Erste Studienergebnisse zur Wirksamkeit

Biontech gegen Omikron: Nur noch teilweise Schutz

Wie gut halten die bestehenden Vakzine gegen Omikron durch?
Wie gut halten die bestehenden Vakzine gegen Omikron durch?
© iStockphoto, iStock/bymuratdeniz, bymuratdeniz

08. Dezember 2021 - 12:14 Uhr

Wie gut halten die bestehenden Impfstoffe?

Mit der neuen Omikron-Variante ist ein neuer Player ins Pandemie-Geschehen eingetreten. Noch ist immer noch nicht genug über die neue Variante bekannt. Doch entdeckt wurde sie nur, weil sie offensichtlich viel ansteckender ist als die bisher vorherrschende Delta-Variante. Impfung ist immer noch der Gold-Standard im Kampf gegen die Pandemie. Die alles entscheidende Frage ist daher: Wie gut halten die bestehenden Vakzine gegen Omikron durch? Denn bis ein angepasster Impfstoff bereitsteht, werden wieder Monate vergehen.

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Neutralisierung hat „sehr stark abgenommen“

Der Virologe Alex Sigal, der unter anderem Forschungsleiter am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie ist, hat jetzt als Preprint eine erste Studie zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gegen die Omikron-Variante vorgelegt. Und der bietet den Ergebnissen zufolge nur noch einen teilweisen Schutz. Die Neutralisierung von Omikron habe im Vergleich zu einem früheren Covid-Stamm "sehr stark abgenommen", erklärte Sigal, der auch Professor am Africa Health Research Institute in Südafrika ist, auf Basis der vorläufigen Ergebnisse mit.

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Das Labor habe Blut von zwölf Personen untersucht, die mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft worden waren, heißt es in der auf der Website des Labors veröffentlichten Studie. Dabei sei ein 41-facher Rückgang der neutralisierenden Antikörper gegen die Omikron-Variante beobachtet worden. Das Preprint der Studie und die vorläufigen Daten wurden allerdings noch nicht im sogenannten Peer-Review-Verfahren geprüft.

Kombination von überstandener Infektion und Biontech schützt am besten

Omikron verwende immer noch die ACE2-Rezeptoren, um im menschlichen Körper anzudocken, der sogenannte "immune escape" sei aber unvollständig, fasst der Virologe bei Twitter weitere Ergebnisse zusammen. Bemerkenswert: Am besten schütze eine vorherige Infektion in Kombination mit der Biontech-Impfung, so Sigal dort. Was sich auf den ersten Blick eher nach einem herben Rückschlag anhört, kommentiert der Forscher bei Twitter aber optimistisch: "Das war besser, als ich erwartet hatte", schreibt der Virologe. "Die Tatsache, dass es immer noch den ACE2-Rezeptor benötigt und dass der Escape unvollständig ist, bedeutet, dass es ein lösbares Problem mit den Werkzeugen ist, die wir haben."

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Omikron-Verläufe weniger schwer?

Biontech-Chef Ugur Sahin kündigte unterdessen an, dass eigene Wirksamkeitsdaten gegen die neue Variante am Mittwoch oder Donnerstag veröffentlicht werden könnten. Für die Impfstoffe von Moderna, Johnson & Johnson und anderen Arzneimittelherstellern liegen noch keinerlei aussagekräftige Studien vor. Anthony Fauci, führender US-Experte für Infektionskrankheiten, sagte am Dienstag, dass vorläufige Ergebnisse darauf hindeuten würden, dass Omikron infektiöser, aber die Verläufe weniger schwerwiegend seien. (ija)

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