Krieg im Nahen Osten und die FolgenFliegen bald unbezahlbar? Ungewisse Entwicklung für Reisende

Können wir uns bald keine Fernreise mehr leisten?
Wegen des für hunderttausende Menschen verheerenden Kriegs im Nahen Osten steigen auch die Preise für Öl rasant, was teure Folgen für unseren Urlaub haben könnte. Airlines zahlen sehr viel mehr für Kerosin, müssen Umwege in Kauf nehmen, manche Drehkreuze sind komplett geschlossen. Wir erklären, warum die Preise für Flugtickets höchstwahrscheinlich kurzfristig steigen werden.
Hoher Kerosinpreis durch Nahost-Krieg
Verkehrsflugzeuge sind auf Kerosin als Treibstoff angewiesen; es wird aus Rohöl hergestellt. Ähnlich wie wir kopfschüttelnd an der Tankstelle die teuren Benzin- und Dieselpreise betrachten, geht es auch Airlines. Sie müssen nun erheblich mehr für den Flugzeug-Kraftstoff bezahlen.
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Schon als Ende Februar 2022 der Angriffskrieg auf die Ukraine begann und Rohstoffe deutlich im Preis anstiegen, erhoben viele Airlines einen zusätzlichen Treibstoffzuschlag. Das könnte Reisenden jetzt wieder drohen.
Airlines müssen Umwege fliegen
Flugzeuge fliegen auf geplanten Strecken. Es gibt genau definierte Flugrouten, die zwar größtenteils festgelegt sind, aber von einer meist „Operations” genannten Abteilung der Fluggesellschaft auch verändert und angepasst werden. Sind Lufträume und somit Flugrouten gesperrt, müssen alternative Strecken gefunden werden.
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Das trifft seit gut vier Jahren auf die Ukraine zu, aber jetzt auch auf den Irak, Bahrain, Kuwait und Katar. Die Lufträume dieser Länder sind dicht. Weder sind Starts und Landungen möglich, noch Überflüge. Wer in Richtung Südostasien unterwegs ist, muss Umwege, längere Flugzeiten, und sogar „Staus” in Kauf nehmen. Die Flugkorridore können wie bei einer Autobahn überfüllt sein und werden reguliert. Die Umwege führen zu einem höheren Kerosinverbrauch.

Drei wichtige Drehkreuze eingeschränkt oder sogar geschlossen
Passagiere nach Asien, Australien oder Ostafrika nutzen gerne die Flughäfen von Dubai, Doha oder Abu Dhabi zum Umsteigen. Diese Drehkreuze werden auch Hubs genannt. Die am Hub beheimateten Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad bieten die Tickets mit Umstieg oft wesentlich günstiger an als zum Beispiel nonstop von Frankfurt nach Singapur.
An allen drei Flughäfen ist gerade nur ein Minimalbetrieb möglich, wie auf den Webseiten nachzulesen ist. Flüge mit Umstieg werden so kaum durchführbar.
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Derzeit ist nicht abzuschätzen, wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickelt. Ist der Krieg schnell vorbei, erholen sich wahrscheinlich auch die Preise recht kurzfristig. Dauert er an, müssen sich Urlauber Gedanken machen.
Hinweis der Redaktion: Die Autorin dieses Artikels hat fast 25 Jahre bei einer großen deutschen Fluggesellschaft gearbeitet, davon mehr als 20 Jahre im Bereich Passenger Services.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Urlaubsguru, Doha Airport, Dubai Airport, Abu Dhabi Airport


