Prozess: Starb Kleinkind, weil Axel H. auf seinem Bauch kniete?

Vater des toten Finn (†1): "Wenn ich meine Familie nicht hätte, hätte ich mich vielleicht danebengelegt"

Sebastian Berger (29) ist der Vater des kleinen Finn, der im Juni 2016 verstarb - laut Anklage, weil der Freund seiner Mama sich auf den Bauch des Kindes gekniet und es so schwer verletzt hatte.
Sebastian Berger (29) ist der Vater des kleinen Finn, der im Juni 2016 verstarb - laut Anklage, weil der Freund seiner Mama sich auf den Bauch des Kindes gekniet und es so schwer verletzt hatte.
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18. Juli 2021 - 14:56 Uhr

Finns Vater fordert "höchste Strafe dafür, was er getan hat"

Was dieser Vater durchmachen muss, ist unvorstellbar. Sebastian Berger (29) sagte am Donnerstag vor dem Landgericht in Halle aus. Sein kleiner Sohn Finn (1) ist tot. Der Vorwurf: Der Ex-Freund der Kindsmutter soll auf dem Bauch des Kleinkindes gekniet haben und ihm dabei so schwere Verletzungen zugefügt haben, dass es starb. Der trauernde Vater erfuhr im Urlaub vom Tod seines Kindes. Sein Wunsch: "Ich möchte einfach nur, dass er die höchste Strafe dafür bekommt, was er getan hat."

Schwerer Gang: Finns Vater sagt vor Gericht als Zeuge aus

Der kleine Finn starb im Krankenhaus an schwersten inneren Verletzungen. Der Lebensgefährte seiner Mutter steht vor Gericht. Der Vorwurf: Axel H. soll auf dem Bauch des Kindes gekniet und ihn so tödlich verletzt haben.2
Der kleine Finn starb im Krankenhaus an schwersten inneren Verletzungen. Der Lebensgefährte seiner Mutter steht vor Gericht. Der Vorwurf: Axel H. soll auf dem Bauch des Kindes gekniet und ihn so tödlich verletzt haben.
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Diese schrecklichen Vorwürfe gegen Axel H. wiegen schwer. Der 27-Jährige aus Naumburg soll sich auf den Bauch des kleinen Finn gekniet haben. Laut Anklage habe der Junge dabei so schwere Verletzungen erlitten, dass er am im Juni 2016 starb. Einen Monate zuvor, im Mai 2016, hatte Finn seinen ersten Geburtstag gefeiert. Jetzt muss sich der bereits vorbestrafte Axel H. wegen Totschlags vor dem Landgericht in Halle verantworten.

Vor Prozessbeginn hat RTL-Reporter Christoph Schlüter Sebastian Berger getroffen. Er ist der Vater von Finn und nach Halle gekommen, um bei dem Prozess auszusagen. Ein schwerer Schritt, wie er selbst beschreibt. "Die ganze Autofahrt von Naumburg hierher, das war eine Katastrophe", sagt er. "Die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen. Früh um drei bin ich auf den Friedhof, um einfach da nochmal ein bisschen zu reden."

Vater erfuhr im Urlaub von Finns Tod

Er selbst habe im Urlaub vom Tod seines Kindes erfahren. Sein Sohn sei "eingeschlafen", er solle nach Naumburg kommen, habe man ihm in einem Telefonat mitgeteilt. Ein Schock. "Ich war am Boden zerstört. Wenn ich meine Familie nicht hätte, dann muss ich ganz ehrlich sagen, hätte ich mich vielleicht danebengelegt", sagt er im RTL-Interview.

Für den trauernden Vater zählt jetzt nur noch eins: "Ich möchte einfach nur, dass er die höchste Strafe für das bekommt, was er getan hat." Den Angeklagten fordert Axel H. auf, zu gestehen. "Er braucht nichts abzustreiten, es soll es doch endlich zugeben. Fünf Jahre ist eine verdammt lange Zeit – und er soll endlich die Karten auf den Tisch legen und sagen, was passiert ist."

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Erinnerungen aus dem privaten Familienalbum: "Immer so lebensfroh", steht unter den Fotos von Finn aus Naumburg.
Erinnerungen aus dem privaten Familienalbum: "Immer so lebensfroh", steht unter den Fotos von Finn aus Naumburg.
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Berger habe sein Kind zwei Wochen vor seinem Tod zum letzten Mal lebend gesehen, erzählt der 29-Jährige. Er hoffe, seinen Frieden zu finden, wenn der Angeklagte verurteilt wird. Bis dahin wird noch etwas Zeit vergehen, denn das Urteil ist für den 29. Juli angesetzt. Axel H. drohen im Falle einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Haft. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung. (dky)