Der ganze schockierende Stalking-Fall als RTL+-DokuWenn Sophie N. (†23) ihr Smartphone benutzte, war ihr Mörder immer dabei

Weil sie keine Beziehung mit ihm wollte!
Über zwei Jahre lang stellt Patrick S. (35) der Stewardess Sophie N. (†23) nach. Er hört Telefonate ab, schaut ihre Fotos an und weiß jederzeit, wo sich Sophie befindet. Schließlich ermordet er die 23-Jährige im Januar 2020 in ihrem Badezimmer. Wie konnte es so weit kommen – das seht ihr im Video und den ganzen schockierenden Fall gibt es auch als Doku auf RTL+.
Zwei Jahre lang war er Sophie N.s Stalker – dann wurde Patrick S. zum Mörder
Sophie N. lernt ihren Mörder auf der Arbeit kennen, als sie als Aushilfe bei H&M arbeitet. Die beiden freunden sich an. Für sie ist er ein netter Kollege. Patrick S. will eine Beziehung. Als Sophie N. ein Praktikum in Barcelona macht, reist er ihr hinterher, steht mehrfach vor ihrer Tür. Schließlich gibt sie Patrick S. einen Korb und denkt, es ist vorbei. Doch die Zuneigung ihres Verehrers schlägt in Hass um.
Sophie ahnt nicht, dass ihr späterer Mörder eine Spionage-App auf ihrem Smartphone installiert hat. „Das geht relativ einfach und schnell“, sagt Marco Preuss vom IT-Sicherheitsdienstleister Kaspersky in einem früheren RTL-Interview. Patrick S. nutzte offensichtlich das Vertrauen und die Ahnungslosigkeit seines Opfers aus, um die Spionage-App auf dem Smartphone von Sophie zu installieren – der Fall zeigt, wie wichtig es ist, sein Handy nicht unbedacht aus der Hand zu geben.
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Legale App ermöglicht grenzenloses Stalking
In den meisten Fällen stecken der eigene Partner, ein Familienmitglied oder wie im Fall von Sophie N. ein Kollege hinter derartigen Cyber-Attacken. „Die Software wurde speziell dafür erstellt, eine Überwachung durchzuführen.“ Durch die Technik, die legal gekauft werden kann, erhalten die Täter Zugang zu Nachrichten, Fotos, Audio- oder Kameraaufnahmen sowie Geolokalisierungsinformationen ihrer Opfer. „Es geht nicht darum, wann jemand in einer App online ist oder etwas in einem sozialen Netzwerk gepostet hat“, sagt Preuss. „Es geht gezielt um den Eingriff in die Privatsphäre: Mit welchen Leuten hat man privat kommuniziert? Was wurde dort kommuniziert? Wo befindet sich diese Person in dieser Sekunde? Das ist keine Statusänderung im öffentlichen Bereich.“
„Das Problem ist, dass man sein ganzes Leben auf dem Handy hat, es findet alles in der digitalen Welt statt“, erklärt der Experte.
Benutzt Sophie damals ihr Smartphone, ist ihr Stalker immer dabei: Er weiß, wann sie ihre Familie besucht. Er weiß, was sie mit ihren Freundinnen bespricht. Er schaut sich die Fotos an, die sie aufnimmt. In sozialen Netzwerken tauchen gefälschte Profile von Sophie auf, in denen sie leicht bekleidet zu sehen ist. Als sie mit dem Auto ihrer Mutter unterwegs ist, wird es zerkratzt und die Reifen zerstochen. Übernachtet sie bei ihrer Mutter, klingelt es in der Nacht und das Klingelschild wird zerstört. Sie bekommt anonyme Anrufe ...
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Mutter von Stalker Patrick S.: „Nie im Leben hätte ich das gedacht”

Patrick S. wohnt die ganze Zeit über noch bei seinen Eltern. Im Prozess (Juli 2020 bis Januar 2021) gegen ihn sagt auch die Mutter des Täters aus. Auf die Frage, ob sie wisse, was ihrem Sohn vorgeworfen werde und ob sie sich das vorstellen könne, antwortet sie weinend: „Nie im Leben hätte ich das gedacht.“
Auch Sophie bringt Patrick S. all die Zeit nicht mit den Geschehnissen in Verbindung – zu unbedeutend ist er in ihrem Leben. Bei der Polizei erstattet sie Anzeige gegen unbekannt.
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Im Januar 2021 wird Patrick S. schließlich wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Richter fasst bei der Urteilsverkündung zusammen, dass der Angeklagte gleichzeitig „verliebt und manipulativ” gewesen sei. Nachdem sich die Zurückweisungen von Sophie N. als immer deutlicher herausstellten, hätte sich laut dem Richter etwas bei dem jungen Mann verändert: „Das was vorher deutliche Zuneigung für Sophie N. war, wurde dann zu überdeutlicher Abneigung bis hin zu Hass und Rache”. Die Tat mache ihn fassungslos: „Es ist ziemlich verstörend – Ihr Verhalten ist verstörend.“
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Habe ich eine Stalking-App auf dem Handy? So findet ihr es heraus
Die Behörden kommen damals nicht auf die Idee, Sophies Smartphone zu untersuchen. „Die App ist darauf spezialisiert, sich zu verstecken und gibt sich als etwas aus, was auf den ersten Blick harmlos aussieht“, sagt Preuss. „Die Software kann sich aber nicht immer im System verstecken.“ Er rät, regelmäßig die Apps zu checken und dabei zu prüfen, ob etwas Verdächtiges zu sehen ist. Außerdem führe die Software dazu, dass der Akku wesentlich schneller leer ist als sonst. Bei Betroffenen steige zudem der Datenverbrauch an, weil die Software permanent Informationen an den Stalker sendet.
Preuss rät, eine Sicherheitssoftware für Mobilgeräte zu installieren und mit dieser einen Scan durchführen. Diese erkennt Spionage-Software und kann sie vom Smartphone entfernen. „Man sollte sie aber nicht sofort löschen, weil der Täter dann sofort die Information bekommt, was Folgen haben kann. Hier haben wir ein sehr hohes Bedrohungspotential“, warnt der Experte. Man solle stattdessen alles so lassen und die Polizei auf den Verdacht hinweisen.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, RTL+


