Opfer starben an qualvollen Sexpraktiken

Rendsburger Frauenmörder muss lebenslang in Haft

Timo M. soll zwei Frauen brutal ermordet haben. Jetzt ist das Urteil gefallen.
Timo M. soll zwei Frauen brutal ermordet haben. Jetzt ist das Urteil gefallen.
© deutsche presse agentur

16. September 2021 - 16:33 Uhr

Doppelmörder bekommt höchste Strafe

Sie sollen ihre Füße nicht waschen und getragene Socken von anderen mitbringen. Am Ende sterben zwei Frauen an qualvollen Sex-Praktiken und mit über den Kopf gestülpten Plastiktüten. Am Donnerstag wurde ein 41-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt mit anschließender Sicherungsverwahrung. Das Kieler Landgericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest.

Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebes

Laut Anklage tötete der Mann zunächst im August 2018 eine 26-Jährige aus Geesthacht und im September 2020 eine 40-Jährige aus Rendsburg "zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, aus Habgier und heimtückisch". Timo M. soll die Opfer misshandelt, mit Nylons gefesselt und mit einer Plastiktüte über dem Kopf umgebracht haben. Beide Frauen arbeiteten als Prostituierte.

Laut Gutachten gefährlich für die Allgemeinheit

Staatsanwaltschaft und Nebenkläger forderten die höchstmögliche Strafe: Lebenslange Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie anschließende Sicherungsverwahrung. Damit könnte der Angeklagte nie mehr freikommen. Der Mann ist nach dem Gutachten einer Psychiaterin voll schuldfähig und gefährlich für die Allgemeinheit. Der Verteidiger beantragte eine zeitlich befristete Haft - das hieße maximal 15 Jahre und die Unterbringung in der Psychiatrie. Ein Strafmaß nannte er nicht.

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Er wollte der Gebieter sein

Der 41-Jährige hatte im Prozess geschwiegen. Gegenüber der Gutachterin bestritt er die Taten, er sei kein Mörder, berichtete die Fachärztin im öffentlichen Teil ihres Gutachtens. Sie stellte demnach aber eine Vielzahl von Widersprüchen fest.

Welche Sexvorlieben der Mann hat, zeigen die Chat-Protokolle mit einer Prostituierten, die der Richter im Prozess vorlas.

Seine Opfer: Zwei Prostituierte

Die Leiche der 26-Jährigen aus Geesthacht, die von Angehörigen als vermisst gemeldet worden war, wurde durch eine Polizeipanne erst zwei Jahre später nach dem zweiten Mord gefunden - auf dem Dachboden des Angeklagten. Das zweite Opfer, eine 40-Jährige, wurde tot in ihrer Wohnung entdeckt, der Mann wurde als ihr letzter Freier ermittelt. (nid)