Wissenschaftler finden neuen ZusammenhangSchützen Ozempic & Co. auch vor Krebs?

Semaglutid: Forscher entdecken weitere krasse Wirkung der Abnehmspritze bei Alkoholikern.
Forscher entdecken weitere krasse Wirkung der Abnehmspritze.
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Die Wirkung ist größer als erwartet!
Sie gelten bereits als Wundermittel gegen überschüssige Kilos und Diabetes. Doch nun sorgt eine neue wissenschaftliche Erkenntnis für Schlagzeilen: Die sogenannten GLP-1-Medikamente könnten das Risiko für zahlreiche Krebsarten drastisch senken.

Abnehmspritzen können mehr als nur Gewichtsverlust

Bisher kannte man Wirkstoffe wie Semaglutid oder Tirzepatid vor allem als „Abnehmspritzen“, die den Markt im Sturm erobert haben. Doch eine auf der renommierten Konferenz der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellte Datenanalyse deutet darauf hin, dass die Medikamente noch viel mehr können: Sie scheinen das Krebsrisiko deutlich zu reduzieren und sogar das Fortschreiten von Tumoren zu verlangsamen.

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Beeindruckende Zahlen: Bis zu 30 Prozent weniger Brustkrebs

Eine Studie mit über 10.000 Patienten zeigte, dass GLP-1-Präparate das Risiko bei sechs von sieben untersuchten Krebsarten senkten – darunter Brust-, Leber-, Darm- und Lungenkrebs. Besonders beeindruckend: Frauen im Alter zwischen 45 und 80 Jahren, welche die Medikamente einnahmen, hatten ein um 30 Prozent geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Auch bei Patienten, die bereits an Lungenkrebs erkrankt waren, gab es einen Hoffnungsschimmer: Während bei Patienten ohne GLP-1-Therapie die Krankheit in 22,3 Prozent der Fälle in ein schweres Stadium IV überging, war dies bei den Nutzern der Spritze nur bei zehn Prozent der Fall.

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Sinkendes Krebsrisiko durch Gewichtsverlust? Laut Experten steckt mehr dahinter

Bisher gingen Experten davon aus, dass das sinkende Krebsrisiko lediglich eine Folge des Gewichtsverlusts ist, da Übergewicht als bekannter Treiber für etwa ein Dutzend Krebsarten gilt. Doch die Forscher glauben nun, dass mehr dahintersteckt.

  • Entzündungshemmung: Die Medikamente scheinen Entzündungen im Körper zu hemmen, die das Tumorwachstum fördern können.

  • Immunsystem: Wissenschaftler untersuchen derzeit, ob die Wirkstoffe das Immunsystem so beeinflussen, dass es Krebszellen effektiver bekämpfen kann.

Laut der Radiologin Elizabeth McDonald reicht der Gewichtsverlust allein nicht aus, um das Ausmaß der schützenden Effekte zu erklären. „Die Wirkung ist größer, als wir es durch reinen Gewichtsverlust oder einen gesunden Lebensstil erwartet hätten“, so die Expertin.

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Experten warnen: Noch kein finales „Heilmittel“

Trotz der euphorischen Daten mahnen Mediziner zur Vorsicht. Bei den aktuellen Ergebnissen handelt es sich um Beobachtungsstudien. Das bedeutet: Es gibt einen statistischen Zusammenhang, aber noch keinen endgültigen Beweis, dass die Spritze direkt die Heilung bewirkt. Faktoren wie Ernährung, Bewegung oder andere Vorerkrankungen der Patienten wurden in den bisherigen Datenbankanalysen noch nicht vollständig berücksichtigt.

Wie geht es jetzt weiter? Die Forschung steht erst am Anfang. Neue Studien sind bereits angelaufen, um genau zu verstehen, wie die Medikamente auf Krebsmarker und Immunzellen reagieren. Aber: In Zukunft könnten GLP-1-Präparate also nicht nur im Kampf gegen die Waage, sondern auch als mächtige Waffe in der Krebsvorsorge und -therapie eingesetzt werden. (lgo/vho)

Verwendete Quelle: American Society of Clinical Oncology (ASCO)