Nach spektakulärer Rettungsaktion

Frankreich: Verirrter Belugawal aus Seine ist tot - Tier musste eingeschläfert werden

Kurz nach Seine-Rettung: Belugawal aus der Seine gestorben Überlebenschancen waren sehr gering
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Überlebenschancen waren sehr gering
Kurz nach Seine-Rettung: Belugawal aus der Seine gestorben

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Der Belugawal aus der Seine ist tot. Das Tier war in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in einer sechsstündigen Rettungsaktion aus dem Fluss gehoben worden. Die Atmung des Tiers habe sich während des Transports in ein Meerwasserbecken in der Normandie zusehend verschlechtert, teilte die Präfektur in Caen mit. Deswegen sei der Wal eingeschläfert worden, erklärte Amtstierärztin Ollivet Courtois.

Nach sechs Stunden: Belugawal aus Seine gehoben

Der Belugawal hatte sich am Dienstag vergangener Woche in die Seine verirrt. Seit Freitag saß das Tier in einer Schleuse in Saint-Pierre-La-Garenne – etwa 70 Kilometer vor Paris – fest. Damit war der Wal rund 130 Kilometer von der Seine-Mündung des Ärmelkanals entfernt. Das Problem: Normalerweise leben Belugawale in arktischen Gewässern und können im warmen Süßwasser nicht lange überleben.

Der erste Schritt der Rettung war in der Nacht getan. „Der Beluga ist nach sechs Stunden intensiver und außergewöhnlicher Teamarbeit endlich aus der Schleuse von La Garenne heraus“, so Dorliat-Pouzet von der Stadtverwaltung. „Wir mussten sehr vorsichtig vorgehen und uns langsam Schritt für Schritt bewegen“, erklärt sie weiter. Mehrere Tierärzte kümmerten sich daraufhin um das Tier.

Belugawal aus der Seine: Retter wollen ihn ins Meer bringen Sie hielten ihn eigentlich für zu geschwächt
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Sie hielten ihn eigentlich für zu geschwächt
Belugawal aus der Seine: Retter wollen ihn ins Meer bringen

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Nach Rettung aus Seine: Belugawal wird eingeschläfert

Doch die weitere Rettungsaktion endet tragisch. In einem nächsten Schritt sollte der Wal mit einem Lkw zu einem Meereswasserbecken transportiert werden. Doch dem Tier ging es zunehmend schlechter und er wurde eingeschläfert.

Eine erste Untersuchung bestätigte den schlechten Zustand des abgemagerten Wals. Veterinäre hielten seine Überlebenschancen deshalb für gering. Was nun mit dem Tier geschehen wird, ist noch offen. Weshalb der eigentlich in arktischen und subarktischen Gewässern beheimate Weißwal sich in die Seine verirrt hatte, ist nicht bekannt.

Belugawal ist tot: Schlechter Zustand zeichnete sich ab

Schon in den vergangenen Tagen hatten Tierschützer versucht, den abgemagerten und geschwächten Wal zu füttern – doch erfolglos. Der Appetitmangel hätte laut Experten auf eine Krankheit hindeuten können. Bei dem Tier handelte es sich um ein Männchen, „das sehr viel Gewicht verloren“ hatte, hieß es kurz nach der Rettung aus der Seine.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein großer Wal in den französischen Fluss verirrt hat: Im Mai verhungerte ein Orca nach wochenlanger Odyssee in der Seine. Im Juli wurde mutmaßlich ein Finnwal in der Flussmündung bei Le Havre gesichtet. (jaw, mit dpa)