„Haben mich lebenslang beschädigt”Dramatischer Ärzte-Fehler! Frau (30) wird wegen falscher Krebsdiagnose gesunde Gebärmutter entnommen

Operationssaal
Erst Wochen nach der OP erfährt die Patientin, dass es ein großes Versehen gab. (Symbolbild)
deutsche presse agentur

Wie konnte das passieren?!
Einer jungen Frau aus Österreich werden bei einer OP im vergangenen Sommer die Gebärmutter und ein Eierstock entfernt, nachdem sie die Diagnose Krebs erhalten hatte. Wochen später stellt sich raus: alles ein Versehen! Die Frau ist gar nicht krebskrank und die folgenschwere OP wäre gar nicht nötig gewesen.

Fehlgeburt löst schwerwiegende Fehlerkette aus

Krebskrank, keine Möglichkeit mehr Kinder zu bekommen und ein dauerhaft veränderter Hormonhaushalt: Mit dieser harten Realität konfrontieren die Ärzte des Uniklinikums Linz eine junge Österreicherin im Juli 20205 nach einem Routineeingriff. Die fast 30-jährige Frau war kurz zuvor aufgrund einer Fehlgeburt mit stark anhaltenden Blutungen in ärztliche Behandlung gekommen, worauf hin eine Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut erfolgte. Ein simpler Eingriff, der für die junge Frau aber alles verändert.

Video-Tipp: Horror-Befund durch KI? Falsche Diagnose kostet Alex den Job

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Patientin denkt, bald zu sterben

Wenige Wochen später erhält die Frau einen Anruf aus der Klinik. Bei der standardmäßig entnommenen Gewebeprobe sei ein hochaggressiver Tumor festgestellt worden, sie habe Krebs. Die Ärzte empfehlen ihr, sich möglichst schnell einer OP zu unterziehen, auch für eine zweite Meinung sei keine Zeit. Tage später liegt die Frau auf dem OP-Tisch und ihr werden die gesamte Gebärmutter, beide Eileiter und ein Eierstock entfernt. Nach der Fehlgeburt ein weiterer Schicksalsschlag, der die Frau schwer mitnimmt, wie sie der Kronen Zeitung sagt: „Ich bin monatelang jeden Morgen aufgewacht und jeden Abend schlafen gegangen – mit der Angst, bald zu sterben”.

Hiobsbotschaft kommt Wochen später

Eine Zeit der Ungewissheit mit Angstzuständen und Schlaflosigkeit beginnt für die junge Österreicherin. Besprechungen über den genauen Befund und Therapiemöglichkeiten bleiben zunächst aus, bis zum 16. September. Ganze sechs Woche nach der OP überbringen ihr die Ärzte die unfassbare Nachricht: Sie ist nicht krank, und war es auch nie!

Streaming Tipp
Team Wallraff - Reporter undercover
Jetzt auf RTL+ streamen

Klinikum „bedauert den Vorfall”

„Ich dachte, mich trifft der Schlag“, sagt die Frau der Kronen Zeitung. „Du gehst hin und vertraust diesen Personen. Und sie kommunizieren das, als würde es um ein Stück Brot gehen.“ Die Erklärung: bei der Auswertung ihrer Gewebeprobe im Labor wurde offenbar ihre Probe mit der eines anderen Patienten vermischt und somit kontaminiert. Die Klink bestätigt die Geschehnisse und „bedauert den Vorfall”, heißt es in einer Stellungnahme.

Lese-Tipp: Verpfuschte Beauty-OP – Gina-Lisa (39) wurde „nicht mal von einem Arzt operiert”

Da die Entfernung der Gebärmutter zum Zeitpunkt der OP wegen der Annahme einer lebensbedrohlichen Erkrankung nachvollziehbar und auch geboten war, liege laut Uniklinik Linz kein rechtlich oder medizinisches Fehlverhalten vor. Für die junge Frau ist es trotz dessen ein Fehler, der alles verändert hat, wie sie der Kronen Zeitung sagt: „Sie haben mich lebenslang beschädigt, und niemand übernimmt Verantwortung.” (ela)

Verwendete Quellen: Kronen Zeitung, t-online.de