Der Vergleich lohnt sich

Markenprodukt oder Eigenmarke? So sparen Sie beim Weihnachtsessen

Kartoffelsalat mit Öl, Essig und Würstchen
Kartoffelsalat mit Würstchen ist laut einer Umfrage das beliebteste Weihnachtsessen.

von Arne Draheim

Wenn Markenprodukte zu teuer sind, greift man eben zu den Eigenmarken. Diese alte Sparstrategie greift jetzt nicht mehr, wie Berechnungen der Preisvergleich-App smhaggle verdeutlichen. Wo sich der Griff zur Handelsmarke bei traditionellen Weihnachtsgerichten dennoch lohnt, hat RTL nun aufgeschlüsselt.

Die Kaufkraft steigt, die Preise auch

Die Lebensmittel liegen noch immer deutlich über der Gesamtinflation. Die flaut zwar langsam ab, allerdings nimmt die Kaufkraft in Vorbereitung auf die Festtage auch deutlich zu. RTL zeigt, bei welchen Lebensmitteln Sie die größte Teuerung erwarten müssen und welche Preisunterschiede zwischen Markenprodukten und Eigenmarken bestehen. Denn Eigenmarken kosten bei allen Lebensmittelhändlern in der Regel gleich viel und eignen sich daher optimal für einen Vergleich.

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Natur- und Frischeprodukte sind kaum vergleichbar

Dass der Gänsebraten zu diesem Weihnachtsfest kein Schnäppchen wird, ist schon länger bekannt. Mit der Inflation und steigenden Futtermittelpreisen hängt die Teuerung aber nur bedingt zusammen. Vielmehr wütete die Vogelgrippe im europäischen Raum in diesem Jahr derart stark, dass zahlreiche Geflügelbetriebe massive Verluste eingefahren haben. Laut EU-Gesundheitsbehörde ECDC mussten allein in der Vogelgrippe-Saison 2021/22 rund 48 Millionen Tiere in Haltung gekeult werden. Viele davon waren Gänse. Deshalb gilt in den meisten Fällen: Aufpreis oder Verzicht.

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Allerdings lässt sich am Beispiel der Gans generell kein deutschlandweiter Preisvergleich anstreben. Der Grund dafür ist simpel, die Preise können je nach Herstellungs- und Produktionsort abweichen. Das wird insbesondere am Beispiel des Karpfens deutlich. So kamen nach Angaben des Bundesamtes für Statistik im vergangenen Jahr fast drei Viertel der Karpfen aus Sachsen und Bayern. Regionale Frischware, zu der auch Obst und Gemüse zählen kann, ist demnach deutlich günstiger - eine Lieferung in andere Bundesländer treibt den Preis nach oben und schränkt die Vergleichbarkeit ein.

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Große Preisunterschiede bei den Beilagen

Rotkohl
Rotkohl: Ein Vergleich zwischen Markenprodukt und Eigenmarken lohnt sich.
iStockphoto

Wer eine teure Gans gekauft hat und nun bei den Beilagen sparen möchte, sollte genauer hinschauen. Allerdings gilt es eines zu bedenken: Die Preise dienen als Übersicht und können täglich variieren. Dennoch lohnt sich ein Blick auf längerfristige Veränderungen. Insbesondere dann, wenn die Produkte zu festlichen Anlässen zu Bestsellern werden.

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Rotkohl und Grünkohl

  • Fertig zubereiteter Rotkohl beispielsweise – zwar ist das Markenprodukt mit einem aktuellen Regalpreis von 1,49 Euro noch immer teurer, dennoch gleichen sich auch die Eigenmarken allmählich dem Preisniveau an. Bei Handelsmarken lässt sich sogar eine Preisdifferenz von 29 Prozent feststellen, sodass der Regalpreis im vergangenen Dezember noch bei 69 Cent lag und nun bei 0,89 Euro liegt. Zum Vergleich: Das Markenprodukt bleibt preisstabil – eine Differenz liegt laut Vergleichsapp smhaggle nicht vor.
  • Anders sieht die Situation beim Grünkohl aus dem Glas aus. Zwar hat das Eigenmarkenprodukt binnen eines Jahres deutlich höhere Preissteigerungen (30,3 Prozent) hinter sich, dennoch reicht es nach wie vor nicht an den Kaufpreis des Markenprodukts heran. Die Hausmarke ist nun für 1,29 Euro erhältlich – zuvor waren es 30 Cent weniger. Beim Premiumprodukt stieg der Preis im Vergleich zum Vorjahr sogar um 50 Cent auf 2,49 Euro. Damit liegt die Differenz bei knapp 25 Prozent, wie smhaggle ermittelte.

