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Missbrauchsverdacht in Berliner Kita "Feldhäuschen": Wurde zu spät reagiert?

Schwere Vorwürfe im Verdachtsfall in der Spandauer AWO-Kita

Missbrauchsverdacht in Berliner Kita "Feldhäuschen": Wurde zu spät reagiert?

Aushilfskraft soll Kinder missbraucht haben In Kita in Berlin-Spandau

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Eltern warnten angeblich mehrfach vor Verdächtigem

Schockierender Missbrauchsfall an einer Berliner Kita: Ein Erzieher soll sich in der Einrichtung in Spandau an mindestens fünf Kindern sexuell vergangen haben. Angeblich haben Eltern mehrmals vor dem Mann gewarnt, passiert ist aber offenbar tagelang gar nichts. Als die Eltern am Montag bei einem Elternabend über die Vorfälle informiert wurden, kam es zu emotionalen Szenen. Eine Mutter brach zusammen und musste von einem Notarzt versorgt werden.

"Sie hätten auf die Eltern hören sollen. Es wurde nicht reagiert"

Verdächtiger Erzieher einer Kita in Berlin-Spandau
Gegen den 32-jährigen Erzieher liegen mittlerweile fünf Anzeigen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern vor.

Gegen den 32-jährigen Erzieher, der als Aushilfskraft in der Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) tätig war, werden schwere Vorwürfe erhoben. Gegen den Mann liegen mittlerweile fünf Anzeigen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern vor.

Eine Mutter sagte RTL-Reporterin Vivian Bahlmann, ihre Tochter habe davon erzählt, von dem Mann massiert worden zu sein. Sie selbst habe erlebt, wie der Verdächtige zur Verabschiedung eine Umarmung eines Kindes eingefordert habe. Andere Eltern erzählen der Reporterin, dass sie die Leitung der Kita vor dem Mann gewarnt hätten. "Sie hätten auf die Eltern hören sollen. Es wurde nicht reagiert", sagte eine Mutter, die anonym bleiben möchte.

Berliner Kita "Feldhäuschen" bleibt erst mal geschlossen

Thomas Scheunemann, Awo Berlin-Spandau
Thomas Scheunemann, AWO-Vorstand des Berliner Kreisverbandes Spandau.
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Die Kita wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Es habe keine konkreten Hinweise aus Sicht von Eltern oder Erzieherinnen gegeben, so Thomas Scheunemann von der AWO Spandau. Sonst hätte man eingegriffen.

Unklar ist, ob das Landeskriminalamt (LKA) früher hätte reagieren können. Dort soll die Anzeige gegen den Verdächtigen bereits am 25. August vorgelegen haben. Die Einrichtung habe jedoch erst am 31. August davon erfahren, so Scheunemann. Weder Eltern noch Ermittler hätten die AWO vorher informiert, sagt er. Nun wird unter Hochdruck ermittelt. Die Kita bleibt bis Montag geschlossen.

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