Carlo Masala im stern-Podcast „Ukraine – die Lage“

Militärexperte erwartet ukrainische Gegenoffensive im Frühsommer

 . 10/04/2022. Ukraine. Ukranian tanks and armour on the move across a pontoon bridge blown up by the retreating Russian Army PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY xi-Imagesx IIM-23300-0142
Die Ukraine könnte in den kommenden Monaten eine Gegenoffensive starten.
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Von Stefan Schmitz (stern)

Seit mehr als zwei Monaten führt Russland nun bereits Krieg in der Ukraine. Große Fortschritte konnten die russischen Truppen zuletzt kaum noch verbuchen, im Osten der Ukraine dringen die Invasoren jedoch langsam vor. Startet die Ukraine nun bald eine Gegenoffensive? Der Militärexperte Carlo Masala hält das für sehr gut möglich.

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Carlo Masala: Ukraine muss „irgendwann eine große Gegenoffensive fahren“

Der Militärexperte Carlo Masala rechnet ab dem kommenden Monat mit einer Offensive der ukrainischen Streitkräfte. Im stern-Podcast "Ukraine - die Lage" sagte Masala am Freitag, zur Zeit würden die russischen Einheiten langsam vordringen. „Das kann auf Dauer nicht für die Ukraine tolerabel sein“, sagte der Politikprofessor der Bundeswehruniversität München.

Die Ukraine müsse „irgendwann eine große Gegenoffensive fahren“ und Territorium zurückgewinnen. Nur so könne eine politische Lösung möglich werden. Denn das Zurückdrängen der Invasionstruppen sei „eine der Voraussetzungen, dass es überhaupt irgendwann Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts geben kann“.

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Der Politikwissenschaftler aus Köln, Carlo Masala.
Carlo Masala gab seine Einschätzung im stern-Podcast „Ukraine – die Lage“
Carlo Masala

„Bombardements behindern einiges, aber nicht generell den Fluss von Waffen in die Ukraine“

Die Aufgabe der Ukrainer sei nun „Ausbildung, Reorganisation und dann der Versuch, größere Gegenoffensiven mit westlichen Waffen durchzuführen“. Dazu brauche die Ukraine Zeit. Juni sei als Zeitpunkt für die Offensive somit „durchaus realistisch“.

Masala verwies darauf, dass immer schwerere Waffensysteme in die Ukraine geliefert würden. „Das ist die dritte Welle“, sagte er. Zunächst seien leichte Waffen in die Ukraine geschafft worden, dann alte Systeme sowjetischer Bauart, nun vermehrt moderne westliche Waffen.

Natürlich würden die Russen versuchen zu verhindern, dass dieses Gerät an die Front gelange – etwa indem sie Eisenbahnlinien bombardieren. Völlig verhindern könnten sie die Lieferungen aber nicht. „Bombardements behindern einiges, aber nicht generell den Fluss von Waffen in die Ukraine“, sagte er.

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