Kleiner Finn (†1) zu Tode gequetscht

Landgericht Halle verurteilt Axel H. zu 10 Jahren Haft

Der kleine Finn (†1) wurde vom Ex-Freund seiner Mutter zu Tode gequetscht.
Der kleine Finn (†1) wurde vom Ex-Freund seiner Mutter zu Tode gequetscht.
© Privat

04. September 2021 - 10:48 Uhr

Auf Bauch des Kindes gekniet: Finn (†1) wurde in Naumburg zu Tode gequetscht

Das Urteil im Prozess um den Tod des kleinen Finn ist gefallen! Axel H. (27) wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge und schweren sexuellen Missbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Das Landgericht in Halle an der Saale sieht es als erwiesen an, dass der Einjährige starb, weil sich der damalige Lebensgefährte seiner Mutter auf seinen Bauch kniete und dem Kleinkind dabei tödliche Verletzungen zufügte.

Axel H. tötete den Sohn seiner damaligen Freundin

Axel H. beim Prozessbeginn vor dem Landgericht Halle an der Saale.
Axel H. beim Prozessbeginn vor dem Landgericht Halle an der Saale im Juli..

Die Mutter hatte ihren Sohn am 11. Juni 2016 in Naumburg leblos in seinem Bett gefunden und vergeblich versucht, ihn wiederzubeleben. Im Krankenhaus konnten die Ärzte nur noch den Tod des Kindes feststellen. Wegen der komplizierten Beweislage und zuletzt wegen der Corona-Pandemie konnte der Prozess erst im Juli 2021 beginnen.

Axel H. war damals in Verdacht geraten, weil er neben der Kindsmutter der einzige Erwachsene in der Wohnung gewesen war. Zu Beginn des Prozesses hatte die Mutter des kleinen Finn über ihre Beziehung zu dem Angeklagten ausgesagt, die sie nach dem Tod des Sohnes beendet hatte. Der Mann habe keinerlei Auffälligkeiten gezeigt und auch zu ihrem anderen Sohn ein gutes Verhältnis gehabt, schilderte sie.

Leiblicher Vater wünschte sich höchste Strafe für seinen Cousin Axel H.

Sebastian Berger (29) ist der Vater des kleinen Finn, der am 11. Juni 2016 an schwersten Verletzungen verstarb - laut Anklage, weil der Freund seiner Mama sich auf den Bauch des Kindes gekniet und es so schwer verletzt hatte.
Sebastian Berger (29) ist der Vater des kleinen Finn, der am 11. Juni 2016 an schwersten Verletzungen verstarb
© RTL

Ermittler hatten unter anderem Spermaspuren des Angeklagten auf Kuscheltieren der Kinder gefunden. Das erklärte die Mutter damit, dass sie gelegentlich im Kinderzimmer Sex mit ihm gehabt habe.

Auch Sebastian Berger, der leibliche Vater des kleinen Finn, hatte im Prozess ausgesagt. Er hatte H., der sein Cousin ist, dazu aufgefordert, zu gestehen. "Er braucht nichts abzustreiten, es soll es doch endlich zugeben." Er selbst sei seit dem Tod seines Sohnes "innerlich zerbrochen" und habe nur einen Wunsch: "Ich möchte einfach nur, dass er die höchste Strafe für das bekommt, was er getan hat."

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H. selbst stritt die Tat am ersten Prozesstag ab. Im Verlauf der Verhandlung hatten Zeugenaussagen sowie die Aussage einer Gutachterin den Vorbestraften H. allerdings schwer belastet, berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung". Aus diesem Grunde sei auch das ursprünglich für den 28. Juli erwartet Urteil nicht gefallen, stattdessen waren weitere Verhandlungstage angesetzt worden. (dpa/uvo, mor)