Tierheim-Mitarbeiter hoffen auf heftige Konsequenzen

Fake-Story um Findelkatze Monday: Angebliche Finderin steckte mit Besitzern unter einer Decke

Kaufland und Katze
Die völlig verwahrloste Katze wurde am 16. Januar 2023 angeblich in einem Parkhaus gefunden.
Collage/dpa/Tierheim Bergheim

von Svenja Hoffmann

Krasse Wendung im Fall der totgeweihten Findelkatze Monday, die am 16. Januar 2023 von einer Passantin angeblich in einem Parkhaus gefunden wurde. Wie sich nun herausstellte, war die ganze Findel-Story ein reiner Fake! Tatsächlich habe die angebliche Finderin mit den Besitzern unter einer Decke gesteckt, wie das Tierheim nun enthüllt.

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Passantin entdeckte Katze angeblich völlig verwahrlost in Parkhaus

Ursprünglich hatte es geheißen, eine Frau habe das verwahrloste Tier im Bergheimer Kaufland-Parkhaus gefunden – in einer Transportkiste unter einem Karton. Entsprechend hatte RTL auch berichtet. Die Passantin habe ein klägliches Miauen gehört, habe ihren Augen nicht getraut, als sie sah, in welch schlimmem Zustand das Tier unter dem Karton war. Das Tierheim schrieb in einer ersten Mitteilung auf Instagram: „So etwas Trauriges haben wir lange nicht erlebt.“ Und weiter: „Monday, wie wir sie getauft haben, war in einem unfassbaren Zustand: Sie war abgemagert (1,8 Kilogramm, inklusive Filzplatten), ihr Fell war ein einziger, nach Aschenbecher und Urin stinkender Filzknubbel. Ihr Kiefer war verschoben. Fressen konnte sie nicht mehr. So etwas Schlimmes haben wir selten gesehen.“

Leider konnte auch das Tierärzteteam Neuss Süd Monday nicht mehr helfen: „Man konnte sie leider nur noch erlösen. Die Arme hatte einen riesigen, wuchernden Kiefertumor – und das bestimmt nicht erst seit gestern. Wir sind absolut fassungslos, wie man sein Tier so lange bewusst leiden lassen und dann noch ‘wegwerfen’ kann“, schilderte das Tierheim.

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Krasse Wendung: "In Wahrheit steckte sie mit den Besitzern unter einer Decke"

Doch nun kam es zu einer unglaublichen Wendung im Fall „Monday“. Wie das Tierheim in einem erneuten Instagram-Post enthüllt, sei die gesamte Geschichte rund um den Katzenfund in einem Kaufland-Parkhaus von der angeblichen Finderin frei erfunden gewesen. „In Wahrheit steckte sie mit den Besitzern ‘unter einer Decke’ und hat das Tier ganz bewusst und in deren Auftrag todkrank bei uns abgegeben“, heißt es. Aus Angst vor Konsequenzen und aus Kostengründen sei man mit dem leidenden Tier nie zu einem Tierarzt gegangen. „Für Zigaretten schien aber immer genug Geld dagewesen zu sein, die Katze stank unglaublich nach Rauch.“

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Hinweisgeber entlarvt unglaubliche Fake-Story

Eine grausame Wahrheit, die letztlich jedoch nur durch einen Hinweisgeber aufgedeckt werden konnte, der dem Aufruf gefolgt war, sich mit Hinweisen bitte an das Tierheim zu wenden. Und tatsächlich sei genau diese Person die einzige gewesen, die dem Aufruf überhaupt gefolgt sei, berichtet Sylvia Hemmerling vom Tierheim Bergheim im RTL-Interview. Doch genau diese eine Person habe es gebraucht, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Wer dem Tierheim letztlich den entscheidenden Hinweis gegeben hat, bleibt allerdings unter Verschluss: „Das ist unser Kronzeuge, der bleibt anonym.“

Nachdem die Lügengeschichte aufgedeckt wurde, sei gegen die Besitzer sofort eine Anzeige beim Veterinäramt erstattet worden. Die Art und Weise und auch das Maß der Konsequenzen müssten nun von offizieller Stelle bewertet und festgelegt werden. „Ich hoffe, dass die Konsequenzen heftig ausfallen werden, denn was man der Katze angetan hat, kann man in Geld nicht aufwiegen“, sagt Sylvia Hemmerling. Weiter erklärt sie: „Was uns so ärgert ist, dass man uns zum Narren hält und uns eine Heldengeschichte auftischt.“ Man habe, nachdem die Katze in die Obhut des Tierheims gegeben wurde, sofort alle möglichen Maßnahmen in die Wege geleitet. Man hat das betroffene Parkhaus kontaktiert, wollte Überwachungskameras prüfen lassen. „Letztlich für nichts.“

Tiere leiden lassen ist keine Lösung: Hilfsangebote gibt es viele

Doch was können Menschen tun, die es sich beispielsweise nicht leisten können, einen Tierarzt aufzusuchen? „Es gibt überall Tierheime, in denen Tierschützer arbeiten, denen in erster Linie das Wohl des Tieres am Herzen liegt“, erklärt Hemmerling auf RTL-Nachfrage. Zwar könne man nicht jedem Geld geben, der sich Tierarztkosten oder Tierfutter nicht leisten kann, aber man versuche alles, um den Tieren zu helfen. „Man kann sich immer an uns wenden und wir versuchen zumindest mit Ratschlägen weiterzuhelfen.“

Außerdem nennt Sylvia Hemmerling folgende Tipps für Tierhalter in Not:

  • Geld sammeln im Rahmen der Familie oder bei Freunden.
  • Tiertafeln aufsuchen. Hier kann man Futter bekommen und es bestehen Kontakte zu Tierärzten.
  • Tierärzte nach Ratenzahlungen fragen.

Eins ist klar: Tiere leiden lassen, ist keine Lösung!

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Eine ähnliche Geschichte habe sich übrigens erst kürzlich mit einem Hund ereignet. Auch hier wurde eine Fake-Story rund um ein Tier gesponnen, das beim Tierheim Bergheim in Obhut gegeben wurde. Es scheint also ein riesengroßes Thema zu sein, das den Tierheimen nicht nur Nerven raubt, sondern auch enorme Kosten verursacht. Ob es sich um eine neue Masche handelt? Das weiß man nicht. Man kann nur hoffen, dass die Schuldigen ihre gerechte Strafe bekommen.

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