Aktuelle Studien stehen in der Kritik

Lauterbach-Rechnung zeigt: Warum Omikron viel gefährlicher ist als wir denken

14. Januar 2022 - 15:25 Uhr

Heute Vormittag hat der Bundesrat in einer Sondersitzung über neue Quarantäne- und Einreisebestimmungen im Zuge der Corona-Pandemie entschieden. Geladen war dazu auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der in seiner Ansprache unter anderem auf die Virusvariante Omikron zu sprechen kam.

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Omikron verbreitet sich viel zu schnell

Gegenüber dem Bundesrat wies Lauterbauch darauf hin, dass Omikron noch immer sehr viele Menschen unterschätzen würden. Da seien auch aktuelle Studien dran schuld, so Lauterbach.

Dazu zählen sowohl eine aktuelle Studie der Berkeley Univesität in Kalifornien, als auch eine britische Studie aus Dezember 2021. Beide untersuchten die Hospitalisierungsrate von Omikron-Infizierten. Dabei war herausgekommen, dass nur die Hälfte aller Omikron-Infizierten ins Krankenhaus und nur ein Viertel auf die Intensivstation kommen. Laut der britischen Studie des Londoner Imperial College wäre damit die Wahrscheinlichkeit im Krankenhaus zu landen bis zu 45 Prozent geringer als bei Delta.

Man solle meinen, so Lauterbach, dass Omikron damit näher an der Grippe als an der Corona-Pandemie sei. "Das ist nicht der Fall!", betont der Gesundheitsminister jedoch. Denn Omikron lasse sich nicht mit den bisherigen Kontaktbeschränkungen begrenzen. Heißt: Omikron verbreite sich viel, viel schneller als Delta – die Anzahl der Omikron-Infizierten verdoppele sich demnach alle fünf Tage. "Bei einem Viertel der Belastung der Intensivmedizin hat man dann trotzdem sehr viel mehr Menschen in den intensiv-medizinischen Versorgung als bei der Delta-Variante", fasst Lauterbach zusammen.

Das zweite Problem: Ungeimpfte auf den Intensivstationen

Das ist aber nicht das einzige Problem, das Lauterbach nennt. Er weist auch darauf hin, dass die Menschen, die mit Omikron ins Krankenhaus und auf die Intensivstation kommen, vor allem ältere Menschen seien, die zudem nicht geimpft sind. "Wir müssen vorbereitet sein!", appelliert Lauterbach. Eine hohe Sterblichkeit durch die Omikron-Welle sei noch immer nicht auszuschließen.

Bisher bewerte Lauterbach die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern als sehr positiv und hoffe, trotz Omikron, die Corona-Pandemie in Deutschland in den kommenden Monaten zu entschärfen. Sowohl die neuen Einreise- als auch die Quarantäneregelungen hat der Bundesrat vorhin einstimmig angenommen. (jbü)

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