Familie des Opfers will in Revision gehen

Urteil in Frankenthal: Mörder von 17-jähriger Zoe muss zehn Jahre in Haft

Das sagt Zoes Familie zum Urteil Sie wollen in Revision gehhen
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Sie wollen in Revision gehhen
Das sagt Zoes Familie zum Urteil

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Wegen Mordes und Vergewaltigung der 17-jährigen Zoe sowie sexuellen Missbrauchs von Kindern ist Lukas V. in Frankenthal (Pfalz) zur höchstmöglichen Strafe von zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil löst bei der Familie des Mordopfers gemischte Gefühle aus, wie sie RTL-Reporterin Romy Schiemann berichten. „Jetzt müssen wir ihm nicht mehr gegenübersitzen. Aber für unsere Familie ändert sich nichts. Sie ist einfach nicht mehr da“, sagt Zoes Schwester Vivien um Fassung ringend.

Vater: "Zoes Mörder ist eine tickende Zeitbombe"

Zorn
Zoes Vater Rainer Heil mit seiner Tochter Vivien

Das Verbrechen löst im März 2020 bundesweit Entsetzen aus. Ein Anwohner entdeckt Zoe leblos am Willersinnweiher in Ludwigshafen entdeckt. Sie kommt ins Krankenhaus, wird wiederbelebt. Vivien Zorn erinnert sich: "Sie sah so schlimm aus, wir haben sie nicht wiedererkannt, die Augen waren total geschwollen, die gingen nicht mehr zu. Schläuche, Maschinen, die Blätter überall noch in den Haaren."

Einen Tag später stirbt Zoe an ihren schweren Verletzungen. Über die Handydaten kommt die Polizei Lukas V. auf die Spur. Nach fast zwei Jahren Prozess wird er nach Jugendstrafrecht verurteilt, weil er zum Tatzeitpunkt minderjährig war.

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Gericht: Mordmerkmal "Befriedigung des Geschlechtstriebs" gegeben

Für das Landgericht steht fest, dass, dass der damals 17-jährige Lukas V. im März 2020 das Mädchen an einem Weiher in Ludwigshafen gewürgt habe, „um den Geschlechtsverkehr vollziehen zu können“, so eine Justizsprecherin. Damit sei das Mordmerkmal der „Befriedigung des Geschlechtstriebs“ gegeben. Der Angeklagte habe den Tod des Mädchens zumindest billigend in Kauf genommen. Das Urteil der Jugendkammer ist noch nicht rechtskräftig.

Zoes Familie will in Revision gehen. Vater Rainer Heil sagt: „Es ist nicht erwiesen, dass er eine Therapie bekommt.“ Für ihn ist Lukas V. „eine tickende Zeitbombe".

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Täter missbrauchte zwei 14-jährige Mädchen

Mutter
Zoes Schwester Vivien und Mutter Andrea Zorn auf dem Weg zur Urteilsverkündung

Der Mord an Zoe ist nicht die einzige Tat, für die Lukas V. verurteilt wird. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte mit zwei damals unter 14-jährigen Mädchen sexuell verkehrte. Das erfüllt den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Eine Vergewaltigung konnte in diesen Fällen nicht nachgewiesen werden.

Die von der Staatsanwaltschaft beantragte Anordnung des Vorbehalts der Sicherungsverwahrung sprach die Kammer nicht aus. Sie sehe die erforderliche hohe Rückfallwahrscheinlichkeit bei dem bislang nicht vorbestraften Angeklagten nicht als gegeben an, hieß es. Wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten waren Prozess und Urteilsverkündung nicht öffentlich. (dpa; rtl; uvo)