Reporter Sebastian Priggemeier macht Meal-Prep-Experiment

Familie spart über 100 Euro pro Monat mit Küchen-Trick!

11. September 2020 - 15:12 Uhr

Vier Wochen lang vorkochen und deutlich Geld sparen

"Was essen wir heute?" Eine Frage, die richtig Geld kostet. Warum? Weil sie meistens aufkommt, wenn der Magen leer ist. Und dann sitzt der Euro plötzlich lockerer - zumindest bei mir. Ja, ich bin der Typ, der normalerweise mittags in der Kantine isst und abends direkt nach der Arbeit hungrig in den Supermarkt geht, planlos den Einkaufskorb vollpackt und sich am Ende über die Quittung wundert: "Wie bitte, schon wieder 30 Euro weg?!" Das Loch im Magen reißt ein Loch ins Portemonnaie. Aber damit ist jetzt Schluss, denn es geht auch anders, wie das Beispiel von Jenn Carnaby zeigt. Die Mutter aus Manchester in England kocht das Essen für ihre Familie vor - und spart so umgerechnet über 100 Euro pro Monat. "Meal Prep" nennt sich die Spar-Strategie. Aber ob das wirklich klappt - Essen für die ganze Woche vorbereiten trotz Vollzeit-Job und Kind? Ich habe mit meiner Familie vier Wochen lang den Test gemacht. Mit erstaunlichem Ergebnis.

von Sebastian Priggemeier

Meal Prep: Eine Methode, um unser Koch- und Finanz-Chaos in den Griff zu bekommen?

Zugegeben, ganz neu ist Meal Prep nicht, auch wenn der Trend bisher an mir vorbeigegangen ist. Steffi Sinzenich aus Erftstadt bei Köln beschäftigt sich schon seit Jahren damit. Sie hat den Food-Blog "Gaumenfreundin.de" aufgebaut und mehrere Kochbücher geschrieben. Der Titel ihres neuesten Buches lautet: "Die einfachsten Familiengerichte aller Zeiten"* 🛒.

Simple Rezepte? Genau das, was meine Frau Ann-Christin, meine Tochter Lene (5) und ich brauchen, um endlich unser Koch- und Finanz-Chaos in den Griff zu bekommen. Also bat ich Steffi Sinzenich per Mail um Hilfe. Nur wenige Stunden später ploppte ihre Antwort auf meinem Handy auf: "Danke für die interessante Anfrage, klar helfe ich." Yes!

Die 38-Jährige hat selbst ein Kind und weiß, was beim Spagat zwischen Kita, Job und Küchentisch wichtig ist. Unser Wunsch: Meal-Prep-Wochenpläne mit Einkaufslisten und Rezepten für meine Frau und mich, mit denen wir bei der Arbeit satt werden und Geld sparen – im besten Fall so viel wie Jenn Carnaby. Denn unsere Ausgaben für Lebensmittel sind echt nicht mehr feierlich.

KOSTEN-CHECK
Papa Sebastian:
140 bis 150 Euro pro Monat für Kantinenessen,
Mama Ann-Christin: 70 bis 80 Euro pro Monat für Mittags-Snacks in Arbeitsplatz-Nähe   
>> Macht insgesamt knapp 220 Euro pro Monat – nur fürs Mittagessen!
>> Umgerechnet 55 Euro Lebensmittel-Kosten pro Woche

Tochter Lene isst im Kindergarten.

Das muss doch auch günstiger gehen, oder?

Weniger Chaos in der Küche, mehr Kosten-Kontrolle - Meal Prep verspricht genau das. "Wer gut plant, kann durch das Vorkochen eine Menge Geld sparen", sagt Expertin Steffi Sinzenich bei unserem ersten Telefonat.
Wie das geht? Ganz einfach:

  1. Einen Wochenplan mit Rezepten für die kommende Woche erstellen
    >> HIER gibt es einen unserer Wochenpläne mit 5 Rezepten und Einkaufsliste gratis zum Ausprobieren! 
  2. Die Einkaufsliste schreiben und in einem Großeinkauf sämtliche Zutaten besorgen.
  3. An ein oder zwei Tagen die Gerichte für die nächste Woche vorkochen (dauert jeweils 1,5 bis 2 Stunden).

    kurz: 1 x planen, 1 x einkaufen, 1 bis 2 x vorkochen

"Das Ziel ist, wirklich nur Lebensmittel zu kaufen, die auch benötigt werden", erklärt Expertin Steffi. Klingt zu schön, um wahr zu sein (und zu funktionieren), denn bisher haben wir nach dem Lustprinzip eingekauft: Sieht lecker aus, macht satt - also, ab in den Einkaufswagen! Ein teurer Spaß.

