Einziger Überlebender des Gondelunglücks in Italien

Wer bekommt das Sorgerecht? Großvater und Tante streiten um den kleinen Eitan (5)

Eitan (r.) mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder (†2).
Eitan (r.) mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder (†2).
© privat

05. August 2021 - 9:19 Uhr

Eitan (5) verlor beim Seilbahnunglück am Lago Maggiore seine ganze Familie

Mit fünf Jahren wurde der kleine Eitan zum Waisenkind. Er verlor beim tödlichen Seilbahnunglück am Lago Maggiore in Italien seine Eltern, seinen Bruder und seine Urgroßeltern. Er überlebte, weil ihn sein Vater schützend mit seinen Armen umklammerte. Doch nun ist ein Streit um die Zukunft den Jungen entbrannt. Sein Großvater und seine Tante streiten ums Sorgerecht.

Unklar, bei wem Eitan (5) bleiben soll

HANDOUT - 23.05.2021, Italien, Stresa: Rettungskräfte arbeiten am Wrack einer abgestürzten Gondel, die in einem Waldstück liegt. Beim Absturz der Gondel einer Seilbahn am norditalienischen Lago Maggiore haben mindestens 14 Menschen ihr Leben verloren
14 Menschen starben beim Gondelabsturz in Italien.
© dpa, Uncredited, frd

Mehr als zwei Wochen nach dem Gondelunglück mit 14 Toten lag der kleine Eitan schwer verletzt im Kinder-Krankenhaus. Nach seiner Entlassung zog er zunächst zu seiner Tante Aya, die in Pavia südlich von Mailand lebt und Kinder im gleichen Alter hat, berichtet das italienische Portal "Il Tempo".

Doch dann sei der Großvater des Jungen aus Israel gekommen, um den Fünfjährigen abzuholen. Seine Tante wollte ihn aber nicht abgeben, so kam es zum Streit. Jetzt soll ein Turiner Gericht klären, wem das Sorgerecht zufallen soll: der Tante väterlicherseits oder dem Großvater mütterlicherseits.

"Ich möchte bei Mama und Papa sein"

Der Sorgerechtsprozess soll im September stattfinden. Bis dahin will das Gericht auch die Einschätzung der Ärzte und Psychologen, die sich nach dem Unglück um Eitan gekümmert haben, einholen.

Als kürzlich ein Psychologe im Auftrag des Jugendgerichts den Fünfjährigen fragte, bei dem er lieber bleiben will, sorgte seine Antwort für Gänsehaut: "Ich möchte bei Mama und Papa bleiben".

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Luigi N. (56) ist der Seilbahn-Chef, der für das Unglück verantwortlich sein soll.
Luigi N. (56) ist der Seilbahn-Chef, der für das Unglück verantwortlich sein soll.
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Die Gondel mit 15 Insassen war am 23. Mai kurz vor dem Ziel am Lago Maggiore abgestürzt, weil das Führungsseil riss. Sie überschlug sich mehrfach, krachte gegen einen Baum. 14 Menschen starben, nur der kleine Eitan aus Israel überlebte.

Später kam heraus: Die Notbremse am Tragseil, die hätten greifen und einen Absturz verhindern müssen, war vorsätzlich durch eine Gabel blockiert. So rauschte die Kabine talwärts, sprang an einem Pfeiler aus der Verankerung und zerschellte an einem steilen Hang.

Inzwischen wird gegen 14 Menschen ermittelt, unter anderem gegen den Betreiber Luigi N. (56). Er soll von den Manipulationen gewusst haben. Das Motiv: Offenbar Geldgier.