Das können Betroffene tun

Hilfe, wie werde ich meinen Stalker los?

So können Sie sich vor einem Stalker schützen.
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09. September 2020 - 15:31 Uhr

Das können Sie tun, um einen Stalker loszuwerden

Ungewollte Liebesbriefe, Päckchen, Anrufe und sogar Besuche - Stalking hat nichts mit harmlosen Nachrichten zu tun, sondern entwickelt sich schnell zu einem Alptraum für das Opfer. Wie kann man sich vor einem Stalker schützen, bevor es zu spät ist?

Was sind Stalker für Menschen?

Jeden Tag Anrufe und Nachrichten, jeden Tag das Gefühl, permanent verfolgt zu werden. Wer von einem Stalker belästigt wird, fühlt sich in seinem Alltag nicht mehr wohl, hat oft panische Angst. Etwa jede zehnte Person in Deutschland ist im Laufe ihres Lebens laut einer Studie der "Weißer Ring Stiftung" von Stalking betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer. Mehr als die Hälfte der Stalking-Opfer wird von ihrem Ex-Partner verfolgt. Dennoch kann der Stalker auch einfach nur ein Arbeitskollege sein, ein flüchtiger Bekannter oder ein vollkommen Unbekannter. Aber was sind das für Menschen?

Stalker sind häufig Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl, die oftmals unter Persönlichkeitsstörungen bis hin zu Psychosen leiden. Durch ihre Psychose können sie nicht zwischen Realität und Vorstellung unterscheiden. Sie sind psychisch krank und bedürfen einer psychotherapeutischen oder auch medikamentösen Behandlung.

Anti-Stalking-Gesetz: Rechtliche Hilfe

Der Paragraph 238 bietet Stalking-Opfern einen Rechtsschutz. Sie können sich an einen Anwalt wenden. Dieser hat die Möglichkeit. zivilrechtlich vorzugehen und eine einstweilige Anordnung beim Amtsgericht zu bewirken. Es wird zum Beispiel beschlossen, dass sich der Stalker dem Opfer nicht mehr auf eine bestimmte Entfernung nähern und keinen Kontakt aufnehmen darf. Verstößt er dagegen, ist die Strafe viel höher als bei einem normalen Verfahren.

Freunde und Familie informieren

Viele Opfer schämen sich, dass sie gestalkt werden und trauen sich nicht, anderen von ihrer Situation zu erzählen. Hier gilt aber: Je mehr Menschen Bescheid wissen, desto besser. Zu einem kann das den Täter abschrecken, zum anderen können Freunde und Familie im schlimmsten Fall eingreifen und helfen.

Wann sollte man die Polizei informieren?

Sobald man sich stark bedroht fühlt und Angst hat, sollte man immer die Polizei informieren. Zudem ist es wichtig, alle Aktionen und Handlungen des Stalkers wie Telefonanrufe, Nachrichten etc. genau zu dokumentieren.

Um Stalking-Opfern dabei zu helfen, hat die Opferschutzorganisation "Weißer Ring" eine kostenlose App names "No Stalk" entwickelt. Mit der Anwendung soll es Betroffenen erleichtert werden, vor Gericht zu beweisen, dass sie terrorisiert oder bedroht werden.

Was tun, wenn die eigene Gesundheit unter dem Stalking leidet?

Zunächst fühlen sich die meisten Opfer einfach nur belästigt. Hört das Stalking nicht auf, kommt Macht- und Hilflosigkeit dazu. Die Betroffenen leben in ständiger Angst, was zu Panikattacken, Konzentrationsproblemen und Schlafstörungen führen kann und im schlimmsten Fall zu einer Depression.

Wenn der psychische Druck zu groß wird und die Angst überhand nimmt, sollte man zunächst den Hausarzt aufsuchen. Dieser kann Betroffene an Fachärzte überweisen. Es gibt auch psychosoziale Beratungsstellen wie den "Weißen Ring", bei denen man sich Hilfe holen kann.

Weitere Anlaufstellen für Betroffene von Stalking oder Gewalt finden Sie hier.