von Sebastian Priggemeier

Papa spart: Mit der Umschlag-Methode mehr Geld zur Seite legen - mein Test-Fazit

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1. Oktober 2019 - 8:14 Uhr

Ob 100 Euro pro Woche für Lebensmittel reichen?

Da bin ich wieder - am Geldautomaten. Karte rein, Scheine raus und ab in den Supermarkt. Nützt ja nichts, schließlich muss ich meine Familie ernähren. Der Einkaufskorb ist schnell voll und mein Portemonnaie leer. Also ziehe ich mir am nächsten Tag wieder neues Geld. Immer das gleiche (teure) Spiel. Aber damit sollte jetzt Schluss sein. Bisher ging die Kohle weg wie nichts, weil ich keinen Plan hatte. Mir fehlte ein System - etwas wie die Umschlag-Methode, die in vielen Spar-Blogs gehypt wird. Deshalb habe ich sie vier Wochen lang selbst ausprobiert. Hier kommt mein Fazit.

So funktioniert die Umschlag-Methode

Anfangs war ich skeptisch, denn das Prinzip ist eigentlich zu simpel, um wirklich zu funktionieren. Allerdings soll die Umschlag-Methode tatsächlich genial effektiv sein.
So läuft das Ganze:  
​Am Monatsanfang Betrag X für Zweck Y vom Konto abheben und auf vier Umschläge verteilen. Jeder Umschlag enthält das Budget für eine Woche des Monats. 

Mein Ziel bestand darin, unsere Familien-Ausgaben für Lebensmittel in den Griff zu bekommen. Maximal 400 Euro wollten wir (Mutter, Vater, Kind) pro Monat für Brot, Milch & Co. ausgeben. Also hob ich zu Beginn des Experiments auf einen Schlag 400 Euro in bar vom Girokonto ab und packte je 100 Euro in vier Briefumschläge.

Was ich mich dabei direkt fragte: Kommen wir als Mini-Familie mit 100 Euro Einkaufsgeld durch die Woche?  

Das Essens-Budget lag bei knapp 14 Euro pro Tag. Wir mussten also schon rechnen und planen, was die Verpflegung angeht. Aldi statt Alnatura, selbst kochen statt Sushi bestellen. Aber von nichts kommt eben nichts - und mit dem Geldverprassen sollte ja endlich Schluss sein.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge gibt ein durschnittlicher deutscher Haushalt pro Monat 348 Euro für Nahrungsmittel und Getränke aus (Zahlen von 2017). Mit unserem geplanten Monatsbudget von 400 Euro lagen wir also rund 50 Euro über dem Durchschnitt.

Mein Fazit nach vier Wochen sparen mit der Umschlag-Methode

Umschlagmethode zum Sparen
Bargeld in vier Umschläge packen und schon kann die Spar-Challenge losgehen.
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Ich muss sagen: In den ersten Tagen war der Respekt vor der Spar-Challenge groß, aber mit 100 Euro pro Woche sind wir als Kleinfamilie locker hingekommen. Am Ende der ersten Woche lagen noch etwa 30 Euro im Briefumschlag - nach der zweiten Woche ebenso. Deshalb haben wir unser Lebensmittel-Budget in Woche drei auf 70 Euro reduziert. Das Gesamtbudget pro Monat sank also von 400 Euro auf 280 Euro - und das langte. Wer clever plant und einkauft, hat sicherlich noch mehr Sparpotenzial, aber uns ging es vor allem um eines: Kostenkontrolle!

Und die haben wir jetzt dank der Umschlag-Methode. Wir sind deutlich disziplinierter - leisten uns beispielsweise kaum noch spontane Supermarkt-Einkäufe mit knurrendem Magen. Außerdem haben wir eine neue After-Work-Routine aus Omas Zeiten eingeführt: Bei uns gibt es jetzt regelmäßig Abendbrot statt warmer Mahlzeiten. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Nerven, weil viel Planung wegfällt. Brot, Butter, Aufschnitt, etwas Gemüse - mehr braucht es abends nicht.

Was, wenn der Umschlag nach ein paar Tagen leer ist?

Die Umschlag-Methode lässt sich übrigens auch auf andere monatliche Ausgaben anwenden - Kosten für Klamotten oder Freizeit-Aktivitäten beispielsweise (Kino, Konzerte, Disco). Einfach ein monatliches Budget festlegen, den Betrag durch vier teilen und das Wochenbudget bar in die Umschläge packen. Und wenn der Umschlag schon nach ein paar Tagen leer ist? Dann ist er leer! Game over. In unserem Fall hätte das bedeutet: Vorräte aufbrauchen. Es gibt Schlimmeres, denke ich.

Die Vorteile der Umschlag-Methode auf einen Blick:

  • Es entwickelt sich ein Bewusstsein für nötige und unnötige Ausgaben
  • Mehr Kontrolle über die Kosten, weil an der Kasse grundsätzlich bar bezahlt wird
  • Langfristig fallen weniger Gebühren fürs Geldabheben am Bankomaten an, weil das Monatsbudget auf einen Schlag gezogen wird.

Ich feile übrigens regelmäßig an meiner Geld-Disziplin und berichte darüber. Die ersten beiden Artikel der Kolumne "Papa spart" finden Sie hier:

Ganz nebenbei 10.000 Euro auf die hohe Kante legen
Mit der 2-Euro-Challenge ein Finanzpolster aufbauen