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Last-Minute-Verhütung: Diese Pille soll man direkt vor dem Sex einnehmen können

Für die Last-Minute-Momente

Einnahme kurz vor dem Sex: Diese Pille könnte die Verhütung völlig verändern

Frau mit Antibabypille.
Forscher der Stanford University in Kalifornien haben herausgefunden, was eine vielversprechende Last-Minute-Verhütung sein könnte.
nensuria, iStockphoto

Die tägliche Einnahme der Pille könnte für Frauen, die verhüten, bald der Vergangenheit angehören. Zumindest haben Forscher der Stanford University in Kalifornien herausgefunden, was ihrer Meinung nach eine vielversprechende Last-Minute-Verhütung sein könnte – also ein Medikament, das Frauen direkt vor dem Sex einnehmen.

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Last-Minute-Pille: Patienten und Ärzte „sehr interessiert“ an Bedarfsverhütungsmittel

Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass eine Kombination aus der sogenannten „Pille danach“ und einer Arthritis-Arznei „den Eisprung bei maximaler Fruchtbarkeit stört.“

Die Behandlung durch das Medikament wirkt, indem sie den Eisprung stört, also den Zeitpunkt im Menstruationszyklus, an dem eine Frau am wahrscheinlichsten schwanger wird. Genauso wirkt bisher auch die klassische Pille.

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Forscher kombinieren verschiedene Medikamente für Bedarfsverhütungsmittel

Die Forscher beschreiben in der Online-Ausgabe des Fachjournals „BMJ Sexual & Reproductive Health“, dass Patienten und Ärzte „sehr interessiert“ an der Entwicklung eines solchen Bedarfsverhütungsmittels seien.

Bei der Untersuchung wurde neun Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren eine einmalige Dosis von 30 Milligramm: „Ulipristalacetat“, dem Inhaltsstoff der Pille danach und 30 Milligramm des schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikaments „Meloxicam“ an den Tagen vor dem Eisprung verabreicht.

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Last-Minute-Pille: Wirkstoff-Kombination kann Empfängnis noch verhindern

Das Ergebnis: Wird der Wirkstoff „Ulipristalacetat“ mit „Meloxicam“ zusammen eingenommen, kann das die Empfängnis noch verhindern. Darauf deutet die US-Pilotstudie hin, deren Ergebnisse das Team um Dr. Erica Cahill von der Stanford University School of Medicine in Kalifornien in dem Fachjournal veröffentlicht hat. Derzeit muss die klassische Anti-Babypille täglich oder drei Wochen im Monat eingenommen werden, um zu wirken, wobei Kondome und Diaphragmen die einzigen vorhandenen Verhütungsmittel auf Abruf sind.

Ihre Meinung ist gefragt: Würden Sie eine Last-Minute-Pille einnehmen?

Klassische Anti-Babypille nicht mehr erste Wahl

Die klassische Verhütungspille kann Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen und das Risiko von Blutgerinnseln und Gebärmutterhalskrebs leicht erhöhen. In der Wahrnehmung vieler Frauen ist das Verhütungsmittel daher schon seit Jahren nicht mehr das alleinige Mittel der Wahl. In den letzten Jahren wurde alternativen Verhütungsmethoden immer populärer.

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Größere und weitere Studien nötig

Die Forscher bewerten die aktuelle Untersuchung bereits als vielversprechend, stellten jedoch fest, dass weitere Studien zur Leistung der Arzneimittelkombination und den von ihnen ausgelösten Nebenwirkungen erforderlich sind. Bis zur Entwicklung einer neuen Verhütungspille werden daher ausführlichere Studien benötigt. (mjä)