Kommt es schon bald auf den Markt?

Dieses Nasenspray verhindert Corona-Ansteckung

20. August 2020 - 17:14 Uhr

Meilenstein in der Corona-Forschung?

Deutsch-amerikanische Forscher wollen ein Nasenspray entwickelt haben, das eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern soll. Kann das wirklich funktionieren? Und wann könnte das Präparat auf den Markt kommen? Wir haben mit Prof. Dr. Peter Walter aus San Francisco gesprochen und Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht ordnet ein.

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Lama-Antikörper als Vorbild

Wissenschaftler der "UC San Francisco" sind davon überzeugt, dass sie ein Nasenspray entwickelt haben, dass die Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern soll. Eine Anwendung am Tag könne möglicherweise einer Corona-Infektion vorbeugen, so die Forscher. "Wir haben die AeroNabs entwickelt, die sich an das Spikeprotein des Coronavirus binden und die binden so stark, dass sie damit das Spikeprotein inaktivieren. Corona braucht aber dieses Protein, um in menschliche Zellen einzudringen und sich zu vermehren. Und wir blockieren damit sozusagen das Virus. Und die Hoffnung ist, dass wir diese AeroNabs in Form von Spray nutzen können zur Vorbeugung", sagt Prof. Dr. Peter Walter von der Universität San Francisco gegenüber RTL. "Das Virus vermehrt sich als Erstes hauptsächlich in der Nase und wandert erst später runter in die Lunge", so Prof. Walter weiter.

"Unsere Inspiration waren Lamas, weil die ganz besondere Arten von Antikörper produzieren, viel kleinere als das, was man beim Menschen sieht. Und die haben wir jetzt genutzt, die AeroNabs zu entwickeln."

Klinische Studien zum Anti-Corona-Nasenspray stehen noch aus

Ist den Forschern hier ein Durchbruch gelungen? "Ob das Nasenspray zu 100% vor Corona schützen kann, müssen erst die klinischen Studien ergeben. Wir suchen derzeit nach einem Partner in der Pharmaindustrie, die mit uns arbeiten wollen und produzieren. Wir wissen ja noch nicht, ob das Spray Nebenwirkungen haben könnte und wie hoch die Dosierung sein muss. Im Labor haben wir das getestet und in diesen Tests haben wir einen 100%igen Schutz erreicht", sagt Prof. Dr. Peter Walter.

Die Forscher hoffen, dass das Spray in wenigen Monaten auf den Markt kommen kann. In der Herstellung wird es vermutlich nur wenige Cents kosten und wäre damit für die breite Masse auf der ganzen Welt zugänglich. Eine Flasche soll ca. 1 bis 2 Wochen reichen und pro Stoß in die Nase 24 Stunden vor Corona schützen. Daher sollte das Spray einmal täglich angewendet werden.

Gefahr einer Abhängigkeit bei diesem Nasenspray ausgeschlossen

Sollte das Produkt auf den Markt kommen, bestünde die Gefahr einer Abhängigkeit? "Ganz klar, nein!" sagt Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht. "Die Abhängigkeit bezieht sich auf Nasensprays, die wir einsetzen, um besser Luft zu bekommen, also die Gefäße verengen. Und da kann man wirklich abhängig werden. Dieses Mittel ist aber in diesem Spray nicht enthalten."

Kein Ersatz für Corona-Impfstoff

Einen Impfstoff ersetzen soll das Präparat nicht. Die Forscher hoffen, dass es die Zeit, bis ein massentauglicher Impfstoff gefunden ist, überbrücken und in wenigen Monaten auf den Markt kommen kann. In der Herstellung wird es vermutlich nur wenige Cents kosten und wäre damit für die breite Masse auf der ganzen Welt zugänglich. Eine Flasche soll ca. 1 bis 2 Wochen reichen und pro Stoß in die Nase 24 Stunden vor Corona schützen. "Wir hoffen, dass das Spray auch noch bei einer bereits mit Corona infizierten Person angewendet werden kann. Allerdings muss es sich dabei um ein frühes Stadium handeln, damit ein schwerer Verlauf verhindert werden kann." sagt Prof. Dr. Peter Walter.