmend an Masse und Dichte. Dadurch werden sie instabiler und können leichter brechen – manchmal schon bei einem harmlosen Sturz. Wie die Charité Berlin erklärt, sind in Deutschland schätzungsweise sechs bis acht Millionen Menschen von Osteoporose betroffen.

Lese-Tipp: Doc Fleck: Osteoporose? Dieses äußere Anzeichen ist eindeutig

Das Tückische: Die Erkrankung entwickelt sich oft schleichend und bleibt lange unbemerkt! Laut dem Bundesverband für Osteoporose (BfO) werden in Deutschland nur etwa 20 Prozent der Betroffenen rechtzeitig und richtig diagnostiziert. Häufig fällt der Knochenschwund erst auf, wenn bereits ein Knochen gebrochen ist.

Osteoporose bleibt oft lange unbemerkt. Anhaltende Knochenschmerzen können ein Warnzeichen sein.
Osteoporose bleibt oft lange unbemerkt. Anhaltende Knochenschmerzen können ein Warnzeichen sein.
IMAGO/YAY Images

Doch es gibt einige Warnzeichen, auf die ihr achten solltet. Der Bundesverband für Osteoporose nennt unter anderem:

  • Knochenbrüche: Schon harmlose Stürze können zu Brüchen führen. Manchmal brechen Knochen sogar ohne erkennbaren Anlass.

  • Verlust an Körpergröße: Wer im Laufe der Zeit deutlich kleiner wird, sollte aufmerksam werden.

  • Rundrücken: Eine zunehmend gekrümmte Haltung kann auf Veränderungen an der Wirbelsäule hindeuten.

  • Starke Rückenschmerzen: Besonders lang anhaltende Schmerzen, die die Beweglichkeit einschränken, können ein Warnsignal sein.

  • Knochenschmerzen: Auch sie können auf eine Erkrankung der Knochen hinweisen.

Wichtig: Diese Beschwerden müssen nicht zwangsläufig auf Osteoporose hindeuten! Wer solche Veränderungen bemerkt, sollte sie aber ärztlich abklären lassen. Denn je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich (weitere) Knochenbrüche verhindern.

Und nicht vergessen: Auch wer noch keine Beschwerden hat, kann seine Knochengesundheit im Blick behalten! Denn je früher ihr mit der Osteoporose-Vorsorge beginnt, desto besser könnt ihr eure Knochen für die Zukunft stärken.

Verwendete Quellen: International Osteoporosis Foundation (IOF), Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V., gesund.bund.de, Charité Berlin, stern, Health Harvard, DGE, Kim und Yoo (2020), Framingham-Osteoporose-Studie (2006)