Hilfe bei Alkoholsucht: Die wichtigsten Adressen

© dpa, Jens Büttner

28. Februar 2019 - 15:55 Uhr

Mehr als eine Million Alkoholabhängige in Deutschland

9,5 Millionen Deutsche trinken regelmäßig zu viel Alkohol. 1,3 Millionen Menschen davon sind sogar alkoholabhänging. Obwohl die Langzeitfolgen wie körperlicher Verfall und soziale Isolation bekannt sind, scheinen die Vorteile des Alkohols zu überwiegen. Wie kommt es zu diesem Irrglauben? Und wo finden Betroffene Hilfe?

Alkoholkonsum hinterfragen

Ein Leben ohne Alkohol ist für viele Menschen kaum vorstellbar. Er ist allgegenwärtig - in nahezu allen Bereichen des Lebens: auf Geburtstagen, Hochzeiten, bei Ein- und Ausständen, beim Grillen im Park oder beim Ausgehen am Wochenende. Anders als Kokain oder Heroin ordnen viele Alkohol nicht als Droge ein.

Daher ist es schwer, Erwachsene und Jugendliche für einen maßvollen Alkoholkonsum zu gewinnen. Alle, die Alkohol trinken – und das sind etwa 90 Prozent der Bevölkerung – sollten ihr Trinkverhalten von Zeit zu Zeit hinterfragen. Wie hoch ist der tägliche oder wöchentliche Konsum von Bier, Wein und Schnaps? Trinke ich schon zu viel? Und wie viel ist eigentlich zu viel?

Jeder kann und sollte eigene Schlüsse daraus ziehen. Das kann für den einen der sein, mindestens einmal pro Woche einen alkoholfreien Tag einzulegen. Dem anderen kann es aber auch die Erkenntnis bringen, dass er oder sie tatsächlich zu viel trinkt und sich beraten und helfen lassen sollte.

Wer über mehrere Jahre regelmäßig mehr als 40-60 Gramm Alkohol - bei Frauen 20-40 Gramm - täglich zu sich nimmt, gilt als gesundheitlich gefährdet und auch schon als Alkoholiker.

Hier finden Alkoholsüchtige Hilfe

An wen aber können sich Betroffene oder deren Angehörige und Freunde wenden, wenn Sie sich beraten lassen möchten oder einen Weg raus aus der Sucht suchen? Hier finden Sie Hilfe:

Suchtberatungsstelle

Die Suchtberatungsstelle ist die erste Anlaufstelle für Menschen, die professionelle Hilfe in Anspruch nehmen möchten. In einem ersten Gespräch wird überlegt, welche Hilfe und Behandlung erforderlich und erwünscht ist. Hier können Sie sich außerdem über die finanziellen und rechtlichen Vorraussetzungen einer Behandlung informieren.

Selbsthilfegruppen

Selbsthilferganisationen und -gruppen eröffnen Alkoholkranken die Chance auf ein unabhängiges Leben. Hier lernen sie, Schwierigkeiten und Probleme zu bewältigen, offen über eigene Sorgen zu sprechen und Krisen zu meistern. Aber auch Partner, Kinder, Eltern und Freunde von Betroffenen sind in Selbsthilfegruppen willkommen. Selbsthilfegruppen sind also für Menschen da, denen es genau so geht wie den Betroffenen. Wer erkennt, dass er nicht alleine ist mit seinem Problem, erfährt damit die erste Rückenstärkung. Vielen hilft bereits der regelmäßige Besuch einer Selbsthilfegruppe.

Einrichtungssuche

Der Link http://www.dhs.de/einrichtungssuche.html führt Sie zur Einrichtungsdatenbank der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. Hier finden Betroffene und deren Angehörige Informationen zu den bundesweit 1800 ambulanten Suchtberatungsstellen und 800 stationären Suchthilfeeinrichtungen. Über die Ortssuche können Sie nach Hilfeangeboten in Ihrer Region suchen.

Sie können sich aber auch direkt an eine der folgenden Einrichtungen wenden:

Arbeiterwohlfahrt e.V. (AWO)

Blücherstr. 62/63, 10961 Berlin, Tel.: (030) 26 30 9 - 0

www.awo.org

E-Mail: info@awo.org

Deutscher Caritasverband e.V.

Karlstraße 40, 79104 Freiburg, Tel.: (07 61) 2 00 - 0

www.caritas.de

E-Mail : info@caritas.de

Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK)

Carstennstraße 58, 12205 Berlin, Tel.: (0 30) 85 40 4-0

www.drk.de

E-Mail: drk@drk.de

Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. (GVS)

14195 Berlin, Altensteinstraße 51, Tel.: (0 30) 84 31 23 55

www.sucht.org

E-Mail: gvs@sucht.org

Anonyme Alkoholiker (AA)

Waldweg 6, 84177 Gottfrieding-Unterweilnbach

Tel.: (08731) 3 25 730

Fax: (08731) 3 25 73 20

www.anonyme-alkoholiker.de

aa-kontakt@anonyme-alkoholiker.de