Daten des RKI

Corona verläuft bei Männern häufiger tödlich

Corona ist für Männer tödlicher Geschlechtsunterschiede
01:42 min
Geschlechtsunterschiede
Corona ist für Männer tödlicher

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Nach zwei Jahren mit dem Coronavirus gibt es viele wissenschaftliche Studien und Daten, die das Ausmaß der Pandemie verdeutlichen. Dass das Virus besonders für ältere Menschen gefährlich ist, ist bekannt. Aber nach neuesten Studienergebnissen hängt auch das Geschlecht der Erkrankten mit dem Verlauf zusammen. Eine Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass deutlich mehr Männer am Virus oder dessen Folgen verstorben sind. Im Video erklären wir, woran das liegt.

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Corona verläuft bei Männern deutlich öfter tödlich als bei Frauen

Das RKI erfasst in einer online einsehbaren Statistik die Zahl der Todesfälle, aufgeschlüsselt nach Altersgruppen. Insgesamt sind (Stand 27.1.2022) 54.611 Frauen und 62.323 Männer im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Dort fällt auf, dass in allen Altersgruppen sichtbar mehr Männer gestorben sind - außer bei den Menschen über 90 Jahren. In dieser Altersgruppe sterben mehr Frauen infolge einer Corona-Infektion. Laut Statistischem Bundesamt gibt es in dieser Altersgruppe aber rund zwei Drittel mehr Frauen als Männer.

Zudem ist wichtig, sich die zugrundeliegenden Infektionszahlen der jeweiligen Altersgruppen anzuschauen. So sind bei den über 80-Jährigen deutlich mehr Frauen infiziert als Männer.

"Ganz ursprüngliche Unterschiede"

Doch woran liegt dieser Unterschied in den geschlechtsbezogenen Todeszahlen? Laut einer Analyse des „Spiegel“ sind Vorerkrankungen nicht für den großen Unterschied verantwortlich. Selbst wenn sie in Statistiken berücksichtigt werden, sterben weiterhin mehr Männer als Frauen an den Folgen des Virus.

Warum erkranken Männer und Frauen unterschiedlich stark an Corona? Im RTL-Interview erläutert Professor Burkard Sievers, Chefarzt des Sana Klinikums Remscheid: „Das liegt zum einen daran, dass die Hormonsituation unterschiedlich ist. Die Frauen haben mehr Östrogene bis zur Menopause. Das ist ein wesentlicher Punkt, was eine schützende Wirkung hat bezüglich des Krankheitsverlaufes und der Sterblichkeit. Zum anderen gibt es Unterschiede in den Eiweißen, die auch die Zellstrukturen regulieren. Die Frauen haben eine bessere und schnellere Immunantwort.“

Ähnlich erklärte es auch Marcus Altfeld vom Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg gegenüber dem „Spiegel“: „Es war schon vor der Coronapandemie bekannt, dass Frauen eine schnellere Immunantwort gegen RNA-Viren aufbauen, zu denen Sars-CoV-2 gehört“. Dabei handele es sich um ganz „ursprüngliche Geschlechtsunterschiede“. Evolutionär sei das mit der körperlichen Fürsorge für ungeborene Kinder zu erklären. Das weibliche Immunsystem reagiere schneller auf Krankheiten, um eine Schwangerschaft oder die Fürsorge kleiner Kinder nicht zu gefährden, so Altfeld.

Insgesamt haben laut Professor Sievers Männer ein 3- bis 5-fach erhöhtes Risiko einen schweren Verlauf zu entwickelt oder auch an einer Corona-Infektion zu sterben. (cst/lra/pdr/gas)

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