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Letzte Verteidiger Mariupols: Ukrainer aus Asowstal-Stahlwerk in Kriegsgefangenschaft

Keine genauen Angaben zum Aufenthaltsort

Letzte Verteidiger Mariupols: Ukrainer aus Asowstal-Stahlwerk in Kriegsgefangenschaft

Hunderte Soldaten aus Stahlwerk evakuiert Baldiger Gefangenenaustausch?
01:47 min
Baldiger Gefangenenaustausch?
Hunderte Soldaten aus Stahlwerk evakuiert

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Das russische Militär hat nach eigenen Angaben seit Montag weit über 200 ukrainische Kämpfer aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol gefangen genommen. „In den vergangenen 24 Stunden haben 265 Kämpfer, darunter 51 Schwerverletzte, ihre Waffen niedergelegt und sich in Gefangenschaft begeben“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag. Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti veröffentlichte Aufnahmen der Männer aus dem Asowstal-Stahlwerk – im Video.

Mehr zum Thema: Alle aktuellen Infos zum Ukraine-Krieg hier im Live-Ticker

Verwundete werden aus dem Stahlwerk getragen.
Verwundete werden aus dem Stahlwerk getragen.
Reuters

Kiew will Gefangenenaustausch

Die Zahlen unterscheiden sich geringfügig von den Angaben aus Kiew. Dort war zuvor die Rede von 264 Gefangenen - unter ihnen 53 Schwerverletzte. Das russische Ministerium veröffentlichte auch ein Video, das die Gefangennahme der Ukrainer, medizinische Behandlung sowie den Abtransport der Verletzten zeigen soll. Ob es tatsächlich zu dem von Kiew erhofften Gefangenenaustausch kommen wird, ließ Russlands Militär zunächst offen.

Im Video: Frauen verbliebener Soldaten im Stahlwerk bangen

Frauen von Azovstal-Soldaten bangen um ihre Männer "Es sind Menschen - auf beiden Seiten"
01:32 min
"Es sind Menschen - auf beiden Seiten"
Frauen von Azovstal-Soldaten bangen um ihre Männer

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Verletzte in Krankenhaus

Alle Verletzten seien ins Krankenhaus von Nowoasowsk gebracht worden, sagte Konaschenkow. Nowoasowsk liegt östlich von Mariupol direkt an der Grenze zu Russland auf dem seit 2014 von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet.

Zum Aufenthaltsort der übrigen Gefangenen machte er keine Angaben. Sie sollen nach ukrainischen Berichten in die Ortschaft Oleniwka nahe der Frontlinie gefahren sein. Was nun mit ihnen passiert, bleibt zunächst unklar. Auch was mit den im Werk verbliebenen Soldaten passiert, bleibt abzuwarten.

Die Kämpfer hatten viele Wochen lang in dem Stahlwerk ausgeharrt.
Die Kämpfer hatten viele Wochen lang in dem Stahlwerk ausgeharrt.
Reuters

Mariupol als Symbol des grausamen russischen Angriffskriegs

Mariupol mit seinem Hafen am Asowschen Meer gilt als strategisch wichtig. Sollte Asowstal fallen, könnten Russlands Truppen wohl die Einnahme der Stadt feiern, die einst 400.000 Einwohner zählte. Mithilfe prorussischer Separatisten hatten sie Mariupol bereits kurz nach Kriegsbeginn Anfang März belagert und innerhalb einiger Wochen fast komplett erobert.

Nach Angriffen auf ein als Luftschutzbunker dienendes Theater und das Gebäude einer Geburtsklinik wurde die mittlerweile völlig zerstörte Stadt international zum Sinnbild für die Grausamkeit des russischen Angriffskriegs. (dpa)