Covid-Erkrankung kann sich auch langfristig aufs Gehirn auswirken

Studie: Neurologische Komplikationen bei 80 Prozent der Corona-Patienten

Etwa 80 Prozent der Menschen, die einen schweren Covid-19-Verlauf haben, tragen einen Hirnschaden davon. Das ist das Ergebnis einer US-Studie.
Etwa 80 Prozent der Menschen, die einen schweren Covid-19-Verlauf haben, tragen einen Hirnschaden davon. Das ist das Ergebnis einer US-Studie.
© picture-alliance/ dpa/dpaweb, Jan-Peter Kasper

13. Mai 2021 - 13:13 Uhr

Forscher der University of Pittsburgh führten die Studie durch

Etwa 80 Prozent der Menschen, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden müssen, tragen einen Hirnschaden davon. Zu dem Ergebnis kommen Forscher der University of Pittsburgh in einer jetzt veröffentlichten Studie. Zu den neurologischen Schäden gehören häufig Kopfschmerzen, Geruchs- und Geschmacksverlust, aber auch Enzephalopathie oder Hirnfunktionsstörungen, Schlaganfall und Koma können auftreten.

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Rund 80 Prozent der Patienten hatten neurologische Probleme

Die Forscher haben die Daten von 3.744 Patienten aus 13 Ländern ausgewertet, die mit einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus waren. Im Durchschnitt waren die Patienten 60 Jahre alt.

4 von 10 Patienten haben Kopfschmerzen beklagt, und ungefähr ein Viertel hat von einem Verlust des Geruchs- oder Geschmacksinnes berichtet. Ärzte konnten zudem bei der Hälfte der Corona-Patienten Enzephalopathie feststellen – zum Beispiel in Form von Gedächtnisverlust oder Koordinationsproblemen. 17 Prozent der Patienten waren im Koma und 6 Prozent hatten einen Schlaganfall.

Patienten mit neurologischen Komplikationen haben der Studie zufolge auch ein sechsmal höheres Risiko zu sterben als Patienten ohne diese Komplikationen. Neurologische Vorerkrankungen wie Migräne und Demenz können zukünftige Komplikationen nach einem schweren Covid-19-Verlauf begünstigen.

Studien-Autorin: "Wir bekämpfen noch immer einen unbekannten, unsichtbaren Feind.

"Sehr früh in der Pandemie wurde klar, dass viele Menschen, die einen schweren Verlauf hatten und im Krankenhaus behandelt werden müssen, neurologische Komplikationen entwickeln", sagt Studienautorin Dr. Sherry Chou in einem Statement. "Ein Jahr später bekämpfen wir noch immer einen unbekannten, unsichtbaren Feind. Wir brauchen Informationen. Wir müssen so viel wie möglich über die neurologischen Auswirkungen von Covid-19 herausfinden – bei aktiv Erkrankten und bei Überlebenden."

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