Was der Experte davon hält

Nach israelischer Studie: Ist nach der dritten Impfung Schluss?

Bleibt es in Zukunft bei einer dritten (Booster-)Impfung? Oder kommt da doch noch etwas auf uns zu?
Bleibt es in Zukunft bei einer dritten (Booster-)Impfung? Oder kommt da doch noch etwas auf uns zu?
© master1305

18. Januar 2022 - 16:30 Uhr

Viele Menschen erhalten aktuell noch immer ihre Auffrischungsimpfung, den sogenannten Booster. Für viele stellt das den dritten Piks, für all diejenigen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden, den zweiten Piks dar. Soweit so gut – doch die Coronavirus-Variante Omikron sorgt für Unruhe. Sollten wir uns ihretwegen – und eventuell zukünftig auftretenden Mutationen – jetzt nicht sogar lieber ein viertes Mal impfen lassen? Bringt das überhaupt was? Laut einer neuen israelischen Studie wohl eher nicht. Wie der Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht die Situation einschätzt.

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Immer weiter impfen? "Das macht keinen Sinn!"

Selbst wenn man sich ein viertes Mal gegen Covid-19 impfen lassen würde: Laut Professor Gili Regev und seinem Team vom Schiba-Krankenhaus in Tel Aviv, Israel, wäre man dennoch nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante geschützt. Auch diejenigen, die vierfach geimpft sind, würden sich anstecken, auch wenn ein deutlicher Antikörper-Anstieg erkennbar sei, berichten die Wissenschaftler. Aber: Es handelt sich wohl zunächst um Zwischenergebnisse, daher wollten Regev und Co. keine genaueren Zahlen nennen.

Dass eine vierte Impfung (vorerst) keine große Rolle spielen wird, dem stimmt auch Dr. Specht im RTL-Interview zu: "Ständig hintereinander zu impfen, das macht keinen Sinn, das zeigen die israelischen Daten sehr schön." Dennoch sei eine Angst vor einer ständigen Impfung, "die einige Leute haben", aus seiner Sicht medizinisch unbegründet. Laut dem Allgemeinmediziner müsse man sich mehr auf angepasste Impfstoffe fokussieren.

Vierte (Booster-)Impfung nur mit angepasstem Wirkstoff

"Mit einem angepassten, 'neuen' Impfstoff macht es durchaus Sinn, in naher Zukunft zu boostern oder eventuell auch eine vierte Impfung durchzuführen – aber eben nur bei denjenigen, die es auch wirklich brauchen. Die gesamte Bevölkerung wird jetzt nicht ständig eine Auffrischungsimpfung erhalten müssen", erklärt der Medizinjournalist.

Zudem ist es Dr. Specht ein Anliegen, mit der Vorstellung aufzuräumen, "dass ein ständiges Impfen unsere Immunabwehr immer auf einem Level halten könnte." Außer bei der Grippe, der Influenza, sei das bei Viren so gut wie nie der Fall. Warum die Influenza aus der Reihe fällt? "Gegen die wird jeden Herbst geimpft, allerdings mit einem angepassten Impfstoff." Die Haltbarkeit sei begrenzt, es sei bekannt, "dass die Immunität – gerade bei Älteren, bei denen es ja darauf ankommt – nicht lange anhält." Bei Corona könnte ein ähnliches Vorhaben Sinn machen, "das wissen wir aber noch nicht." Sollten wir es in Zukunft "wieder mit leicht abgewandelten Varianten zu tun haben", sei das eine Möglichkeit. (vdü/jos)

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