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Niederländer entwickeln Drohnen-Vögel: Hier fliegt eine Spionage-Möwe

Niederländer wollen Drohnen-Vögel bald auf Flughäfen einsetzen

Achtung, hier fliegt eine Spionage-Möwe

Dieser Vogel ist eine Spionage-Möwe Drohne kaum zu erkennen
00:56 min
Drohne kaum zu erkennen
Dieser Vogel ist eine Spionage-Möwe

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Spezielle Drohnenvögel in den Niederlanden entwickelt

Sie sehen aus wie Vögel. Sie fliegen wie Vögel. Doch Federn haben sie nicht. Es sind Spezialdrohnen, die zurzeit auf dem Flughafen Twente in den Niederlanden ihre Runden drehen und dabei haben sie einen ganz besonderen Auftrag: Der frisch entwickelte Falke soll andere echte Vögel von der Start- und Landebahn verjagen. Währenddessen könnte sein Bruder – eine Vogeldrohne als Möwe getarnt – schon bald bei Geheimdiensten zum Einsatz kommen. Unser Video zeigt die ersten offiziellen Runden der Geschwistervögel.

Ein Drohnen-Falke für mehr Sicherheit an Flughäfen

Wenn Vögel an Flughäfen ihre Runden drehen, wird es besonders gefährlich für abfliegende und ankommende Flugzeuge. Aus diesem Grund beschäftigen Flughäfen extra speziell ausgebildete Vogelvergrämer. Einer von ihnen ist Egbert van der Laan. Er sorgt am niederländischen Flughafen Twente dafür, dass die Vögel fern von den Flugzeugen bleiben. „Es gibt große Gefahren mit Vögeln und Flugzeugen, wenn ein Vogel in einen Motor von einem Flugzeug kommt", erklärte er im RTL-Interview. Denn kommen die Tiere den Flugzeugen zu nah, kann es zu einem Vogelschlag kommen. Bei dem können die Maschinen im schlimmsten Fall sogar abstürzen. Genau dazu ist es 2009 auch bei einem US-Airways-Flugzeug in New York gekommen. Dort waren kurz nach dem Abheben Kanadagänse in die Turbinen geraten. Das Flugzeug musste auf dem Hudson River notlanden.

Damit solche Unfälle vermieden werden können, kommen auf deutschen Flughäfen auch echte Falken zum Einsatz. Bei denen gebe es jedoch ein Problem. „Wenn du einen richtigen Falken hast, dann kannst du ein oder zwei Flüge machen mit dem Falken. Wir können dreißig bis vierzig Flüge machen", sagte Van der Laan. Denn anders als echte Falken, soll der von der niederländischen Drone Bird Company entwickelte Drohnenfalke nicht müde werden. Er brauche nur einen neuen Akku und genau aus diesem Grund sollen die Niederländer das Vogelvertreiben ab jetzt ihren Robotervögeln überlassen.

Observation mit der Albatros-Drohne

Ähnlich ausdauernd wie der Drohnenfalke ist auch die von den Niederländern entwickelte Robotermöwe. Sie soll zwei Stunden in der Luft blieben können. Optisch gleicht die Drohne einem Albatros und soll auch genauso unauffällig sein wie der echte Vogel. Sie wurde speziell für die Überwachung entwickelt und kann einen Radius von 40 Kilometern ganz alleine observieren. Dabei soll der Albatros über GPS-Koordinaten gesteuert werden, die zuvor in einen Computer eingegeben wurden.

So soll es sogar möglich sein die Verfolgung von Objekten oder Menschen aufzunehmen. Aus 150 Metern Höhe soll der Vogel Echtzeitbilder liefern. Ausgestattet wurde dieser dafür mit einer Nachtsicht- und Wärmebildkamera. Damit sollen es Wilderer in Nationalparks künftig schwieriger haben, sagen die Entwickler. Das Land Kongo habe dafür bereits 20 der fliegenden Unterstützer bestellt.

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Drohnenvögel bald auch im Einsatz bei Geheimdiensten?

Doch ihr Einsatzbereich könnte sich in nächster Zeit schon erweitern. Täglich sollen Anfragen bei den Niederländern eingehen. „Viele Geheimdienste haben schon ihr Interesse gezeigt und würden sehr gerne so ein Produkt haben", berichtete einer der Entwickler Jan-Willem van der Eijkel. So sollen China und Pakistan mit der neuen Drohnenmöve angeblich ihre Grenzen überwachen wollen. Ob das tatsächlich so kommt, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass die Drohnenvögel nach 10 Jahren Entwicklung jetzt endlich flügge sind und für einen Stückreis von 40.000 Euro aufwärts bald in neuen Revieren zum Einsatz kommen könnten.