Allergische Reaktion oder Pfusch?

Not-OP und zwei Wochen Klinik! Frau nach Hyaluron-Behandlung entstellt

08. Oktober 2020 - 14:56 Uhr

Jünger aussehen - zu einem sehr hohen Preis

Bianca Cicciarella-Vella aus Deggendorf wollte nur ein paar Fältchen um die Mundpartie loswerden, wieder jünger aussehen. Sie ließ sich geringe Mengen Hyaluronsäure spritzen und war zunächst sehr zufrieden. Doch nach einigen Wochen entzündet sich der Bereich, ihr Gesicht schwillt immer weiter an. Mittlerweile wird sie seit zwei Wochen stationär behandelt. "Mein Gesicht ist ruiniert und das alles nur wegen ein paar Falten", erzählt sie aus dem Krankenhaus. Jetzt will sie andere Frauen vor dieser Leichtsinnigkeit warnen.

Wie schlimm ihr Gesicht nach der Behandlung aussieht, zeigen wir im Video. Achtung, die Bilder sind nichts für schwache Nerven.

Ergebnis direkt nach der Behandlung zunächst gut

Jünger und frischer aussehen und das mit einem kleinen Eingriff – das klang für Bianca Cicciarella-Vella aus Deggendorf nach einem vertretbaren Risiko. Während eines Trips nach München mit ihren Freundinnen ließ sich sie in einer Beauty-Klinik kleine Mengen Hyaluron spritzen. "Ich wollte, dass die Fältchen rund um die Lippen verschwinden", erinnert sie sich im RTL-Interview. "Einfach ein bisschen jünger aussehen."

Und in den ersten fünf Wochen nach dem Eingriff war sie mit dem Ergebnis dieser Behandlung sehr zufrieden. Doch dann bildete sich ein kleiner Knubbel an einer der Einstichstellen, der nach wenigen Tagen zu schmerzen anfing.

Unter den Einstichstellen hat sich viel Eiter gebildet

Mit einem kleinen Knubbel begann die Leidensgeschichte von Bainca Cicciarella-Vella. Zunächst wurde die Unternehmerin im Krankenhaus nicht ernst genommen und mit Schmerztabletten wieder nach Hause geschickt, doch als ihre Mundpartie deutlich anschwoll, fuhr sie sich schließlich selbst in die Notaufnahme einer Regensburger Klinik.

Die Dermatologin vermutete eine Verhärtung. "Der Ultraschall enthüllte anderes, schon beim Einstich der Betäubungsspritzen war alles klar, mein kompletter Kinnbereich links und rechts war überfüllt von einer festen Eitermasse", erinnert sich Frau Cicciarella-Vella. Die Ärzte drückten die Eitermasse aus der Entzündung. "Über eine handvoll hat der Arzt an mehreren Einstichen ausgedrückt."

Ärzte entscheiden sich für eine Not-Operation

Doch bei der einmaligen Behandlung blieb es nicht. Fast täglich wurden die Entzündungen aufgeschnitten, damit die Eitermasse abfließen konnte. Die Patientin bekam starke Schmerzmittel, doch solange die Ärzte nicht sicher wissen, ob es eine allergische Reaktion oder ein durch die Spritzen übertragener Keim ist, ist die Behandlung schwierig.

Nach einigen Tagen ordnete ein Arzt sogar eine Not-Operation an. "Es wurde eine Kinnspaltung gemacht", erklärt Cicciarella-Vella. Mittlerweile konnte sie nicht mehr selbstständig trinken und essen, auch sprechen war durch die Schwellung kaum noch möglich. Ernährt wurde sie fortan durch eine Magensonde.

Wie lange die Behandlung noch andauern wird, weiß niemand. Cicciarella-Vella bekommt Antibiotika, doch die behandelnden Ärzte wollen ihr erst Hoffnung auf Besserung machen, wenn das gesamte Hyaluron aus ihrem Gesicht abgeflossen ist. "Ich bereue es so sehr. Mein Gesicht ist ruiniert und das alles nur wegen ein paar Falten!"

Jetzt will sie andere Frauen warnen

Noch aus dem Krankenhaus wendet sich Cicciarella-Vella an RTL mit der klaren Botschaft: "Ich will andere Frauen warnen! Das "normale" Hyaluron-Behandlungen muss aufhören", sagt sie im Interview. "Dass man sich Hyaluron spritzen lässt, als wäre es ein Besuch beim Friseur."