Friedensverhandlungen gefordert

Ehemaliger Duma-Abgeordneter im russischen Live-Fernsehen: "Absolut unmöglich, die Ukraine zu besiegen"

Russischer Propaganda-Sender: "Sieg ist unmöglich" Wende im Ukraine-Krieg
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Wende im Ukraine-Krieg
Russischer Propaganda-Sender: "Sieg ist unmöglich"

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Möglicherweise geht der Krieg um die Ukraine jetzt in eine entscheidende Phase! Nachdem die Ukraine einige Landgewinner bei der Gegengenoffensive gegen die russischen Besatzer im Land vermelden konnte, wächst in Russland offenbar die Kritik an der „militärischen Spezialoperation.“ Zumindest an der Strategie der Armee seines Landes. Denn die Rückschläge lassen sich nun nicht mehr verbergen. Im russischen Live-Fernsehen forderte deshalb nun der erste Politiker, Friedensverhandlungen aufzunehmen.

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Ukrainische Armee ist auf dem Vormarsch
Das ukrainische Militär ist auf dem Vormarsch und meldet mehr und mehr Landgewinne, hier blau eingetragen.
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Nadezhdin fordert Friedensgespräche im russischen Fernsehen

Russische Soldaten sind auf dem Rückzug. Eine Tatsache, die russische Kriegsbefürworter vor Wut schäumen lässt. Doch es gibt auch Stimmen der Vernunft. Eine von ihnen ist Boris Nadezhdin. Der ehemalige Duma-Abgeordnete kritisierte die Strategie der russischen Armee ganz offen live im Fernsehen:

„Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem wir verstehen müssen: Es ist absolut unmöglich, die Ukraine zu besiegen mit den Mitteln und Methoden des Kolonialkriegs, mit denen Russland versucht Krieg zu führen. Russland versucht, mit Vertragssoldaten, Söldnern und ohne Mobilisierung Krieg zu führen. Der russischen Armee steht eine starke Armee gegenüber, die von den wirtschaftlich und technologisch mächtigsten Ländern unterstützt wird.“

Nadezhdin fordert dann sogar live im russischen Fernsehen, Friedensgespräche über die Beendigung des Krieges aufzunehmen.

29.03.2022, Russland, Grosny: Ramsan Kadyrow, Anführer der russischen Provinz Tschetschenien, spricht vor etwa 10.000 Soldaten in der tschetschenischen Regionalhauptstadt Grosny. Foto: -/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Putin-treue Tschetschene Ramsan Kadyrow kritisiert die militärische Strategie
ART, dpa, -

Auch Tschetschenen-Führer Kadyrow fordert von Russland Taktik-Änderung

So kann es nicht weitergehen, sagt auch Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow. Der von den Medien als „Putins Bluthund“ bezeichnete Kadyrow fordert eine Veränderung der russischen Strategie in der Ukraine. Der bisher als Getreuer Putins bekannte Kadyrow äußerste sich in einer Sprachnachricht bei Telegram ungewohnt kritisch in Richtung Kreml.

„Wir haben Städte wie Isjum, Kupiansk und Balakliia verlassen. Das sind wichtige Städte in Richtung Charkiw“, erklärte er. „Wir wurden dazu gezwungen aufgrund einer Militärstrategie, die Menschenleben verschonen soll. Aber das bedeutet nichts. Ich, Ramsan Kadyrow, erkläre offiziell, dass alle diese Städte zurückerobert werden. Ich bin kein Stratege im Verteidigungsministerium. Ich denke, sie werden ihre Schlüsse ziehen. Ich sage immer gern die Wahrheit. Meine Vertreter und ich haben mit allen Kommandanten an der Front gesprochen. Wenn sich bei der Durchführung der militärischen Spezialoperation nicht heute oder morgen etwas ändert, bin ich gezwungen, die Führung des Landes aufzusuchen und die Situation im Kampfgebiet zu erklären.“ (kra)

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