"Tag des jüngsten Gerichts wird kommen"

Präsident Selenskyj fühlt sich von anderen Ländern im Stich gelassen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj meldet sich in einer Videobotschaft.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj meldet sich in einer Videobotschaft.
Screenchot Telegram

Erneut wandte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Videobotschaft an sein Volk und richtete sich in einer rund sechsminütigen Rede direkt an die russische Regierung: „Wir werden das Feuer auf unbewaffnete Menschen nicht verzeihen. Nicht heute, nicht morgen, niemals. Statt Vergebung wird der Tag des jüngsten Gerichts kommen“, sagt er. Darüber hinaus kritisiert er auch Regierungschefs anderer Länder, weil Reaktionen auf Russlands Handeln seiner Meinung nach ausblieben.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen rund um den Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit im Liveticker

Russland könnte Gräueltaten ankündigen, weil niemand reagiert

Selenskyj hat das Ausbleiben von internationalen Reaktionen auf die Androhung Moskaus, nun auch Gebäude der Waffenindustrie seines Landes anzugreifen, kritisiert. "Denken Sie an das Gefühl der Straffreiheit der Invasoren", sagt Selenskyj in der Videobotschaft und richtet seine Worte an Staats- und Regierungschefs sowie Politiker anderer Länder. Russland könne seine "geplanten Gräueltaten" ankündigen, weil es keine Reaktion gebe.

Moskau hatte am Sonntag erklärt, künftig auch ukrainische Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes angreifen zu wollen. Dies sei "Teil der Aufgabe, die Ukraine zu entmilitarisieren".

dpatopbilder - 06.03.2022, Ukraine, Irpin: Ein Mann trägt eine Frau, als sie auf der Flucht aus der Stadt Irpin einen improvisierten Weg zwischen Trümmern überqueren. Foto: Oleksandr Ratushniak/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die humanitäre Lage in acht ukrainischen Regionen sei derart katastrophal, dass hunderttausende Menschen evakuiert werden müssen.
EL lvb, dpa, Oleksandr Ratushniak

Hundertausende können nicht evakuiert werden

Anhaltende Kämpfe haben den zweiten Tag in Folge die Evakuierung von 200.000 Menschen aus der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol verhindert. In Irpin, einer Stadt etwa 25 km nordwestlich der Hauptstadt Kiew, waren Männer, Frauen und Kinder, die versuchten, den schweren Kämpfen in der Gegend zu entkommen.

Seit dem Einmarsch Moskaus am 24. Februar sind in der Ukraine 364 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter mehr als 20 Kinder, wie die Vereinten Nationen am Sonntag mitteilten, und Hunderte weitere wurden verletzt. (kmü/dpa/reuters)

Unsere Reporter vor Ort, Interviews und Analysen - in unserer Videoplaylist

Playlist: 30 Videos

So können Sie den Menschen in der Ukraine helfen

Helfen Sie Familien in der Ukraine! Der RTL-Spendenmarathon garantiert: Jeder Cent kommt an Alle Infos und Spendenmöglichkeiten hier!