Haariger Horrorfund in Indien

Ärzte operieren sieben Kilo schweren Haarbüschel aus Teenager-Magen

11. September 2020 - 15:32 Uhr

Jugendliche isst ihre eigenen Haare

Nachdem eine 17-Jährige in Indien wegen Bauchweh ins Krankenhaus kommt, entdecken Ärzte einen sieben Kilo schweren Haarballen im Magen der jungen Frau. Die Diagnose: das sogenannte Rapunzel-Syndrom, bei dem häufig junge Menschen an ihren Haaren knabbern und sie herunterschlucken.

Wegen Bauchschmerzen eingeliefert

Sie klagt über Bauchschmerzen, fühlt sich unwohl – die 17 Jahre alte Sweety Kumari wird in Bokaro im ostindischen Bundesstaat Jharkhand ins Krankenhaus eingeliefert. Das Mädchen muss operiert werden. Was sich in ihrem Magen angesammelt hat, schockiert selbst die zuständigen Ärzte, berichtet die Daily Star UK. Ein sieben Kilo schweres Haarknäuel hatte sich im Unterleib der Inderin festgesetzt.

Sowas haben die Ärzte noch nie gesehen

Rund sechs Stunden haben die Ärzte, wie das britische Magazin berichtet, operiert, um den XXL-Klumpen zu entfernen. Der zuständige Arzt Dr. Sahu sagte, wie die Daily Star UK berichtet, dass er sowas in seiner 40-jährigen Mediziner-Karriere noch nie gesehen habe. Bei einer Untersuchung vor drei Jahren vermuteten Ärzte einen Tumor im Magen des Teenagers. Doch wie sich herausstellte, ist das sogenannte Rapunzel-Syndrom der Grund für den gefährlichen Haarklumpen. Das auch als Trichotillomanie bekannte Syndrom gilt als eine Zwangsstörung, bei dem die Betroffenen sich Haare ausreißen, an ihnen kauen und sie verschlucken. Die junge Inderin soll das schon als Kleinkind gemacht haben, was die Größe des Haarballens erklärt.

Die Gefahren des Rapunzel-Syndroms

Haare können im menschlichen Körper nicht verdaut und dann wieder ausgeschieden werden. Sie sammeln sich deshalb im Magen. Ein Darmverschluss und ein Darmdurchbruch können im schlimmsten Fall die Folgen sein. Machen sich Symptome des zwanghaften Ausreißens und Schluckens von Haaren in Form von Schmerzen oder Gewichtsverlust bemerkbar, können sie früh genug behandelt und operiert werden. Die Zwangsstörung tritt sehr selten auf, kann aber tödlich enden. Vor drei Jahren verstarb die englische Schülerin Jasmine Beever an den Folgen des sogenannten Rapunzel-Syndroms.

Bei etwa zwei Dritteln der Betroffenen beginnt, laut dem Ärzteblatt, die Störung in der Pubertät, aber sie kann auch schon im frühen Kindesalter eintreten. Stress und auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit können die Krankheit auslösen. Das Syndrom kommt häufig in Kombination mit anderen Störungen vor. Eine Verhaltenstheraphie kann Betroffenen helfen.