Prozess gegen Kronprinzen-Sohn„Er hat große Angst” – Marius Borg Høiby sagt erstmals im Vergewaltigungsprozess aus

Jetzt spricht er vor Gericht.
Im Vergewaltigungsprozess gegen Marius Borg Høiby sagt der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit am Mittwoch (4. Februar) erstmals ausführlich aus. Die Vorwürfe wiegen schwer, der Druck ist enorm. Dem 29-Jährigen drohen bis zu 16 Jahre Haft.
Verteidigerin: „Er hat große Angst vor der ganzen Situation”
Am ersten Verhandlungstag Am Dienstag (3. Februar) wirkt Marius Borg Høiby angespannt und in sich gekehrt. Beobachter beschreiben ihn als sehr nervös. Seine Verteidigerin Ellen Holager Andenæs bestätigt den enormen Druck. „Er hat große Angst vor der ganzen Situation”, sagt sie nach dem ersten Prozesstag. Auch die massive öffentliche Aufmerksamkeit setze ihm stark zu.
Ein mutmaßliches Opfer sagt bereits aus. Der Vorwurf: Høiby soll sie im Schlaf an den Geschlechtsteilen berührt und dabei gefilmt haben.
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Neue Festnahme kurz vor Prozessbeginn
Kurz vor Start des Prozesses nehmen Polizeikräfte den 29-Jährigen erneut fest. Am Sonntagabend (1. Februar) soll er mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Deswegen kommt er für vier Wochen in Untersuchungshaft. Seine Anwältin sagt dazu: „Das ist für den Fall natürlich in keiner Weise glücklich.”
Norwegische Medien berichten zudem, dass Høiby nach dem Vorfall im Krankenhaus behandelt wird. Dort soll ihn auch die Kronprinzenfamilie besucht haben. Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit bleiben dem Prozess fern und wollen ohn nicht kommentieren.
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Angeklagt in 38 Punkten: vier Mal Vergewaltigung
Vor dem Gericht in Oslo steht der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin wegen insgesamt 38 Anklagepunkten. Darunter: vier Vergewaltigungen, in einem Fall mit Geschlechtsverkehr. Außerdem soll er Frauen heimlich gefilmt sowie mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt haben.

Zum Prozessauftakt weist Høiby die schwersten Vorwürfe zurück. Auf die Frage, ob er sich wegen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch schuldig bekenne, antwortet er lediglich leise: „Nein.” Andere Delikte – darunter Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogenmissbrauch und Verkehrsverstöße – räumt er teilweise ein. Der Prozess soll bis Mitte März dauern. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 16 Jahre Gefängnis. (nha)
Verwendete Quellen: AFP, dpa