Unsere neue Spar-Strategie: Meal-Prep-Mittagessen für meine Frau und mich nach dem Wochenplan der Expertin vorbereiten und abends auf einen Trick aus Omas Zeiten setzen - das gute alte Abendbrot. Simpel und lecker. Die Rezepte in Steffi Sinzenichs Buch klingen ganz verlockend und selbst für einen Hobby-Koch wie mich machbar. Eine Kostprobe:
Nudeln mit Brokkoli in Parmesan-Sauce, Ofen-Gnocchi mit Champignons, schneller Bratreis.
Laut Steffi Sinzenich alles in knapp 20 Minuten zubereitet. Wir werden sehen.

Kassensturz! Die Abrechnung nach vier Wochen Meal Prep

Journalist Sebastian Priggemeier
Sebastian Priggemeier hat mit seiner Familie Meal Prep ausprobiert - und damit richtig viel Geld gespart
© RTL

Wie die vier Wochen bei uns zuhause abliefen, was Steffi Sinzenich mir noch an Profi-Tipps mit auf den Weg gegeben hat und worauf es bei der Meal-Prep-Grundausstattung ankommt - das sehen Sie oben im Video. Wir haben uns für das Experiment mit einem Set von verschließbaren Glas-Frischhaltedosen* 🛒 eingedeckt, die spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet sind.

Der Faktor Spülmaschinenfestigkeit ist dabei nicht zu unterschätzen, denn eines vorweg: Wir haben das Gerät in den vergangenen vier Wochen so oft genutzt, wie nie zuvor. Aber es hat sich gelohnt, wie die Abschluss-Bilanz zeigt.

KOSTEN-CHECK MIT MEAL PREP
1. Woche: 31 Euro Lebensmittelkosten
2. Woche: 32 Euro Lebensmittelkosten
3. Woche: 17 Euro Lebensmittelkosten
4. Woche: 24 Euro Lebensmittelkosten
>> macht insgesamt 104 Euro
>> durchschnittlich 26 Euro pro Woche

Ein absolut erstaunliches Ergebnis, denn vor dem Meal-Prep-Experiment lagen unsere Mittagessen-Kosten bei rund 220 Euro pro Monat.

Unsere Ersparnis im Vergleich zu vorher: 116 Euro

Mein Fazit zum Meal-Prep-Experiment

Damit haben wir gezeigt, dass Jenn Carnabys Meal-Prep-Methode tatsächlich funktioniert: Es ist möglich, jeden Monat über 100 Euro weniger auszugeben, wenn man die Einkäufe clever plant und vorkocht.
Unsere wichtigsten Learnings im Überblick:

  • Ganz ehrlich, wir haben während der Einkäufe nicht zwanghaft darauf geachtet, das günstigste Produkt in den Wagen zu packen und mussten uns erst einen Grundstock an Gewürzen zulegen. Wenn der steht, ist das Spar-Potenzial aus meiner Sicht noch viel größer. Mit 20 bis 25 Euro Kosten pro Wocheneinkauf müssten erfahrene Meal Preper hinkommen.
  • Eine weitere Erkenntnis: Wir haben kaum noch Lebensmittel weggeworfen. Vorher landete gefühlt die Hälte des Kühlschrank-Inhaltes in der Mülltonne - weil: abgelaufen! Das war mit dem Meal-Prep-Experiment vorbei.
  • Wer selbst kocht, hat die Kontrolle über die Inhaltsstoffe der Mahlzeiten. Geschmacksverstärker sind kein Thema. Das Essen dagegen ist immer Thema: Kollegen sprechen einen darauf an, weil es einfach lecker aussieht. Bedeutet: Nie mehr peinliche Stille am Mittagstisch!

Natürlich erfodert das Vorkochen etwas Disziplin, aber es ist nachhaltig ohne Ende - und längst nicht so aufwendig und belastend wie gedacht. Im Gegenteil. es entlastet ungemein die Festplatte, wenn einem nicht ständig diese eine Frage durch den Kopf geistert: "Was essen wir eigentlich heute?" Mit Meal Prep steht die Antwort schon Tage vorher fest. Genau wie der Preis. Noch etwas, was für uns feststeht: Wir machen weiter!

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