Code scannen statt endlos scrollen

Neue App zeigt: So gut ist Ihr Corona-Selbsttest wirklich

Schnelltests gibt es mittlerweile von vielen Anbietern auf dem Markt - aber welcher taugt etwas?
Schnelltests gibt es mittlerweile von vielen Anbietern auf dem Markt - aber welcher taugt etwas?
© imago images/Eibner, Dennis Duddek/ Eibner Pressefoto via www.imago-images.de, www.imago-images.de

24. Januar 2022 - 11:11 Uhr

von Ingo Jacobs

Antigen-Schnelltests und -Selbsttests sind gut, um bei Schnupfen, Husten und anderen Beschwerden sicherzugehen, dass es sich dabei nicht um eine Infektion mit Sars-CoV-2 handelt. Sollte man meinen. Denn: Einige Tests taugen selbst dann recht wenig. Die Güte der Tests hat das Paul-Ehrlich-Institut vor einigen Wochen ermittelt. Eine praktische Check-App gab es bisher nicht. Das hat eine junge Truppe von Ehrenamtlern mit schnelltest.de jetzt mal eben gerade gebogen.

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Schneller Selbsttest gibt gewisse Sicherheit

Impfen, impfen, impfen und testen, testen, testen! Das ist, knapp zusammengefasst, der Kern der Strategie gegen das Coronavirus. Impfen kann man sich nicht zu Hause - testen aber schon. Die meisten von uns haben immer Antigen-Schnelltests auf Vorrat zu Hause. Wenn wir uns mit anderen treffen wollen: Ein Schnelltest gibt zumindest eine gewisse Sicherheit, keine Corona-Ansteckung als unerwünschtes Mitbringsel im Gepäck zu haben. Und spätestens, wenn die Nase läuft und der Hals kratzt, sollten die Tests für zu Hause uns sagen können, ob's das Virus ist, das im Moment keiner haben will.

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PEI-Check: 46 Tests erreichten Mindestwert nicht

Denn die allermeisten Selbsttests für den Privatgebrauch sollten bei hoher Viruslast anschlagen. Doch mittlerweile gibt es gefühlt hunderte verschiedene Anbieter solcher Antigen-Schnelltests. Sie weisen Eiweiße des Coronavirus SARS-CoV-2 in den Schleimhäuten der Atemwege infizierter Personen nach. Alle brauchen eine Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Lese-Tipp: Großer Check – diese sechs Schnelltests liefern die sichersten Ergebnisse

Trotzdem variiert die Qualität nicht unerheblich, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) einer großen Überprüfung festgestellt hat, die Ende Dezember veröffentlicht wurde. Insgesamt 245 Schnelltests wurden überprüft. Einige Produkte erzielten sehr gute Ergebnisse, aber 46 Tests erreichten den Mindestwert nicht. Für insgesamt elf Schnelltests hat das PEI in allen Kategorien 0 % Sensitivität ermittelt – es wurde also keine einzige Corona-Infektion erkannt.

Per EAN-Strichcode schnell bescheid wissen

Doch welche Tests taugen - und welche nicht? Seit Veröffentlichung der Liste werden die Suchanfragen nach "Schnelltest Qualität PEI Liste" bei Google wohl ziemlich zugenommen haben. Wenn sie also Menschen im Supermarkt oder in der Drogerie dabei beobachten, wie sie durch eine endlos lange Liste scrollen, dann wissen Sie, was diese Menschen gerade vermutlich tun. Das nervt natürlich!

Da müssen wir was machen, haben sich die Ehrenamtler des Internet-Projekts "zerforschung" gedacht - und flugs ein kleines Tool gebastelt, mit dem über den EAN-Strichcode die PEI-Ergebnisse abgerufen werden können. Simpel - aber effektiv: Per Smartphone auf schnelltesttest.de den Strichcode per Kamera erfassen - und schon weiß jeder, ob der Schnelltest für zu Hause etwas taugt. Der Kamera-Fokus hakt ein bisschen - und einige Tests werden gar nicht erkannt. Das wäre sowieso ein äußerst schlechtes Zeichen - denn in der PEI-Liste sind nur zugelassene Tests verzeichnet

Von Ehrenamtlern realisiert

Überhaupt darf das Projekt nicht mit kommerziellen Kriterien gemessen werden. Hinter "zerforschung" stecken ehrenamtlich arbeitende Menschen – die haben das webbasierte Tool also mal eben neben ihren Haupttätigkeiten realisiert. "Wir haben ein Problem gesehen und dafür eine Lösung gebaut", schreibt das Kollektiv auf ihrer Website. "Für uns ist klar: Dass wir überhaupt eine Web-App bauen können, ist schon ein Privileg."

Und sparen im gleichen Atemzug nicht mit Kritik an der schleppenden Digitalisierung in Deutschland: "Trotzdem dürfen solche Tools nicht davon abhängen, ob wir gerade Zeit haben oder nicht. Im Jahr 2022 muss Digitalisierung als ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge gedacht werden – erst recht, wenn es um die Bekämpfung einer seit 2 Jahren andauernden, globalen Pandemie geht."

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