Schnitzel-SchockDas dürfte Österreich gar nicht schmecken! Wiener Schnitzel hat deutsche Wurzeln

Jetzt geht’s ans Eingebröselte: Ist das Wiener Schnitzel eigentlich deutsch?
Das Wiener Schnitzel ist der kulinarische Stolz unserer Nachbarn – doch ausgerechnet eine österreichische Forscherin stößt auf Spuren, die nach Deutschland führen. Und die reichen mehrere Hundert Jahre zurück.
Wiener Schnitzel: Forscherin findet entscheidende Spuren in Deutschland
Goldbraune Panade, dünnes Fleisch und dazu vielleicht noch Kartoffelsalat: Beim Wiener Schnitzel ist eigentlich schon der Name eine ziemlich klare Ansage. Doch bei der Geschichte des Klassikers könnte Deutschland ein gewichtiges Wörtchen mitzureden haben.
Die österreichische Kulinarikhistorikerin Sabine Flöcklmüller hat alte Kochbücher, Rezepte und Archivunterlagen untersucht. Dabei stieß sie laut OE24 auf Belege dafür, dass wichtige Vorläufer des Wiener Schnitzels nördlich der Alpen schon lange bekannt waren, bevor der Klassiker in Wien berühmt wurde.
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Schon 1691 wurde in Nürnberg paniert
Besonders spannend ist ein mehr als 300 Jahre altes Kochbuch. Im „Vollständigen Nürnbergischen Kochbuch“ von 1691 werden laut dem Bericht bereits Geflügel und Fisch beschrieben, die mit Semmelbröseln und Mehl umhüllt und anschließend in Schmalz ausgebacken wurden. Ein Wiener Schnitzel war das natürlich noch nicht. Doch das Prinzip, Lebensmittel mit einer Bröselhülle zu versehen und anschließend in Fett auszubacken, war damit schon im heutigen Deutschland dokumentiert.
Noch deutlicher wird der Unterschied in einem Kochlexikon von 1785: Darin werden sogenannte Karbonaden beschrieben. Während diese Kotelette in deutschen Rezepten mit Butter und Semmelbröseln zubereitet wurden, kamen die österreichischen Varianten demnach ohne Panade auf den Tisch.
Bayerische Köchin soll Urform des Wiener Schnitzels aufgeschrieben haben
Dann wird es für Schnitzel-Fans richtig interessant: Die Urform des heutigen Wiener Schnitzels führt Flöcklmüller laut OE24 auf die bayerische Köchin Anna Maria Neudecker zurück. Sie arbeitete in den böhmischen Kurorten Karlsbad und Franzensbad und hielt 1831 ein entsprechendes Rezept schriftlich fest.
Der Name, den heute wohl jeder kennt, ließ dagegen noch auf sich warten: Erst 1886 soll die Bezeichnung „Wiener Schnitzel“ erstmals in einem Wiener Kochbuch aufgetaucht sein.
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Bleibt das Wiener Schnitzel jetzt überhaupt noch österreichisch?
Ganz so einfach lässt sich den Österreichern ihr Nationalgericht dann doch nicht vom Teller klauen. Die historischen Spuren sprechen laut Flöcklmüller zwar dafür, dass Fleisch mit Bröselpanade zuerst in deutschen Rezepten dokumentiert wurde. Seine weltweite Bekanntheit und die bis heute berühmte Zubereitung verdankt das Wiener Schnitzel aber der Wiener Gasthauskultur.
Deutschland hat also offenbar kräftig an der Panade mitgerührt. Zum kulinarischen Wahrzeichen gemacht haben das Schnitzel am Ende trotzdem die Österreicher.
Verwendete Quellen: OE24

































