Boykott-Aufrufe gegen Reiseveranstalter im Netz

Urlaub nur noch für Geimpfte: So begründet Alltours seinen Plan!

20. Februar 2021 - 9:10 Uhr

Reiseveranstalter Alltours nimmt nur geimpfte Urlauber

Urlaub mit "Alltours" – künftig nur noch mit Corona-Impfung! Pool nur noch gegen einen vorherigen Piks! Im Video erklärt der deutsche Reiseveranstalter, warum er vermutlich ab Oktober nur noch Geimpfte in seine 35 eigenen Clubhotels lässt.

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Ab Herbst soll Corona-Impfung für Urlaub notwendig sein

"Wir möchten unseren Gästen den bestmöglichsten Schutz bieten", sagt Sprecher Thomas Daubenbüchel im RTL-Interview. "Wir haben bereits im letzten Sommer ein sehr ausgefeiltes Hygiene- und Sicherheitskonzept in unseren Hotels angewendet, auch sehr erfolgreich", erklärt er weiter. "Das ist jetzt eine Fortführung dieses Sicherheitskonzeptes, eben erweitert um den Nachweis einer Corona-Impfung."

Es gehe darum, "den Gästen den besten Schutz zu bieten, damit sie auch einen erholsamen Urlaub genießen können", so Daubenbüchel. Aus diesem Grund sollen auch alle Mitarbeiter geimpft werden. Bereits jetzt würden alle Angestellten, die in engem Kundenkontakt stehen, täglich auf Corona gestestet, sagt er im Gespräch mit RTL-Reiseexprte Ralf Benkö.

Alltours wird im Netz für seinen Plan kritisiert

Bei Twitter melden sich einige User und drohen Alltours mit Boykott wegen der Impf-Pläne. Der Reiseveranstalter verteidigt sich und erntet im Netz neben Kritik auch Lob: "Danke Alltours. Urlaub ohne Coronaleugner. Sehr schön!!", schreibt ein anderer Nutzer auf Twitter.

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Alltours: Forderung nach Impfnachweis vertretbar

Daubenbüchel weiß, dass Alltours mit dem Vorstoß ein "Vorreiter" in der Branche ist. Wie andere Unternehmen damit umgehen werden, könne er nicht sagen. Er kündigte an, dass man dies allerdings vom Impffortschritt abhängig machen werde.

"Wir sehen, dass die Impfungen Fahrt aufnehmen", sagt er. Bis spätestens zum vierten Quartal werde allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden können, schätzt der Sprecher. "Deshalb glauben wir, dass es vertretbar ist, einen Impfnachweis zu fordern."

Ethikrat: „Daraus ergibt sich keine Impfpflicht durch die Hintertür"

Der Deutsche Ethikrat hält es für falsch, die Corona-Einschränkungen für Geimpfte früher zu beenden. Der Rat betont allerdings, es müsse zwischen staatlichen Maßnahmen und Vorgaben von Unternehmen unterschieden werden.

Private Anbieter hätten grundsätzlich Vertragsfreiheit. Wenn es um die "gleichberechtigte Teilhabe am Leben" gehe, sollte es jedoch aus Sicht des Rates keine Ungleichbehandlung geben. Wenn aber beispielsweise nach einer generellen Wiedereröffnung von Konzerthallen ein Veranstalter entscheiden sollte, nur Geimpften den Zugang zu erlauben, so wäre dies durchaus möglich. "Daraus ergibt sich aber keine Impfpflicht durch die Hintertür", betonte die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx, Anfang Februar. Schließlich wäre es etwa denkbar dann Tests als Alternative anzubieten.