13-Jährige lehnte tot an einem Baum

Verdächtige zeigen keine Reue - einer aß bei Festnahme gemütlich Pizza

Blumen und Kerzen am Fundort der getöteten 13-jährigen Leonie in Wien
Blumen und Kerzen am Fundort der getöteten 13-jährigen Leonie in Wien
© Unbekannt

01. Juli 2021 - 7:07 Uhr

Zweiter Verdächtiger wurde an Skateranlage festgenommen

Die Tat schockiert ganz Österreich: Leonie (13) lehnte in Wien tot an einem Baum. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass das Mädchen vergewaltigt, erstickt, in einen Teppich eingerollt und anschließend am Fundort abgelegt wurde. Passanten entdeckten die Leiche und alarmierten die Polizei. Schnell rückten zwei 16 und 18 Jahre alte Asylbewerber aus Afghanistan in den Fokus der Ermittler. Nach einem dritten Verdächtigen wird noch gefahndet. Einer der beiden mutmaßlichen Täter soll bei der Festnahme gemütlich Pizza in einem Wiener Restaurant gegessen haben, berichtet die österreichische Zeitung "Oe24". Der andere habe sich an einer Skateranlage aufgehalten. Von Reue keine Spur.

Verdächtiger prahlte bei Bekannten von "eskalierter Sex-Nacht"

Der Tatort ist laut der Zeitung eine Erdgeschoss-Wohnung. Ein Nachbar der mutmaßlichen Täter erzählt im österreichischen "eXXpress", dass die Asylbewerber ihm von Anfang an komisch vorgekommen seien: "Junge Frauen gingen ein und aus". Jeder soll gewusst haben, dass in dieser Wohnung Drogen konsumiert werden. Dann wird Samstagmorgen nur 100 Schritte von dieser Wohnung entfernt Leonies Leiche gefunden.

Laut der "Oe24" lieferten zwei Anhaltspunkte die entscheidenden Beweise für die Festnahme der beiden Verdächtigen. So soll ein aufmerksamer Nachbar der Täter einen Perserteppich im Hof bemerkt haben, seitdem das Mädchen vermisst wurde. Er meldete den Hinweis. Später stellte sich heraus, dass es tatsächlich der Teppich ist, in den Leonie eingerollt und transportiert wurde.
Den zweiten Hinweis soll Bekannter eines Verdächtigen geliefert haben. Der Mann rief bei der Polizei an und erzählte, dass einer der mutmaßlichen Täter kurz zuvor von einer eskalierten Sex-Nacht geprahlt habe. Die Details empfand der Bekannte als so beängstigend, dass er die Polizei davon in Kenntnis setzte. Die Ermittler konnten beide Verdächtige nach kurzer Zeit festnehmen - die ihr Leben offenbar wie gewohnt fortgesetzt hatten.

Vernehmungen gestalten sich schwierig

Die Vernehmungen konnten laut "Oe24" erst Dienstag beginnen. Durch die schlechten Deutschkenntnisse der Afghanen sollen sich diese schwierig gestalten. Dolmetscher seien bereits vor Ort. Wie die österreichische Tageszeitung schreibt, zeigen die Täter weder Reue, noch Emotionen. Das Mädchen sei freiwillig mit ihnen mitgekommen und was dann genau geschah, wird noch ermittelt. Von "schweren sexuellen Handlungen" ist bisher die Rede. Die Polizei bestätigte, dass Leonie durch Ecstasy betäubt wurde.

Der Teenager hatte zuletzt einen schwarzen Hoodie mit der Aufschrift "Live or die" getragen, zu deutsch: "Lebe oder stirb". Als die Polizei ein Foto des Kleidungsstücks veröffentlichte, erfuhr die besorgte Familie des Mädchens, dass es sich bei der Leiche um Leonie handeln musste und identifizierte die Tote.

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Österreichs Kanzler Sebastian Kurz "extrem wütend"

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz äußerte sich schockiert über den Fall. Er sei "nach wie vor zutiefst schockiert und betroffen von der grausamen Tat, die hier in Wien stattgefunden hat". Er sprach der Familie der Toten sein "tiefes Mitgefühl" aus. Kurz kündigte an, seine "konsequente Linie" fortzusetzen und straffällig gewordene Asylbewerber abzuschieben.

Nach "solchen barbarischen Verbrechen" könne man "nicht zur Tagesordnung übergehen", betonte Kurz. "Ich verspreche, dass wir alles tun werden, dass die Täter hart bestraft werden." Er sei "extrem wütend" über die Tat. "Ich halte es für untragbar, dass Menschen zu uns kommen, Schutz suchen und solche grausamen, barbarischen Verbrechen begehen."

(mca)