Forscher streben nach mehr SicherheitFußgänger im Fokus - Wissenschaftler aus Köln und Jülich analysieren Verhalten von Menschen

von Patricia Brinkmann

Auf Großveranstaltungen wie Konzerten oder beim Karneval kann es für Menschen schon mal eng werden. Für die meisten ist das kein schönes Gefühl. Jeder verhält sich in so einer Situation anders. Wie genau, das wollen Forscher in Köln mit Experimenten herausfinden.

Forschen für die Sicherheit

Vier Tage machten die Deutsche Sporthochschule Köln und das Forschungszentrum Jülich gemeinsame Sache. Das Ziel der Experimente: Evakuierungs- und Sicherheitskonzepte bei Großveranstaltungen zu verbessern. Außerdem sollen die Ergebnisse zum Beispiel bei der Planung von Verkehrsinfrastrukturen helfen. Maik Boltes vom Forschungszentrum Jülich erklärt: „Bei Bahnhöfen kennt man das, dass es richtig voll werden kann. Ansonsten auch Großveranstaltungen, Festivals, in Stadien. Überall dort, wo Leute größere Menschenmengen zusammenkommen. Dort sind die Forschungsergebnisse von Interesse.“

Probanden unter Beobachtung

Das Projekt läuft unter dem Titel „Lost in crowds“ - also „Verloren in Menschenmengen“. Rund ums Drängeln hat das Forschungszentrum Jülich schon mal experimentiert, wie 2021 in Düsseldorf. 1.500 Menschen haben mitgemacht. Simuliert wurde der Aufenthalt auf einem Bahnsteig oder das Ein- und Aussteigen an Zugtüren. Zum ersten Mal liegt der Fokus jetzt darauf, wie Alter und körperliche Leistungsfähigkeit das Reaktionsvermögen, Gleichgewicht und die Bewegungsstabilität beeinflussen. Kameras an der Decke filmen das Geschehen. Einige Teilnehmer tragen 3D-Bewegungssensoren und Technik zur Messung der Herzfrequenz.