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Semmelknödel

  • Der weitaus höchste Preisanstieg der analysierten Produkte wird bei den Semmelknödeln deutlich. Erneut sind allerdings nicht die Markenprodukte betroffen, sondern vielmehr Eigenmarkenprodukte. Betrug der Ladenpreis bei Handelsmarken im vergangenen Jahr noch 0,69 Euro, müssen Kundinnen und Kunden nun 43,5 Prozent mehr zahlen – nämlich 0,99 Euro. Dieselbe Menge nur eben von einem Markenhersteller kostet 1,99 Euro. Am Preis hat sich aber seit einem Jahr nichts geändert.

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Teure Zutaten oder doch das Fertigprodukt?

Auf einem Teller sind Kartoffelsalat und Würstchen angerichtet
Traditionell eher im Osten Deutschlands verbreitet: Kartoffelsalat und Wiener-Würstchen. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv
deutsche presse agentur

Am Beispiel des Kartoffelsalates norddeutscher Art lassen sich die Preissteigerungen bestens ablesen. Wer sich für die eigene Zubereitung entscheidet, muss nicht nur bei den Kartoffeln mit Preissteigerungen rechnen, sondern auch bei den Zutaten tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Mayonnaise, Hauptbestandteil des norddeutschen Kartoffelsalates, ist im Vorjahresvergleich um mindestens 50 Cent teurer geworden. So kostete die Eigenmarke im Dezember 2021 noch 1,19 Euro, derzeit müssen Kunden 1,69 Euro zahlen. Das ist ein Preisanstieg von 42 Prozent. Der Preis des Markenprodukts stieg vergleichsweise nur um knapp 28 Prozent. Die Differenz ist mit 70 Prozent allerdings auch deutlich höher. Während das knapp 500ml-Glas im vergangenen Jahr noch 2,49 Euro kostete, sind es nun 3,19 Euro.

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Wer bei solchen Preissteigerungen nun zögert, einen Salat selbst zuzubereiten, kann natürlich auch auf ein fertiges Produkt zurückgreifen. Allerdings gilt auch hier: Alles ist teurer geworden. Eigenmarkenprodukte sind derzeit nur knapp unter dem Preisniveau, auf dem das Markenprodukt vor einem Jahr war. In Zahlen ausgedrückt, klingt das so: Aufgrund einer Preisdifferenz fast 34 Prozent kostet das Hausmarkenprodukt statt 1,19 Euro im Vorjahr nun 1,59 Euro. Der Premium-Kartoffelsalat ist jetzt für 2,19 Euro erhältlich. Vor der Preissteigerung von knapp 30 Prozent kostete er noch 1,69 Euro. Diese Preisveränderungen stammen von der Preisvergleichs-App Shmaggle.

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Weihnachtsmenü eine Frage des Preises

Wie aus einer Forsa-Umfrage hervorgeht, waren Kartoffelsalat und Bockwürste im Jahr 2020 das beliebteste Gericht an Heiligabend. Besonders im Osten Deutschlands steht dieses Gericht an der Spitze der traditionellen Weihnachtsspeisen. Doch wie haben sich die Wurstpreise in diesem Jahr entwickelt?

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Wer auf Wiener-Würstchen zum Weihnachtsfest nicht verzichten mag, muss natürlich mit Preissteigerungen rechnen – allerdings fallen die im shmaggle-Vorjahres-Vergleich geringer aus, als man vielleicht erwartet hätte. Der Regalpreis des Markenproduktes stieg um 30 Cent von 2,19 Euro auf 2,49 Euro. Das entspricht einer Differenz von knapp 14 Prozent. Das Eigenmarkenprodukt stieg ebenfalls um knapp 15 Prozent im Preis. So zahlen Kundinnen und Kunden nun statt 2,59 Euro im vergangenen Dezember 2,99 Euro. Allerdings ist die Menge entscheidend. Das Markenprodukt bietet im Vergleich nur die Hälfte (200 Gramm) der Menge der Hausmarke (400 Gramm). Wer in diesem Jahr also nicht auf die Völlerei verzichten mag, der muss bereit sein, Preissteigerungen bei Markenprodukten und Eigenmarken in Kauf zu nehmen.

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