Neue Studie macht Hoffnung

Virologe Kekulé sicher: Jetzt steht fest - Omikron ist deutlich milder als Delta!

Neue Studiendaten zur Omikron-Variante stimmen den Virologen Alexander Kekulé optimistisch.
Neue Studiendaten zur Omikron-Variante stimmen den Virologen Alexander Kekulé optimistisch.
© picture alliance, dpa, Felix Hörhager

12. Januar 2022 - 18:20 Uhr

Gute Nachrichten in der aktuellen Omikron-Welle? Nach Auffassung des Virologen Alexander Kekulé legen neue Studiendaten nahe, dass eine Erkrankung mit der neuen Variante des Coronavirus deutlich milder verläuft als bei Delta.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

US-Studie: Kürzere und seltenere Krankenhausaufenthalte bei Omikron

In einem neuen Post auf Twitter führt Kekulé eine neue Studie der US-Universität UC Berkeley an, die am 11. Januar als Preprint erschienen ist. Diese muss also noch von unabhängigen Experten begutachtet werden. In der Studie werteten die Forscher die Daten von fast 70.000 Corona-Patienten in Kalifornien aus. 52.297 von ihnen waren mit der Omikron-Variante infiziert, der Rest (16.982 Fälle) mit Delta.

0,5 Prozent der Patienten mit Omikron wurden ins Krankenhaus aufgenommen. Bei Infizierten mit der Delta-Variante lag die Hospitalisierungsrate bei 1,3 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausaufenthalt lag damit bei einer Omikron-Infektion um 62 Prozent niedriger als bei Delta.

Kein einziger Omikron-Patient musste künstlich beatmet werden, verglichen mit elf Fällen bei der Delta-Variante. Auch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus hatte sich bei den in der Studie begutachteten Omikron-Fällen um 69,6 Prozent verkürzt, berichten die kalifornischen Forscher in ihrem Preprint. Patienten mit der Delta-Variante blieben im Schnitt 3,4 Tage länger im Krankenhaus.

Lese-Tipp: Neue Studie: "Super-Immunität" gegen Omikron möglich - aber nicht durch Booster-Impfung allein

Experten warnen: Mildere Verläufe, aber extrem ansteckend

Auch erste Studien aus Südafrika von Anfang Dezember 2021 hatten bereits Hinweise auf einen eher milden Krankheitsverlauf bei einer Omikron-Infektion gegeben. Experten warnen jedoch schon seit der Entdeckung der Variante: Die weniger schweren Verläufe werden durch die extrem hohe Übertragbarkeit von Omikron leider ausgeglichen. Auch seien die Ergebnisse aus Südafrika nicht unbedingt auf die Bevölkerung in Deutschland übertragbar, da die deutsche Bevölkerung im Durchschnitt viel älter ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt unter Berufung auf eine Hochrechnung davor, dass sich in zwei Monaten schon über die Hälfte der Menschen in Europa mit Omikron infiziert haben könnten. "Wir rechnen damit, dass sich in den nächsten 6-8 Wochen mehr als 50 Prozent der EURO-Bevölkerung mit Omikron infizieren werden", heißt es in dem Hochrechnungsbericht des Instituts IHME vom 8. Januar.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Kekulé fordert neue Strategie bei drastischem Anstieg der Infektionen

Für den Fall von rapide ansteigenden Infektionszahlen in der Omikron-Welle hat Alexander Kekulé eine neue Strategie gefordert. Der Virologe spricht sich dafür aus, die Nachverfolgung und Quarantäne von symptomfreien Kontaktpersonen abzuschaffen. Seinen Überlegungen nach sollten Menschen mit Symptomen und bestätigten Infektionen weiterhin konsequent isoliert werden, wie er am Dienstag bei MDR Aktuell darlegte.

Kekulé bezeichnete es mit Blick auf eine Situation mit sehr hohen Fallzahlen aber als "völlig ausgeschlossen, dass das Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen dann identifiziert". Da würde er "ernsthaft die Möglichkeit ins Auge fassen", die Nachverfolgung aufzugeben. (dhe/dpa)

Video-Playlist: Alles, was Sie zum Coronavirus wissen sollten

Spannende Dokus zu Corona gibt es auf RTL+

Das große Geschäft mit der Pandemie: Ausgerechnet in einer Zeit, in der jeder um seine Gesundheit bangt, finden Betrüger immer wieder neue Wege, illegal Geld zu machen. Ob gefälschte Impfpässe, negative Tests oder Betrügereien in den Testzentren – die Abzocke lauert überall. Sogar hochrangige Politiker stehen in Verdacht, sich während der Corona-Zeit die eigenen Taschen vollgemacht zu haben. Unsere Reporter haben europaweit recherchiert – die ganze Doku auf RTL+.