Was hilft wirklich, was ist Quatsch?

Stiftung Warentest checkt Anti-Schnarch-Produkte

22. September 2021 - 18:00 Uhr

Schnarchen verhindern: Geht das überhaupt?

In Millionen Betten in Deutschland spielt sich jede Nacht das gleiche Drama ab: Einer (öfter ist es der Mann) schnarcht, während die andere Person um den Schlaf gebracht wird. Die Nerven aller Beteiligten werden auf Dauer gehörig strapaziert. Bevor also getrennte Schlafzimmer oder sogar eine Operation als letzter Ausweg anstehen, sind viele bereit, ordentlich Geld in Hilfsmittel zu stecken, die das Sägen verhindern sollen. Stiftung Warentest hat sich 23 Produkte zur Selbstbehandlung genauer angeschaut. In welchen das Magazin zumindest Potenzial sieht, auf was Schnarcher unbedingt achten sollten und welche Produkte Geldverschwendung sind, sehen Sie im Video.

Regel Nr. 1: Erst die Ursache abklären

Kissen, Mundschienen, Nasenspreizer, Kopfgurte, Schlafsäcke – der Anti-Schnarch-Markt bietet jede Menge Auswahl. Um deren Wirksamkeit beurteilen zu können, setzte Stiftung Warentest vor allem auf wissenschaftliche Literatur, Leitlinien von Fachgesellschaften und kontrollierte Studien, die den Nutzen der Produkte belegen. Ein Experte prüfte die Werbeaussagen und Unterlagen der Anbieter sowie die Aufklärung von Risiken.

Anders als bei regulären Tests wurden diesmal keine Noten vergeben – stattdessen beurteilte das Magazin nur, ob mit einem bestimmten Produkt überhaupt die Chance auf Besserung besteht. Eine klare Voraussetzung dafür: Betroffene sollten im Vorfeld ärztlich ganz genau abklären, aus welchen Gründen sie schnarchen – etwa nur in Rückenlage, durch einen nach hinten rutschenden Kiefer oder verengte Atemwege. Erst, wenn die Ursache feststeht, sollte man sich auf die Suche nach dem passenden Hilfsmittel machen. Immerhin: "Manche sind einen Versuch wert", so Stiftung Warentest.

Nasenspreizer und Co.

Mithilfe von Kunststoff-Klammern oder -Spreizern, auch Dilatatoren genannt, sollen die Nasenflügel von innen geweitet werden, um für eine möglichst ungehinderte Atmung und damit einen geräuschlosen Luftstrom zu sorgen. Stiftung Warentest beurteilt diese Produkte als "mit Einschränkung geeignet": Sie können dann helfen, wenn eine Atembehinderung im vorderen Nasenbereich die Schnarch-Ursache ist. Dies ist allerdings eher selten der Fall – ein HNO-Arzt kann das abklären. Nasenpflaster und -strips für die Haut außen halten die Tester aufgrund des geringen Effekts für weniger geeignet.

Unter anderem getestet:

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Spangen und Schienen

Wenn Unterkiefer und Zunge durch die Entspannung im Schlaf nach hinten rutschen, wird der Rachenbereich verengt und es kann zum Schnarchen kommen. Spangen und Schienen, die individuell einstellbar sind, sollen genau das verhindern. Laut Stiftung Warentest kann das durchaus funktionieren, das Urteil: "Mit Einschränkung geeignet". Beim Zahnarzt sollte allerdings vorher geklärt werden, ob die Hilfsmittel in Frage kommen oder etwa Kiefergelenksprobleme vorliegen.

Getestet:

Rückenlage-Stopper

Viele fangen erst dann an zu sägen, wenn sie auf dem Rücken liegen. Mit speziellen Westen, Shirts oder Gurten soll genau das verhindert werden. Entweder sind am Rücken Kissen eingenäht, die ein Umdrehen im Schlaf von vorneherein unmöglich machen – oder leichte Vibrationsimpulse regen zum Ändern der Position an. Ein spezielles Kissen soll außerdem dank Sensor Schnarchgeräusche erkennen, sich dann erst mit Luft aufpumpen und so ebenfalls die Rückenlage verhindern. Das Fazit: Diese Produkte sind ebenfalls "mit Einschränkung geeignet" – sofern die Ursache tatsächlich in der Schlafposition liegt.

Unter anderem getestet:

Den kompletten Test finden Sie auf der Website von Stiftung Warentest. (rka)

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