Mehrtägige Rettungsaktion war vergeblich

In der Themse verirrter Zwergwal eingeschläfert

11. Mai 2021 - 11:59 Uhr

Wal-Einschläferung war unausweichlich

Am Ende gab es für den Meeressäuger keine Hoffnung mehr. Ein Zwergwal, der sich in der Londoner Themse verirrt hatte, ist am Montagabend eingeschläfert worden. Obwohl sich Tierschützer tagelang um ihn gekümmert hatten, war der Gesundheitszustand des Wals zu schlecht.

Zwergwal war in Schleuse der Themse steckengeblieben

"Wir bestätigen, dass der Zwergwal in Teddington Lock eingeschläfert wurde, nachdem das Tier auf dem nahegelegenen Damm gestrandet war", schrieb die Hilfsorganisation "British Divers Marine Life Rescue" auf ihrer Facebook-Seite. Der rund vier Meter lange Wal war am Sonntag aus unbekannten Gründen in einen Bootsanleger geschwommen und in einer Schleuse steckengeblieben.

Schaulustige beobachteten Rettungsaktion an Schleuse

Helfer brauchten mehrere Stunden, um den Zwergwal zu befreien – das Tier steckte auf den Bootsrollen der Schleuse fest. Hunderte Schaulustige verfolgten die aufwändige Rettungsaktion im Londoner Stadtteil Richmond. Aber das Jungtier schwamm aber zurück und strandete völlig geschwächt an einer anderen Schleuse.

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London: Zwergwal könnte Fischen in die Themse gefolgt sein

Zwergwale leben normalerweise im Nordatlantik und Nordpazifik. Die auch Minkwal oder Minkewal genannten Tiere werden etwa zehn Meter lang. Weshalb der Meeressäuger so weit den Fluss hochschwamm, ist noch unklar. Er könnte Fischen aus der Nordsee in die Themse gefolgt sein und sich verirrt haben. Jetzt soll untersucht werden, aus welchem Grund sich der Gesundheitszustand des Tieres so schnell verschlechterte.

Wal "Willy" sorgte 2006 in London für Aufsehen

Um von der Themsemündung zur Schleuse nach Richmond zu gelangen, muss der Wal auch durch die Londoner Innenstadt entlang des Parlaments und des Towers geschwommen sein. Er ist nicht der erste Wal, der in der britischen Hauptstadt für Aufsehen sorgt: 2006 wurde ein "Willy" getaufter Nördlicher Entenwal in der Themse gesichtet, überlebte den Ausflug aber nicht. Gleich zwei tote Wale wurden 2019 in der Themse entdeckt. Sie waren allerdings nicht so weit geschwommen wie der am Sonntag gestrandete Zwergwal. (bst)

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