Lockdown verlängert, Lockerungen beschlossen

Nach harten Verhandlungen: Das sind die neuen Corona-Regeln!

05. März 2021 - 8:47 Uhr

Lockdown-Verlängerung, weitere Öffnungen, Impfungen in Arztpraxen: Das sind die Beschlüsse!

"Es waren harte Verhandlungen", sagte Angela Merkel nach neun Stunden Corona-Gipfel, in dem die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten um den künftigen Corona-Kurs rang. Sie hielt ein Schaubild hoch, das zeigt, wie die Öffnungsschritte aufeinander aufbauen. Klar ist: Der Lockdown wird verlängert, aber mit vorsichtigen Öffnungsschritten.

Wir haben die Beschlüsse zusammengefasst.

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Lockerungen nach Inzidenz - Neue Beschlüsse für Einzelhandel und Veranstaltungen

Dieses Schaubild zeigt die beschlossenen Maßnahmen des Corona-Gipfels
Dieses Schaubild zeigt die beschlossenen Maßnahmen des Corona-Gipfels
© Bundesregierung

Merkel verspricht nach dem Gipfel: "Der Frühling 2021 wird ein anderer sein als der Frühling vor einem Jahr." Das liege an "zwei Helfern, die wir 2020 noch nicht hatten": Am Impfstoff sowie an der Brandbreite an Corona-Tests.

Das ist der Kurs von Bund und Ländern in den kommenden Wochen:

  • Lockdown wird bis zum 28. März verlängert - jedoch mit vielen Öffnungsmöglichkeiten je nach Infektionslage.
  • Kontaktregeln werden gelockert: Schon von kommender Woche an sollen wieder Treffen des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich sein - beschränkt auf fünf Teilnehmer, Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt.
  • Impftempo soll deutlich erhöht werden: Ab Ende März oder spätestens Anfang April sollen auch Haus- und Fachärzte in vielen Praxen umfassender als bisher gegen Corona impfen.
  • Lockerungen im Einzelhandel: Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sollen bundesweit wieder aufmachen dürfen. Geknüpft wurde dies an das Einhalten von Hygienekonzepten und eine Begrenzung der Kundenzahl.
  • 35er-Inzidenz gekippt: Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner soll der Einzelhandel mit einer begrenzten Kundenzahl wieder aufmachen können, ebenso Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten.
  • Notbremse bei Inzidenz über 100: Dann sollen alle Lockerungen automatisch wieder rückgängig gemacht werden.
  • Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmern im Außenbereich ab einer zwei Wochen andauernden stabilen 50er Inzidenz

Kommentar: Der Weg ist richtig, aber holprig

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Kontaktregeln im privaten Bereich gelockert

Die Verhandlungen fanden vor dem Hintergrund eines hohen Erwartungsdruck vieler Menschen und der Wirtschaft statt. Je nach Infektionslage kann es viele Öffnungsmöglichkeiten geben. Vereinbart wurde aber auch eine eingebaute Notbremse: Führen einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen in einer Region, werden automatisch alle schon erfolgten Erleichterungen wieder gestrichen.

Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sollen öffnen

Nach den schon vorgenommenen ersten Öffnungen bei Schulen und Friseuren sollen nun in einem zweiten Schritt Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte folgen. In einzelnen Ländern sind diese bereits offen, jetzt sollen sie nach dem Beschluss der Bund-Länder-Runde bundesweit einheitlich dem Einzelhandel des täglichen Bedarfs zugerechnet werden. Voraussetzung ist, dass Hygienekonzepte und eine Kundenbegrenzung eingehalten werden. Auch Fahr- und Flugschulen können den Betrieb unter Auflagen wieder aufnehmen.

Alle Entwicklungen zum Coronavirus auch bei ntv

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Weitere eingeschränkte Öffnungen kann es schon in Regionen geben, in denen lediglich die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner unterschritten wird. Neben Terminshopping-Angeboten im Einzelhandel können dann Museen, Galerien, Zoos, botanische Gärten und Gedenkstätten für Besucher mit Terminbuchung öffnen. Erlaubt sein soll dann auch Individualsport alleine oder zu zweit sowie Sport in Gruppen von bis zu zehn Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich. Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 fallen die Auflagen weg oder werden abgeschwächt. Dann soll auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen im Freien wieder möglich sein.

Politik stellt Öffnung der Außengastronomie in Aussicht

Die nächsten Öffnungsschritte werden dem Beschluss zufolge davon abhängig gemacht, dass die vorherige Stufe 14 Tage lang nicht zu einer Verschlechterung der Sieben-Tage-Inzidenz geführt hat. Dann geht es zunächst um die Öffnung der Außengastronomie, von Kinos, Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie um kontaktfreien Sport im Innenbereich und um Kontaktsport im Außenbereich. Im nächsten Schritt sind weitere Sportmöglichkeiten und Freizeitveranstaltungen dran. Auch hier gilt: Bis zu einer 100er Inzidenz soll es höhere Auflagen wie tagesaktuelle Tests oder einen Buchungszwang geben, die bei einer Sieben-Tage-Inzidenz bis 50 Neuinfektionen wegfallen.

Wichtige Elemente für weitere Öffnungen sollen Impfen und Testen sein. Vereinbart wurde, dass Ende März/Anfang April die haus- und fachärztlichen Praxen umfassend in die Impfkampagne eingebunden werden, um diese zu beschleunigen. Kostenlose Corona-Schnelltests für alle Bürger sollen voraussichtlich von nächster Woche an möglich werden. Der Bund will ab dann die Kosten dafür übernehmen. Pro Woche soll mindestens ein Schnelltest möglich sein, den geschultes Personal etwa in Testzentren oder Praxen abnimmt.

Ab Samstag bieten erste Discounter bereits Selbsttests im Sortiment an – Details dazu finden Sie hier.

Die Opposition, die Wirtschaft und Städte und Gemeinden lassen unterdessen kein gutes Haar am Beschluss und kritisieren die Regeln scharf.

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