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Nicht jede Pille verträgt sich mit Migräne

Migräne? Dann können DIESE Antibabypillen sogar lebensbedrohlich sein!

26. März 2021 - 11:45 Uhr

Viele Patientinnen wissen nicht, dass sie die falsche Pille nehmen

Volkskrankheit Migräne – laut dem Robert Koch Institut leiden ganze 15 Prozent der Frauen in Deutschland unter dem immer wiederkehrenden Anfällen. Stress ist für viele der eindeutige Grund, wegen dem es immer wieder zu den Attacken kommt. Doch es gibt noch einen ganz entscheidenden Faktor, der das Leben vieler bestimmt, obwohl es ihnen so viel besser gehen könnte, ohne es zu wissen: Sie nehmen die falsche Antibabypille.

Viele Frauen bekommen erst im Laufe der Jahre Migräne, nehmen aber die gleiche Antibabypille weiter, die sie mit Anfang zwanzig von ihrem Gynäkologen verschrieben bekommen haben. Und dann nimmt das Drama seinen Lauf.

Wir haben eine Expertin gefragt, von welchen Pillen man unbedingt die Finger lassen sollte, wenn man unter hormoneller Migräne leidet. Es gibt nämlich solche, die die Migräne verschlimmern und zu unzähligen Anfällen führen.

Warum sich sogar das Schlaganfallrisiko erhöht und die falsche Pille somit lebensbedrohlich sein kann, erklärt die Expertin im Video.

Migräne oder Kopfschmerzen? Das sind die typischen Symptome.

Wodurch wird hormonelle Migräne getriggert?

Was ist hormonelle Migräne? "Hormonelle Migräne richtet sich nach dem Zyklus. Das heißt: Frauen bekommen etwa zwei bis drei Tage vor der Menstruation oder zwei bis drei Tage danach - und das ganz regelmäßig - eine Migräneattacke", erklärt die Neurologin Dr. Ilonka Eisensehr.

"Bei der Menstruation sinkt normalerweise der Östrogenspiegel rapide ab. Und dieses schnelle, rapide Absinken des Östrogenspiegels löst dann eine Migräneattacke aus."

Warum verändern hormonelle Veränderungen das Schmerzempfinden?

"Wenn Sie das Gaspedal vom Porsche nehmen, und Sie drücken es nur zwei Millimeter, dann düst der ab. Drücken sie das Gaspedal vom Golf zwei Millimeter, dann passiert gar nichts. Und so müssen Sie sich die Schmerznervenfasern vorstellen: Die muss man zwischen den Tagen bei hormonell bedingter Migräne mehr reizen und mehr drücken, wie das Gas, um überhaupt Schmerz zu produzieren, als während der Tage", weiß Eisensehr. Während der Periode brauche man das Gas nur einen Millimeter zu bewegen. "Das heißt: Während der Tage brauchen Sie nur einen kleinen Reiz für diese Schmerzfasern, und schon ist der Migräneschmerz mit voller Wucht da", so die Neurologin.

Diese Pillen sollten Migräne-Patientinnen vermeiden

Worauf muss ich also achten, wenn ich mich für die Antibabypille aus Verhütungsmethode entscheide und betroffen bin? "Die Einnahme einer Pille, die kombiniert ist aus Östrogen und Gestagen, kann bei bestimmten Frauen sogar Migräne auslösen. Natürlich brauchen diese eine bestimmte Veranlagung dafür; aber es gibt Frauen, die haben nie in ihrem Leben Migräneattacken gehabt, fangen mit der Pille an und haben Migräne. Nicht die Mehrzahl, aber die gibt es." Bei diesen Antibabypillen ist also allgemein Vorsicht geboten.

Immer wieder kommt es vor, dass Frauenärzte nicht abfragen, ob ihre Patientinnen unter Migräne leiden. Deshalb sollte man immer offensiv damit umgehen, wenn man zur Vorsorgeuntersuchung geht.

Welche Pillen eignen sich bei hormoneller Migräne?

Die Neurologin rät, ein Präparat zu verwenden, das man durchnimmt. "Diese Präparate verringern bei Migränepatientinnen auch die Attacken, und die sind auch nicht mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall oder andere Erkrankungen bei Migränepatientinnen assoziiert." Und sie haben einen Nebeneffekt: Die Periode bleibt aus.

Bei Migränepatientinnen sollte also immer ein reines Gestagenpräparat gewählt werden. "Dies birgt kein Risiko für andere Erkrankungen, und in einer Vielzahl erleben die Patientinnen eine Reduktion der Migräneattacken", weiß Eisensehr.

Prophylaxe/Behandlung

Wie finden Patientinnen heraus, ob sie durch die Pille eine schlimmere Migräne haben als ohne? Die Neurologin rät, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, "wo auch eingetragen wird, wann die Menstruationsblutung stattfindet und wann die Migräneattacken auftreten" So könne man relativ genau einen Bezug zum Zyklus herstellen. Und so wird letztlich auch die Migräne diagnostiziert, anhand dieser klinisch geführten Migränetagebücher", sagt Eisensehr.

Für Migränepatientinnen hat die Neurologin noch Tipps, mit dem sie das Risiko einen Anfall zu erleiden verringern können: "Regelmäßiger Ausdauersport: 3 mal 20 bis 30 Minuten pro Woche, hat nachgewiesenermaßen einen migräneprophylaktischen Effekt. Ausreichender Schlaf, regelmäßige Schlaf-Wachzeiten und, man sollte Stressreaktionen vermeiden.

Außerdem gibt es noch einen Faktor, der bei manchen Patientinnen und Patienten die Ursache für die Attacken ist: "Es gibt es eine Gruppe von Migränepatienten, die auf bestimmte Lebensmittel reagieren. Das kann zum Beispiel Rotwein sein. Bestimmte Inhaltsstoffe fördern Migräne, die auch in manchen Käsesorten zu finden sind." Aber auch das müsse jeder für sich selbst herausfinden.

Wenn Sie eine hormonfreie Verhütung planen, finden Sie hier die besten Alternativen.

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