"Taktischer Zwischenkotzer"

Krebsgefahr! Darum ist taktisches Übergeben bei Jugendlichen so gefährlich

Darum ist der Trend so gefährlich "Taktisches Zwischenkotzen"
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"Taktisches Zwischenkotzen"
Darum ist der Trend so gefährlich

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Zu hart gefeiert und zu viel getrunken – doch die Party ist noch lange nicht vorbei? Zeit, für einen TKZ. Genauer gesagt: einen „taktischen Zwischenkotzer“. Um länger durchzuhalten und mehr Alkohol vertragen zu können, stecken sich immer mehr Jugendlich beim Feiern den Finger in den Hals, erbrechen und machen danach munter weiter. Warum das so gefährlich ist.

"Taktischer Zwischenkotzer": Warum sogar erhöhte Krebsgefahr besteht

Das Gute: Einigen ist bereits bewusst, dass das selbst erzwungene Erbrechen gesundheitsschädigend ist. Denn auch der Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht warnt im Video davor.

Doch es kommt noch schlimmer: Dr. Volker Manz erklärt im RTL-Interview, dass sogar erhöhte Krebsgefahr besteht, wenn man zu häufig auf den „taktischen Zwischenkotzer“ zurückgreift: „Ich finde diesen Trend wirklich äußerst bedenklich, weil in erster Linie die Hemmung sinkt, sich übergeben zu müssen. Das kann zu einer Trinkstörung und im weiteren Sinne auch zu einer Essstörung führen. Man darf auch nicht vernachlässigen, dass der Druck im Kopf zunimmt. Wenn ich mich regelmäßig übergebe, können Blutgefäße im Kopf platzen. Und die Magensäure generell ist wirklich sehr aggressiv, besonders für Speiseröhre und Zähne.“

Er sagt, dass es so zu Entzündungen und Verletzungen kommen könne. Vermehrt Alkohol zu trinken und das Erbrechen zu erzwingen, sorge außerdem dafür, dass Leber und Nieren beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen werden und am Ende überlastet sind, sodass sogar das Krebsrisiko „definitiv erhöht“ ist.

Sein Appell lautet daher: Verstand einsetzen. Auch wenn man zwar manche Dinge ausprobieren möchte, sei es immer wichtig, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören. „Denn wenn genug ist, ist genug. Dann sollte man auf Wasser umsteigen.“

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Alkoholsucht: Hier bekommen Betroffene Hilfe

9,5 Millionen Deutsche trinken regelmäßig zu viel Alkohol. 1,3 Millionen Menschen davon sind sogar alkoholabhänging, inklusive Langzeitfolgen wie körperlicher Verfall und sozialer Isolation. An wen können sich Betroffene oder deren Angehörige und Freunde wenden, wenn Sie sich beraten lassen möchten oder einen Weg raus aus der Sucht suchen? Wer Hilfe braucht, kann sich an folgende Adressen wenden. (ubr/vdü)

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