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Zwickau: Altenpflegerin tötet eigene Großmutter - um zu vertuschen, dass sie Konto leergeräumt hatte?

Sarah S. (32) wegen Mordes vor Gericht

Zwickau: Altenpflegerin tötet eigene Großmutter - um zu vertuschen, dass sie Konto leergeräumt hatte?

Altenpflegerin soll eigene Oma getötet haben Mord im Pflegeheim

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Sarah S. ging nach ihrer Tat selbst zur Polizei. „Ich glaube, ich habe gerade meine Oma umgebracht“, soll die Altenpflegerin aus Zwickau auf der Polizeiwache gesagt haben, wie eine Beamtin beim Prozessauftakt gegen die 32-Jährige aussagte. Sie erzählte, dass ein Streit eskaliert sei und sie nur wollte, dass die alte Frau endlich Ruhe gebe. Doch die Ermittlungen bringen eine ganz andere Version der Ereignisse ans Licht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Sarah S. erst das Konto der 81-Jährigen leer räumte und sie dann heimtückisch ermordete.

Polizei Zwickau glaubte zuerst nicht an Mord: Sarah S. blieb auf freiem Fuß

So richtig glauben konnte das zuerst niemand. „Sie war immer lieb und freundlich“, erinnert sich Kollegin Laura Schmidt. Im Video oben erzählt sie, wie sie Sarah S. kannte und welchen Eindruck die Angeklagte vor Gericht auf sie gemacht hat. Auch die Polizei traute der Altenpflegerin, die unter Tränen ihr Geständnis ablegte, zuerst offenbar keinen Mord zu. Ermittelt wurde anfangs nur wegen Körperverletzung mit fahrlässiger Todesfolge. Die Tatverdächtige blieb sogar auf freiem Fuß, obwohl sie das Leben ihrer Großmutter auf dem Gewissen hatte.

Doch dann brachten die Ermittlungen immer weitere Details ans Licht, die Zweifel aufkommen ließen, ob die Altenpflegerin nicht doch in voller Absicht gehandelt haben könnte. Die Enkelin soll vor der Tat auf eigene Faust etwa 13.000 Euro vom Konto der 81-Jährigen abgehoben haben. Die Seniorin war nach einem Krankenhausaufenthalt gerade zur Kurzzeitpflege in dem Altenheim untergebracht, in dem auch die 32-Jährige arbeitete. Offenbar hatte sie der Enkelin ihre EC-Karte übergeben, hatte sie aber gebeten, ihr die Karte zusammen mit den Kontoauszügen am Tag der Tat zurückzugeben. Dabei wären die fehlenden Geldbeträge wohl aufgefallen. Doch dazu kam es nicht mehr.

Großmutter erlitt mehrere Rippenbrüche und starb durch massive Gewalt

Vor ihrer Schicht am 12. September 2021 soll Sarah S. dann ins Zimmer ihrer Großmutter gegangen sein. Dort versuchte sie offenbar zunächst, die noch schlafende Frau mit einem Kissen zu ersticken. Doch das Opfer begann sich zu wehren und stürzte aus dem Bett. Im Todeskampf brach sich die Rentnerin mehrere Rippen und starb letztendlich durch massive Gewalteinwirkung auf den Hals. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Enkelin mit der Tat vertuschen wollte, dass sie sich am Geld der Rentnerin bedient hatte.

„Sie war eine liebe ältere Dame, die noch ganz klar im Kopf war“, erinnerte sich eine Pflegerin vor Gericht. Sie habe ein gutes Verhältnis zu ihrer Enkelin gehabt, gut von ihr gesprochen und ihr ab und zu Geld zugesteckt. „Sie hat nie etwas Schlechtes über sie gesagt“, berichtete auch die Schwester der Toten. Nur wenn es um Geld gehe, müsse sie aufpassen, habe sie ihr gesagt.

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Wollte die Altenpflegerin vertuschen, dass sie das Geld genommen hatte?

Offenbar war das Geld am Ende Anreiz genug, die wehrlose Großmutter in ihrem Pflegebett umzubringen. Weil die Staatsanwaltschaft inzwischen Heimtücke und Verdeckung einer Straftat als Mordmerkmale für die Tat annimmt, sitzt die 32-Jährige in Untersuchungshaft. Vor Gericht schwieg sie zu den schweren Vorwürfen gegen sie und vermied Augenkontakt mit den Zuschauern im Gerichtssaal, wie RTL-Reporter Frank Vacik beobachtete. Ein Urteil in dem Verfahren ist für Mitte Juli geplant. (jgr, mit dpa)