Fast doppelt so viele wie Männer Durchbruch in der Demenz-Forschung? Experten finden Erklärungsansatz für betroffene Frauen

Ein Arzt schaut sich ein MRT-Bild an.
Das Gehirn der Frau ändert sich während der Wechseljahre – und das ziemlich ähnlich, wie bei Alzheimer-Erkrankungen. (Symbolbild)
iStock: Liudmila Chernetska

Sind die Hormone Schuld?
Eine neue Studie aus Großbritannien liefert einen neuen Zusammenhang zwischen dem Körper der Frau und der deutlich höheren Zahl weiblicher Demenz-Erkrankter im Vergleich zu Männern. Was das für die weitere Forschung bedeutet.

Hormone verändern das Gehirn der Frau

Ab 50 bis Mitte 50 tritt sie bei Frauen in der Regel ein: die Menopause. Auch als Wechseljahre bekannt, ändert sich in der Zeit der Hormonhaushalt der Frauen, und die Fruchtbarkeit endet. Neue Studienergebnisse der Cambridge University zeigen nun – auch Veränderung im Gehirn gehen mit der Menopause einher, die denen bei Alzheimer ähneln.

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Frauen langfristig anfälliger?

Gezeigt haben dies Untersuchungen von rund 125.000 Frauen in ihren Wechseljahren, von denen 11.000 eine MRT-Gehirnuntersuchung hatten. Forscher machten bei diesen Scans die Entdeckung, dass bei einigen Teilnehmerinnen schon ein erster Verlust der sogenannten grauen Substanz zu erkennen war, ein essenzieller Bestandteil für die Verarbeitung und Vermittlung von Reizen im Gehirn.

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Barbara Sahakian, Professorin an der Universität Cambridge„ erklärt in der Studie: „Das sind genau jene Hirnareale, die häufig früh von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind.” Die Schlussfolgerung daraus: die Wechseljahre machen Frauen möglicherweise langfristig anfälliger für Demenz. Was diese Erkenntnis nun genau bedeutet, ist noch unklar. Barbara Sahakian sagt klar: „Das erklärt zwar nicht alles, aber es könnte helfen zu verstehen, warum wir fast doppelt so viele Demenzfälle bei Frauen als bei Männern sehen.”

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Abbau wohl nicht aufzuhalten

Inwiefern dieser Abbau von grauen Hirnzellen aufzuhalten ist, war ebenfalls im Fokus der Untersuchungen. Dabei zeigte sich, dass selbst eine Hormonersatztherapie (HRT) die Veränderung der Hinrstruktur nicht aufhalten kann und der Abbau der grauen Substanz wohl unvermeidbar ist. Welchen negativen Einfluss Hormonersatztherapie auf die Psyche hingegen sogar haben, geht auch aus den Untersuchungen hervor. So sollen Frauen, die eine solche Therapie erhalten haben, öfter unter emotionalen Beschwerden gelitten. (ela)

Verwendete Quellen: Cambridge University Press, Tag 24